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Ausstellungen | Ausstellung

Samaneh Atef, Belén Sánchez, Desmond Tjonakoy. euward9

Haus der Kunst

Das Haus der Kunst heißt auch in 2024 wieder die Preisträger*innen des euward European Award für Malerei und Grafik willkommen. Seit 2000 verleiht die Augustinum Stiftung alle drei Jahre den Preis mit dem Ziel, die Präsenz und Anerkennung von Künstler*innen im Kontext von kognitiver Beeinträchtigung im Ausstellungsbetrieb zu stärken. Samaneh Atefs (geb. 1989, Bandar Abbas, Iran) intensive Feder- und Tusche­zeichnungen thematisieren ihre eigenen Erfahrungen sowie weibliche Geschichte. Als iranische Frau und Künstlerin hat sie eine klare Botschaft: Die Gleichstellung von Frauen in ihrer Heimat und auf der ganzen Welt. Seit ihrer Flucht aus dem Iran lebt Atef in Südfrankreich. Das Werk der spanischen Multimedia-Künstlerin Belén Sánchez (geb. 1972, Madrid, Spanien) umfasst nicht nur Zeichnung und Collage, sondern auch Skulptur, Fotografie, Film und Performance. Im Mittelpunkt steht dabei ihr eigener Körper, mit dem Belén Sánchez Geschichten von Aggression und Heilung erzählt. Desmond Tjonakoy (geb. 1993, Amsterdam, Niederlande) hat ghanaische Wurzeln. Mittels Bleistift und Fineliner arbeitet er an Bildthemen, die mit der Schwarzen Rap-Kultur verbunden oder religiös inspiriert sind. In letzter Zeit beschäftigt sich Desmond Tjonakoy zunehmend mit der der Black Power Bewegung. Für den euward9 bewarben sich über 240 Künstler*innen aus 25 Ländern. Fol­gen­de Künstler*innen wurden neben den Preisträger*innen nominiert: Rudolf Bodmeier, Markus Buchser, Sven Freundt, Hannes Gaensslen, Wulf Golz, Torsten Holzapfel, Enes Icer, Sandrine Mbala, Sabine Münch, Jeroen Pomp, Paul Kai Schröder, Patrick Siegl, Jakob Ujvari, Rolf Waldvogel, Christian Wollert und Magdalena Zehetner. Auch ihre Werke werden im Rahmen von euward9 gezeigt. Projektleitung: Sabine Brantl Kuratiert von: Klaus Mecherlein, Augustinum Stiftung
Ausstellungen | Installation

TUNE. Jim C. Nedd. Recuerdos II (Memories II)

Haus der Kunst

Recuerdos II ist eine neue Klanginstallation des Künstlers Jim C. Nedd, die vom Haus der Kunst für den Terrassensaal in Auftrag gegeben wurde, und vom 27.4.—29.10.24 dort installiert ist. Jim C. Nedd ist Fotograf, Künstler und Musiker mit Wurzeln in Kolumbien und Italien. In seinem Werk Recuerdos II erkundet er die kraftvolle Verbindung zwischen Klang und Erinnerung. Das Sound-Werk ergänzt sein erstes Buchprojekt Remembering Songs, indem es ein akustisches „Nachbild“ seiner fotografischen Arbeit schafft: ein klangvolles Environment aus Feldaufnahmen und auf der Straße eingefangenen Musikschnipseln, die er mit Hilfe des Tontechnikers Pablo Martinez aufgenommen hat. Recuerdos II schafft ein Environment innerhalb des Raums, eine erweiterte Realität, die den Terrassensaal einnimmt. Dabei verschmelzen Musikausschnitte, die Geräuschkulisse belebter Straßen und Menschenmengen, sowie Textpassagen, die der Künstler selbst rezitiert. Sie stammen aus dem Buch My Bones and My Flute des guyanischen Schriftstellers Edgar Mittelholzer. Nedd reinterpretiert den Text in einem karibischen Dialekt, den er als Alltagssprache schätzt. Die Passagen beschreiben eine alltägliche Szene, eine urbane Landschaft mit Bäumen, die von einem endlosen Verkehrsstrom verschlungen werden. Die Bäume werden alt, sterben und verwesen, während die Autos zu rosten und zu verrotten scheinen. In seiner Fotografie schöpft Nedd aus den lokalen Mythologien der karibischen Küste Kolumbiens und fängt Szenen akustisch aufgeladener Environments ein, in denen das Alltägliche und das Theatralische gleichzeitig existieren. Zwischen den Ekstasen der Feierlichkeiten finden sich bei ihm intime Porträts, oft in markanten Schatten gehüllt. Sowohl die visuellen als auch die akustischen Elemente vermitteln Erinnerungen an Verzückung und Tragödie, die lange nach dem Moment fortbestehen – Momente, die von Paaren, Menschenmengen und in Verbindung mit der natürlichen Umgebung geteilt werden. „Tatsächlich ist meine Fotografie bereits mit Musik und Klang durchtränkt. Ich bin besessen davon, Bilder zu schaffen, die suggerieren können, welcher Klang möglicherweise um das Bild herum zu hören ist, sei es absolute Stille oder der Lärm bei Verbenas und Parrandas (gemeinschaftlichen Zusammenkünften oder Partys)“, beschreibt Jim C. Nedd seine künstlerische Arbeit. Nedd stammt aus einer langen Linie von Sänger*innen, Komponist*innen und Akkordeonspieler*innen, die die Tradition der Vallenato-Musik, einem beliebten kolumbianischen Volksmusikgenre, weiterführen. Vallenato-Songs spiegeln das gesamte emotionale Spektrum der Menschen der Region wider und verwenden europäische Instrumente wie das Akkordeon, afrikanische Perkussion und Instrumente der indigenen Völker wie die Guacharaca. Für Nedd sind diese Lieder Wegweiser, um Ereignisse, Festlichkeiten, Freuden und Katastrophen zu erinnern.
Ausstellungen | Ausstellung

Unruhe

Pinakothek der Moderne

In „UNRUHE“ werden Werke des deutsch-französischen Malers Hans Hartung (1904 – 1989) mit Werken der zeitgenössischen deutschen Künstlerin Maria VMier (lebt und arbeitet in New York und München) präsentiert. Hartung, einer der wichtigsten Vertreter des Informel und der lyrischen Abstraktion, hat u. a. Themen wie Anfang und Ende der Linie verhandelt, vor allem aber die Linie mehr als Abstraktion von Energie und weniger als beschreibende Form verstanden. Maria VMiers gestische Malerei steht in Hartungs Tradition und ist gleichzeitig von ihrem Studium der Bildhauerei beeinflusst. Ihre großformatigen Papierarbeiten wirken wie Momentaufnahmen abstrakter Körper, die sich in stetiger Bewegung zu befinden scheinen. Das Pulsierende ist sämtlichen Werken von Hartung und VMier eigen, wobei der konzentrierte gestische Ausdruck die gemeinsame Fluchtlinie bildet. Die Präsentation findet in Kooperation mit der Written Art Collection statt, aus der die Werke von Hartung stammen. Durch die finanzielle Förderung der Written Art Collection konnten die Arbeiten von Maria VMier für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst, dankenswerterweise erworben werden. Kuratorin: Judith Csiki Mit Sammlung+ präsentiert die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne seit 2019 Präsentationen mit Werken aus ihrem Bestand. Neuerwerbungen, Entdeckungen und nicht zuletzt thematische Schwerpunkte zeigen die Vielfalt der Bestände im Zusammenspiel mit Partnern und Stiftungen. (Bild: Maria VMier, Companion in Doubt and in Failure (INDIGO), 2021, Tusche, Pigment und Gummi Arabicum auf Papier, 277 x 196 cm​, 2022 mit Mitteln der Written Art Collection für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen erworben, Foto: Galerie Christine Mayer, © Maria VMier)
Ausstellungen | Ausstellung

Abstrakte Horizonte

Pinakothek der Moderne

Fotografien nehmen in der modernen Erinnerungskultur eine besondere Stellung ein – sie sollen die Fragilität des Moments einfangen und möglichst deutlich bewahren. Einige Künstler:innen wählen jedoch bewusst Wege in die Abstraktion. Geraldine Frisch fotografierte 2015/16 eine verlassene Fabrikanlage kurz vor deren Abriss. Der Ort hat gelebte Geschichte geatmet, von der die Wände zu berichten wissen. Frisch nutzt für ihre Aufnahmen Perspektiven und Bildausschnitte, die das Sichtbare verrätseln. Dabei sinniert sie nicht zuletzt vor dem Hintergrund ihrer eigenen Biografie über die Bedeutung von Verwurzelung und die Verschiebung von Grenzen im Zuge politischer Umwälzungen. Die Verschiebung von Grenzen trieb auch Magdalena Jetelová um. 1992 begab sie sich nach Island, um mit einem Laserstrahl die Zone des mittelatlantischen Rückens nachzuzeichnen, in der sich vor Millionen von Jahren die nordamerikanische Platte von der eurasischen entfernt hatte. In der schlichten Linienführung irgendwo im Nirgendwo scheint die Absurdität von Grenzziehungen auf. Hiroshi Sugimoto wiederum wandte sich 1997 ikonischen Bauwerken zu und fotografierte diese auf eine Weise, dass sich ihre Konturen in Unschärfe verlieren und wie aus der Zeit gefallen scheinen. Fotografische Abstraktionen dieser Art spielen mit unserer Wahrnehmung und finden ihre Entsprechung in der menschlichen Gedächtnis- und Verständnisleistung – sie sind undeutlich und verschwommen, anfällig für Mehrdeutigkeit und offen für Interpretation. Kuratorin: Franziska Kunze Mit Sammlung+ präsentiert die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne seit 2019 Präsentationen mit Werken aus ihrem Bestand. Neuerwerbungen, Entdeckungen und nicht zuletzt thematische Schwerpunkte zeigen die Vielfalt der Bestände im Zusammenspiel mit Partnern und Stiftungen. (Bild: Geraldine Frisch, Die Heimat versprechen, 2016, chromogener Abzug, erworben 2017; Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Reprofotografie: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Margarita Platis)
Ausstellungen | Ausstellung

Gutai

Pinakothek der Moderne

Mit Werken aus der Sammlung Goetz wird das Gestische als Phänomen im internationalen Kontext betrachtet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und unter politischen Vorzeichen entwickelte sich mit Gutai in Japan eine der innovativsten Künstlergruppen des 20. Jahrhunderts. 1954 wurde die Gruppe der Gutai („konkret, spontan, direkt“) mit dem Ziel gegründet, über die Abstraktion hinauszugehen und die Möglichkeiten der reinen Kreativität zu verfolgen. Es werden unter anderem Werke von Toshio Yoshida oder Chiyu Uemae präsentiert. Mit diesem Projekt setzt sich die Zusammenarbeit zwischen den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Sammlung Goetz unter dem Titel „Sammlung+Goetz“ fort. Kurator:innen: Verena Hein in Zusammenarbeit mit Karsten Löckemann und Pietro Tondello (Sammlung Goetz) Mit Sammlung+ präsentiert die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne seit 2019 Präsentationen mit Werken aus ihrem Bestand. Neuerwerbungen, Entdeckungen und nicht zuletzt thematische Schwerpunkte zeigen die Vielfalt der Bestände im Zusammenspiel mit Partnern und Stiftungen. (Bild: Chiyu Uemae, Untitled, 1959; Sammlung Goetz, München © the artist, Courtesy Sammlung Goetz, München, Foto: Johannes Haslinger)
Ausstellungen | Ausstellung

ZEN 49

Pinakothek der Moderne

Im Juli 1949 schloss sich in München die Gruppe der Gegenstandslosen, später ZEN 49, zusammen. Nach den Jahren des Nationalsozialismus, in denen die abstrakte Kunst in Femeausstellungen als „entartet“ verunglimpft worden war, wollte man gemeinschaftlich neue Sichtbarkeit erlangen und zu einer moralischen Erneuerung beitragen. ZEN 49 erwies sich in den folgenden Jahren als integrativer und deutlich international ausgerichteter Zusammenschluss von Kunstschaffenden und stärkte die Akzeptanz von ungegenständliche Kunstformen in der Bundesrepublik. Mit Werken von Willi Baumeister, Rupprecht Geiger, Brigitte Matschinsky-Dennighoff, Ernst Wilhelm Nay, Woty Werner, Fritz Winter und anderen Kuratorin: Anna Rühl Mit Sammlung+ präsentiert die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne seit 2019 Präsentationen mit Werken aus ihrem Bestand. Neuerwerbungen, Entdeckungen und nicht zuletzt thematische Schwerpunkte zeigen die Vielfalt der Bestände im Zusammenspiel mit Partnern und Stiftungen. (Bild: Fritz Winter, Schwarze Kreuze, 1950 Fritz-Winter-Stiftung, Bayerische Staatsgemäldesammlungen © Fritz-Winter-Stiftung)
Ausstellungen | Ausstellung

„Die Welt kann nur durch uns enttrümmert werden“

Pinakothek der Moderne

Eine Präsentation ehrt Otto van de Loo (1924–2015) anlässlich seines 100. Geburtstags. In seiner 1957 eröffneten Galerie engagierte er sich für Künstler:innen, deren Bildsprache für ein spielerisches Moment stand und deren provokative Herangehensweise gegen eine Ästhetik der Glätte gerichtet war. Künstlerische Zusammenarbeit spielte dabei eine besondere Rolle. 1970 gründeten einige Maler:innen das Kinderforum van de Loo, das bis heute Kreativität fördert. Auf diesen Aspekt des kreativen Potentials ist ein besonderer Fokus des Projekts gerichtet, so lädt eine Zeltkonstruktion zum Mitmachen ein ebenso wie zum Eintauchen in Archivmaterialien. Der intensive Kontakt zwischen den Künstler:innen der Galerie, der bis hin zu echter künstlerischer Zusammenarbeit reichte, spielte eine besondere Rolle. So ist die Künstlergruppe SPUR fest mit der Galerie van de Loo verbunden, ebenso wie Asger Jorn, der nicht nur selbst mehrere Gruppen gründete, sondern auch weit darüber hinaus an Kontakten interessiert war und europäische und internationale Verbindungen herstellte. Der Austausch bedeutete Auseinandersetzung und eine gemeinsame Positionierung gegen das Kunstverständnis und den Kunstbetrieb im Nachkriegsdeutschland. Über die Malerei hinaus rückten Aktionen und Gemeinschaftsarbeiten in das Blickfeld der Künstler:innen. Gleichzeitig sahen sie aus dem Umfeld der Galerie in der Zusammenarbeit mit Kindern die Möglichkeit für eine offene und freie Gesellschaft. 1970 wurde das Kinderforum van de Loo gegründet, das bis heute mit einem umfangreichen Programm freie Kreativität fördert. Otto van de Loos „Leidenschaft für die Kunst“ widmete die Pinakothek der Moderne bereits 2005 eine von Carla Schulz-Hoffmann kuratierte Präsentation mit einem umfangreichen Katalog, der die Galerietätigkeit aufarbeitete. Die jetzige Präsentation ehrt Otto van de Loo zu seinem 100. Geburtstag und legt seinen Ansatz dar, Kunst zu fördern, die das Wesenhafte des menschlichen Daseins und damit die Freiheit der Kunst ins Blickfeld rückt. Dieser Ansatz wurde von Marie-José van de Loo in ihrem Programm fortgeführt und wird heute durch die Stiftung van de Loo vertreten. Dabei gilt der Förderung des kreativen Potentials von Kindern und Jugendlichen ein besonderer Fokus, der auch in der Ausstellung erfahrbar wird. Mit (Auswahl): Asger Jorn, Miriam Cahn, Jean Dubuffet, Lothar Fischer, E.R. Nele, Heimrad Prem, Judit Reigl, Antoni Tàpies, Antonio Saura, HP Zimmer Zur Ausstellung erscheint eine Publikation Kuratorin: Dr. Verena Hein in Zusammenarbeit mit Dr. Selima Niggl (Stiftung van de Loo) Mit Sammlung+ präsentiert die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne seit 2019 Präsentationen mit Werken aus ihrem Bestand. Neuerwerbungen, Entdeckungen und nicht zuletzt thematische Schwerpunkte zeigen die Vielfalt der Bestände im Zusammenspiel mit Partnern und Stiftungen. (Bild: Asger Jorn, Papiernase, 1956; Stiftung van de Loo; © VG Bild-Kunst, Bonn 2024; Foto: Archiv van de Loo)
Ausstellungen | Ausstellung

Alfred Ehrhardt

Pinakothek der Moderne

Einen noch wenig bekannten Teil der kostbaren Sammlungen und Archive der Stiftung Ann und Jürgen Wilde stellt das umfangreiche Konvolut an Fotografien des Künstlers, Kirchenmusikers, Kunstpädagogen und Kulturfilmers Alfred Ehrhardt (1901–1984) dar. Nach seiner Entlassung aus dem Lehrdienst an der Hamburger Landeskunstschule im Zuge der nationalsozialistischen Kulturpolitik griff Alfred Ehrhardt ab 1933 zur Kamera. Als Kantor und Organist in Cuxhaven wurde ihm die Wattlandschaft zum Motiv, an dem er Konzepte einer modernen Ästhetik und Bildauffassung, wie er sie während eines Studienaufenthalts am Bauhaus in Dessau 1928/29 erfahren hatte, umsetzen konnte. Mit „Das Watt“ (1933–1936) und „Die Kurische Nehrung“ (1934) entstanden umfassende Serien meisterhafter Natur- und Landschaftsaufnahmen. Dabei zeigt er die Landschaft nicht so sehr als stimmungsvolles Naturereignis, sondern vielmehr als sich durch Elementarkräfte stetig erneuernde Formvariation. Abstrakte Oberflächenstrukturen und plastische Formen verweisen auf Konzepte einer Naturphilosophie, die in allen Dingen der Schöpfung eine Urkraft erkennt und die Ehrhardt auch in späteren Werkserien zu Kristallen, Muscheln und Schnecken sichtbar werden lässt. Ann und Jürgen Wilde kamen schon 1972 persönlich mit Alfred Ehrhardt in Verbindung und konnten einige Jahre später ein umfangreiches Konvolut an Aufnahmen aus den 1930er-Jahren direkt aus seiner Hand erwerben. Mit einer Ausstellung in ihrer Galerie und der Auflage eines Portfolios leiteten sie 1981 die Wiederentdeckung des Künstlers und seines fotografischen Œuvres ein. Sie initiierten die wissenschaftliche Erforschung seines Werks und begleiteten 2002 die Gründung der Alfred Ehrhardt Stiftung, die seinen künstlerischen Nachlass betreut. Die Ausstellung zeigt etwa 50 zum Teil großformatige originale Fotografien und historische Dokumente aus den Sammlungsbeständen der Stiftung. Sie entsteht in Kooperation mit der Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin. Kuratorin: Simone Förster in Zusammenarbeit mit Christiane Stahl (Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin) Mit Sammlung+ präsentiert die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne seit 2019 Präsentationen mit Werken aus ihrem Bestand. Neuerwerbungen, Entdeckungen und nicht zuletzt thematische Schwerpunkte zeigen die Vielfalt der Bestände im Zusammenspiel mit Partnern und Stiftungen. (Bild: Alfred Ehrhardt, Bodenriffelungen, aus der Serie: Das Watt, 1933-1936 Silbergelatineabzug, 49,7 x 29,6 cm Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sibylle Forster © Alfred Ehrhardt Stiftung )
Ausstellungen | Ausstellung

Rebecca Horn

Haus der Kunst

Das sechs Jahrzehnte umfassende, transmediale Lebenswerk von Rebecca Horn (geb. 1944, Deutschland) befasst sich mit dem Thema der Existenz und der Verwischung der Grenzen zwischen Natur und Kultur, Technologie und biologischem Kapital sowie dem Menschlichen und Nichtmenschlichen. Ob man die Künstlerin als Erfinderin, Regisseurin, Autorin, Komponistin oder Poetin bezeichnen mag, allem voran versteht sie sich als Choreografin. Horn beschreibt ihre Praxis als präzise kalkulierte Beziehungen von Raum, Licht, Körperlichkeit, Ton und Rhythmus, die ein Ensemble bilden. Maschinenwerdung, Tier­werdung oder Erdwerdung in ihren performativen, skulpturalen und filmischen Arbei­ten zielen auf eine von Körpern erfahrbare Präsenz eines sichtbaren, fühlbaren und hörbaren Daseins. Die Ausstellung „Rebecca Horn“ entwickelt eine der Performativität gewidmete Lesart, die von ihren Anfängen bis zu den letzten Arbeiten erlebbar ist. Horn nutzt die Idee von Inkorporierung und schafft Sinnbilder technisch körperlicher Vernetzung seit ihren ersten Papierarbeiten in den 1960er Jahren, den frühen Performances und Filmen der 1970er Jahre über die mechanischen Skulpturen seit den 1980er Jahren und den raumgreifenden Installationen der 1990er Jahre bis heute. Virtuos verwobene Referen­zen aus Literatur, Kunst- und Filmgeschichte ziehen sich durch ihr gesamtes Lebens­werk. Horns Werk ist eine lebenslange und brisante Erkundung der voranschreitenden Dezentrierung des Menschen. Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Der Katalog erscheint bei Spector Books. Kuratiert von Jana Baumann mit Radia Soukni.
Ausstellungen | Ausstellungseröffnung

Pan Daijing. Eröffnung mit performativer Aktivierung

Haus der Kunst

Die Live-Ausstellung „Mute“ [Stumm] der Künstlerin und Komponistin Pan Daijing wird am 8.3.24 und 9.3.24 durch eine performative Aktivierung eröffnet. Während der Aktivierung sind die Besucher*innen eingeladen, den Ausstellungs­raum mit acht Tänzer*innen zu teilen. „Mute“ [Stumm] ist eine komplexe Komposition aus Klang, Licht und Bewegung und eine romantische Begegnung, die das Publikum, die Performer*innen, und die wenig genutzten Räume der Westgalerie im Haus der Kunst miteinander in Beziehung bringt. Eingebettet in eine Komposition, die virtuosen Gesang und elektronische Musik verbindet, tauchen immer wieder einzelne Stimmen auf und verebben wieder. Seit vielen Jahren ist die menschliche Stimme – ihre Individualität, aber auch ihre Unkontrollierbarkeit – ein zentrales Motiv in Pan Daijings Arbeit. Innerhalb dieses klanglichen Kontinuums kann sich das Publikum frei durch die von der Künstlerin gestaltete Landschaft bewegen. Es wird dadurch selbst Teil dieser Landschaft und wie die Künstlerin sagt: „Alles wird Musik“. Die Lichtsetzung inszeniert außergewöhnliche Blickachsen, die wie von Geisterhand Silhouetten zart umrahmt und lange Schatten wirft. Die Tänzer*innen erscheinen als Schatten; sie changieren zwischen Subjekt und Objekt, lebendigem Körper und Standbild. Ihre entschleunigten Bewegungen beschwören ein Szenario sich beständig verändernder Gegenwart herauf. Die Dunkelheit, in der alles weniger differenziert erscheint, erlaubt den Besucher*innen, ihren eigenen Assoziationen zu folgen und Pan Daijings poetische Bilder selbst weiterzudenken. Pan Daijing komponiert mit immateriellen Materialien wie Zeit und Zeitlichkeit und verwebt die verschiedenen, parallel laufenden Situationen zu einer emotionalen Erzählung über die menschliche Verletzlichkeit. Die Aktivierung von „Mute“ [Stumm] wird performt von den Tänzer*innen Amie Jammeh, Chihiro Araki, Cary Shiu, Camilla Brogaard, Kelvin Burkard, Leah Katz, Wai Lok Chan und Pan Daijing. Bitte kaufen Sie ihr Ticket im Voraus online. Eintritt: 20 € | Freie Teilnahme mit der Jahreskarte 365 Live
Ausstellungen | Ausstellung

Liliane Lijn. Arise Alive

Haus der Kunst

Seit mehr als sechs Jahrzehnten beschäftigt sich Liliane Lijn (geb. 1939, New York City, USA) mit der Schnittstelle zwischen Bildender Kunst, Literatur und wissenschaftlichem Denken. Sie hat ein umfangreiches Werk geschaffen, das Skulpturen, ortsbezogene Installationen, Gemälde und bewegte Bilder umfasst. Ihr Werk zeigt eine Verbundenheit mit surrealistischen Ideen, antiken Mythologien und feministischem, wissenschaftlichem und sprachlichem Denken. Ein Schwerpunkt von Lijns Arbeit ist die Frage, wie das Un­sicht­bare sichtbar gemacht werden kann, wobei Lijn neueste Materialien einsetzt und mit Reflexion, Bewegung und Licht experimentiert. Wie sie erklärt, wolle sie „die Welt in Form von Licht und Energie sehen”. Sie erforscht die Unsichtbarkeit, indem sie die Visualisierung von elektronischen Wellen, Kräften, Vibrationen, Licht und Klang nutzt. „Ich wollte, dass die Menschen den Klang sehen”, so Lijn. Die Ausstellung im Haus der Kunst ist die erste institutionelle Einzelausstellung dieser Größenordnung, in der Liliane Lijn ihre Malerei, Zeichnungen, Skulpturen, Filme und Installationen präsentiert. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen ihre skulpturalen Arbeiten aus den 1980er Jahren sowie ein Überblick über ihr Œuvre mit Werken aus den späten 1950er Jahren bis heute. Beeinflusst von der zweiten Welle des Feminismus und ihren eigenen Erfahrungen als Frau, konzentriert sich Lijn zunehmend auf die mensch­liche Form und den weiblichen Körper. In ihren Skulpturen aus den 1980er Jahren präsentiert Lijn futuristische und weibliche Archetypen, die teils maschinell, teils tierisch und teils pflanzlich sind und aus weichen Staubwedeln, Kunstfasern und industriellen Materialien wie Klavierdraht, Stahl und optischen Glasprismen bestehen. Diese Arbeiten spiegeln ihre kontinuierliche Erfor­schung einer neuen, weiblichen Form wider. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien entwickelt. In Verbindung mit der Ausstellung wird eine Monografie über Liliane Lijn in Zusammenarbeit mit dem mumok herausgegeben. Kuratiert von Emma Enderby mit Teresa Retzer.
Ausstellungen | Ausstellung

Pan Daijing. Mute

Haus der Kunst

Die Live-Ausstellung der Künstlerin und Komponistin Pan Daijing (geb. 1991, Guiyang, China) umfasst Choreografie, architektonische Intervention, Klang und Video. Ihre bisher größte Einzelausstellung kann wie eine Landschaft aus installativen und performativen Elementen erkundet werden. Sie lädt das Publikum zu einer Reise ein, die sich über die gesamte Westgalerie und über die Grenzen des Gebäudes hinaus erstreckt. Daijings Arbeiten entwickeln eine symbiotische Beziehung zu den Räumen, in denen sie sich entfalten. Die für das Haus der Kunst geschaffenen Installationen integrieren Material und architektonische Elemente des Gebäudes, richten den Blick neu aus und erschließen bisher unbeachtete Bereiche des Gebäudes. In einer Choreografie, die Stille und Lebendigkeit erforscht, setzt ein vielköpfiges Performance-Ensemble zu Beginn der Ausstellung einen Prozess der Transformation in Gang. Die darauffolgenden Aktivierungen, die während der gesamten sechswöchigen Laufzeit der Ausstellung stattfinden, verschieben Gegensätze wie Innen und Außen, oder verlangsamen die Geschwindigkeit der Zeit. Das Publikum ist eingeladen einzutauchen und diesen Spuren zu folgen oder sie zu verwischen. In Verbindung mit der Ausstellung wird eine Monografie über Pan Daijing in Zusammenarbeit mit Tai Kwun Contemporary ver­öffentlicht. „Mute“ ist eine Auftragsarbeit von Haus der Kunst München. Mit zusätzlicher Unterstützung von Y.D.C. und JNBY. Die Performance ist zusätzlich unterstützt durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, das Goethe-Institut und die Kemmler Foundation, eine Initiative von Kemmler Kemmler GmbH. Kuratiert von Sarah Johanna Theurer mit Lydia Antoniou, Emma Enderby und Andrea Lissoni (Abbildung: © Pan Daijing)
Ausstellungen | Ausstellung

Luisa Baldhuber. Afterglow

Haus der Kunst

Afterglow [Nachglühen] umhüllt uns mit den Farben eines sich stetig wiederholenden Sonnenauf- bzw. untergangs. Die immersive, ortsspezifische Installation von Luisa Baldhuber ermöglicht eine Form der körperlichen Erfahrung, die sich über den Zeitraum der Betrachtung hin entfaltet. Die sich verändernden Farben des künstlichen Lichts beeinflussen dabei die Wirkung der malerischen Komposition an den Wänden, wodurch ein dynamisches Landschaftsbild entsteht. Die Farbebenen suggerieren eine optische Erweiterung des Raums, die Landschaft, Horizont oder Himmel andeuten. Durch die wechselnden, atmosphärischen Farbstimmungen, die über das Zusammenspiel aus Licht- und Wandfarben entstehen, erinnert das abstrahierte Himmelsbild an Momente in der Natur und lässt uns für einen Augenblick träumen. Der Moment der Erinnerung, auf den auch der Titel anspielt, fügt den Komponenten Licht, Malerei und Raum, noch eine weitere, vielschichtige Ebene hinzu: die Zeit. Die Zeiterfahrung manifestiert sich dabei sowohl in der individuellen Wahrnehmung als auch in der Erinnerung an das reale Naturschauspiel. Afterglow greift den minimalistischen Stil des Light and Space Movement auf, das Baldhubers künstlerisches Schaffen stark inspirierte. Die Bewegung formierte sich in den 1960er Jahren an der Westküste der USA (als eine Art Gegenbewegung zum Minimalismus der Ostküste) und verarbeitete, beeinflusst von den Licht- und Natureindrücken Kaliforniens, in zunehmend immersiven Installationen die unterschiedlichen Eigenschaften des Lichts. Baldhuber greift mit Afterglow aber auch die Ideen rund um die Gestaltung des benachbarten Englischen Gartens auf und überträgt diese als Rauminstallation in den Personaleingang des Haus der Kunst. Trotz der angestrebten Nähe zur Natur handelt es sich bei einem englischen Garten um einen künstlich angelegten Park, der sich an der Ästhetik einer idealisierten Natur orientiert. In diesem Sinne steht das Prinzip des Englischen Gartens für eine sich zunehmend industrialisierende, rationale und sich sozial drastisch verändernde Gesellschaft des 18. und 19. Jahrhundert. Der starke Kontrast zwischen dem vermeintlich „wilden“ Naturpark, der neoklassizistischen, zur Zeit des Nationalsozialismus gebauten Architektur des Haus der Kunst und dem nicht-repräsentativen Durchgangsraum, wird in der Installation Afterglow bewusst in ein Zusammenspiel gebracht, das auf vielfältige Weise unsere Wahrnehmung von Innen und Außen hinterfragt. Indem die Künstlerin die Illusion eines Naturphänomens malerisch und mittels Licht in einen gegebenen Ort integriert, stellt sie die ursprüngliche Architektur in Frage. Damit versucht Baldhuber nicht nur räumliche Grenzen zu sprengen. Vielmehr geht es ihr darum, unser Bewusstsein für die Dinge zu sensibilisieren, die wir sehen und auf Grund dessen meinen zu kennen. Das sich täglich vollziehende und dennoch spektakuläre Ereignis des Sonnenauf- und untergangs ist dafür ein essentielles poetisches Bild. Die Ausstellung befindet sich im Personaleingang. Dieser ist über den Parkplatz hinter dem Haus der Kunst erreichbar. Mit den Einzelausstellungen im Personaleingang erschließt das Haus der Kunst einen bisher verborgenen Raum. Die ortsspezifische Neuproduktionen der Ausstellungsreihe dienen nicht nur als Anregung für die Mitarbeiter*innen auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit, sondern unterstreichen auch die Bedeutung der Förderung aufstrebender Künstler*innen aus München. Kuratiert von Anna Schneider. Wir danken Erich Gassmann Architekten, Bernd Paul Sommer Elektrotechnik und der ERES Stiftung für die Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts.
Ausstellungen | Ausstellung

ArtMuc 2024 - Frühjahrsmesse

ArtMuc

Die Vielfalt der Kunst auf der ARTMUC Kunstmesse vom 12. bis 14. April 2024 erleben Auch in diesem Jahr eröffnet die ARTMUC Kunstmesse, Bayerns größter Kunstevent, den Münchner Kunstfrühling im Münchner Norden und präsentiert die Vielfalt aktueller Strömungen des Kunstmarkts. ARTMUC – die Entdeckermesse für Kunst Die ARTMUC hat sich in den letzten 10 Jahren zu Bayerns größter Entdeckermesse und Verkaufsplattform für zeitgenössische Kunst entwickelt. Das erklärte Ziel der ARTMUC ist es, jungen aufstrebenden KünstlerInnen eine Plattform zu geben, um sich einer breiten Öffentlichkeit gegenüber zu präsentieren und ihre Kunst auch direkt verkaufen zu können. „Gerade die aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen beschäftigen uns immer mehr im alltäglichen Leben und Beeinträchtigen unsere Wahrnehmung. In solchen Zeiten ist es wichtig, innezuhalten und sich auch mal den schönen Dingen im Leben zu widmen. Kunst soll inspirieren, zum Nachdenken anregen und motivieren. Das kommt aktuell zu kurz und wir möchten das mit der internationalen Vielfalt auf der ARTMUC für ein paar Tage in den Mittelpunkt rücken.“ erklärt der Veranstalter Raiko Schwalbe. Für die beiden Ausgaben in 2024 haben sich erneut knapp 400 KünstlerInnen aus mehr als 15 Ländern beworben. Für die Teilnahme bei der aktuellen Ausgabe vom 12. - 14. April hat die Jury für die Frühjahrsausgabe 150 KünstlerInnen und 15 Galerien und Kunstprojekte ausgewählt. Das dabei präsentierte Spektrum reicht von Malerei, Skulpturen, Collagen, Fotografien bis hin zu digitaler Kunst. Zusätzlich zur Kunst wird der neue Bereich „Functional Art and Design“ auch bei der aktuellen Ausgabe der Kunstmesse einen hohen Stellenwert haben. Nach der erfolgreichen Kooperation mit der Meisterschule für Mode, Designschule München wird die ARTMUC Kunstmesse im April mit der AMD Akademie Mode & Design die bestehende Präsentation der Anwendung von Kunst und Design erweitern und mit der Klasse von Prof. Arnold Gevers vom Fachbereich Modedesign eine neue Ausstellung zum Thema Mode präsentieren. Die ARTMUC fokussiert eine deutliche Steigerung der Sichtbarkeit von KünstlerInnen und deren Förderung sowie der Außenwahrnehmung Münchens als Kunst- und Kulturstadt. Öffnungszeiten: Fr., 12.04.24 / 19:00 – 22:00 Uhr Sa., 13.04.24 / 11:00 – 19:00 Uhr So., 14.04.24 / 11:00 – 18:00 Uhr Eintritt: Neu: 1x zahlen – an allen Tagen die ARTMUC besuchen können Erwachsene einmalig 16 EUR (Zutritt an allen Tagen) / Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben freien Eintritt Innerhalb der ersten Stunde nach Öffnung kostet der Eintritt für das Tagesticket nur 12 EUR. Anfahrt: ca. 1.000 PKW-Parkplätze vor Ort U2 – Station Frankfurter Ring (plus ca. 7 Min zu Fuß zur Location in Richtung Ingolstädter Straße) Bus Linien 140 / 141 / 177 – Station Ingolstädter Straße
Ausstellungen | Ausstellung

Cy Twombly im Museum Brandhorst

Museum Brandhorst

Das Museum Brandhorst in München verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen von Werken des US-amerikanischen Künstlers Cy Twombly (1928-2011). Ihm ist die Ausstellung im gesamten Obergeschoss des Museums gewidmet. Zu den Highlights des einzigartigen Bestandes zählt neben dem Rosensaal der Lepanto-Zyklus mit einem eigens dafür geschaffenen Raum. Die Ausstellung im Obergeschoss spannt einen umfassenden Bogen von den Frühwerken Cy Twomblys bis zu seinen letzten Arbeiten. Aufgeladene, abstrakte Formen, malerische Gesten und Annäherungen an das Schreiben sind wiederkehrende Motive im Œuvre Twomblys. Die auf zumeist weißen, oft verschmutzt wirkenden Bildgründen aufgetragenen krakeligen Linien lassen dabei an New Yorker Graffiti ebenso denken wie an Inschriften und Einritzungen römischer Ruinen. Diese und weitere Anspielungen auf seine Wahlheimat Italien und die mediterrane Kultur sind als Topoi in seinen Werken zu finden. Der „Lepanto“-Zyklus Der monumentale „Lepanto“-Zyklus (2001) ist ein Hauptwerk Cy Twomblys, bestehend aus zwölf Gemälden, die dauerhaft im Lepanto-Saal im Museum Brandhorst ausgestellt werden. Der Saal wurde nach den Wünschen des Künstlers eingerichtet. Ungewöhnliche Farbakkorde in einer breiten Palette von Gelb-, Rot-, Türkis- und Aquamarintönen bestimmen die Dramatik der Bildfolge, die eine der symbolträchtigsten Seeschlachten der Geschichte thematisiert: Am 7. Oktober 1571 besiegte die Heilige Liga, eine Allianz aus spanischen, venezianischen und päpstlichen Truppen die Flotte der Osmanen bei Lepanto (dem heutigen Naupaktos) am Golf von Korinth. Die Bilder sind in abwechselnder Folge von Einzelmotiven und Serien gestaltet: Das erste, vierte, achte und zwölfte Gemälde erscheinen wie Blicke auf Bootsrümpfe aus der Vogelperspektive, die durch die Farbigkeit zugleich den Eindruck von Flammen oder klaffenden Wunden erwecken. In den drei dazwischenliegenden Sequenzen deutet sich die Dramaturgie einer Schlacht an: Von der gespannten Ruhe vor Beginn der Auseinandersetzung über die Farbexplosionen im Zentrum bis hin zu den rot eingefärbten Tafeln am Ende. Bei Twombly entfällt eine Parteinahme: die Schiffe formen keine gegnerischen Flotten, sie kämpfen und siegen nicht, sie verbrennen nur und versinken in den meerblauen Lasuren.
Ausstellungen | Ausstellung

This Is Me, This Is You. Die Eva Felten Fotosammlung

Museum Brandhorst

Mit ihrer großzügigen Schenkung bereichert die Münchner Sammlerin Eva Felten den Bestand des Museums Brandhorst um weit über 400 Werke von mehr als 140 Künstler:innen von den 1930er-Jahren bis zur unmittelbaren Gegenwart. Ikonische wie ergreifende fotografische Arbeiten von Diane Arbus (1923–1971), Isaac Julien (*1960) und LaToya Ruby Frazier (*1982) fügen sich dabei wie ein fehlendes Puzzleteil in den Sammlungsbestand des Museums. Die Ausstellung „This Is Me, This Is You“ gibt einen erstmaligen Einblick in dieses Konvolut international bedeutender Fotografien, das über vier Jahrzehnte hinweg gewachsen ist. Seit dem Beginn ihrer Sammelleidenschaft in den späten 1980er-Jahren konzentriert sich Eva Felten insbesondere auf die Darstellung von Menschen – eine Schwerpunktsetzung, die sie in den letzten Jahren konsequent weitergeführt hat und die die Sammlung in dieser Form einmalig macht. Was die Fotografien eint, ist der sensible Blick auf das einzelne Individuum, auf unterschiedliche Lebensentwürfe, politische Haltungen und innere Konflikte, sodass sich in der Gesamtschau ein vielfältiges Panorama von Menschenbildern offenbart. In sieben thematischen Kapiteln und einer Auswahl von rund 140 Arbeiten werden in der Ausstellung berührende Porträts, bekannte Werke der Street Photography und der sozialkritischen Fotografie sowie konzeptuelle Werke und bedeutende Positionen der Appropriation Art gezeigt. Die Schau beschäftigt sich mit den vielschichtigen Blickbeziehungen, die sich in die Fotografie und vor allem in die fotografische Darstellung von Menschen einschreiben. Unsere persönliche Sicht prägt maßgeblich unsere Wahrnehmung, Interpretation und Kontextualisierung von Bildern. Demnach geht es nicht nur um den physischen Standpunkt und die visuelle Perspektive im Moment der Aufnahme, sondern auch um die soziale und politische Position der Fotograf:innen. Die Begegnung mit den Fotografien in der Ausstellung bedeutet also sowohl eine mit den Abgebildeten als auch mit den Schöpfer:innen der Bilder selbst. Titelgebend für die Präsentation ist eine Arbeit von Roni Horn (*1955). Die US-amerikanische Künstlerin hat mit „This Is Me, This Is You“ (1997-2000) ein Schlüsselwerk geschaffen, das sich mit Fragen nach der Flüchtigkeit von Identität ebenso auseinandersetzt wie mit der Präsenz von Fotograf:innen innerhalb ihrer Werke. Kuratiert von Dr. Monika Bayer-Wermuth (Bild: © Roni Horn. Courtesy die Künstlerin und Hauser & Wirth)
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Von Andy Warhol bis Kara Walker. Szenen aus der Sammlung Brandhorst

Museum Brandhorst

Kunst kann uns berühren, empören, erfreuen. Sie kann uns zweifeln oder träumen lassen, sie kann uns überraschen und zum Staunen bringen, und manchmal lässt sie uns mit neuen Fragen zurück. Die Ausstellung mit Werken der Sammlung Brandhorst tut all das. Sie arbeitet mit Gegensätzen und Wahlverwandtschaften, mit historischen Korrespondenzen und verbindenden Themen. Dabei stellt sie Klassiker der Sammlung von Andy Warhol und Alex Katz bis Jean-Michel Basquiat in Dialog mit spektakulären Neuerwerbungen aus den letzten Jahren: Werke von Jana Euler, Keith Haring, Louise Lawler, Pope.L, Kara Walker und vielen mehr werden erstmalig im Museum präsentiert. Den Auftakt der neuen Sammlungspräsentation bilden Andy Warhol und seine Faszination für Porträts und changierende Selbstdarstellungen. Seine seit den 1960er-Jahren entstandenen Siebdrucke und Gemälde zeigen berühmte Persönlichkeiten wie Jackie Kennedy, Mick Jagger, Elvis Presley und Liz Taylor in bunten Farben und starken Posen. Doch keine der Biografien dieser Stars verlief ohne Katastrophen, subtil schlägt sich dies auch in den Bildern nieder. Marilyn Monroe, die vielleicht bekannteste Ikone in Warhols Werk, verewigte der Künstler in seinem Gemälde „Round Marilyn“ (1962) kurz nach ihrem Tod. Doch die Ausstellung zeigt, dass auch andere Künstler:innen auf die zwischen Selbstdarstellung und Verlorenheit oszillierende Figur reagieren: Richard Avedon hält beispielsweise jenen Moment nach einem offiziellen Fotoshooting fest, in dem das Gesicht der Schauspielerin die traurige Leere hinter der glamourösen Fassade enthüllt. Keith Haring verwandelt Monroes Porträt in eine Fratze, während Sturtevant es in tiefes Schwarz taucht. Louise Lawler fotografierte Warhols „Round Marilyn“ 1988, als das Werk in einem Auktionshaus zum Kauf angeboten wurde. Indem sie es mit einem Preisschild versieht, erinnert Lawler daran, dass unser Blick auf Kunst nie unschuldig ist, sondern durchsetzt von Prestige und Kapital. In den anschließenden Räumen wechseln sich monografische Präsentationen mit thematischen Schwerpunktsetzungen ab. Alex Katz, Sturtevant und Jana Euler denken über Strategien der Selbstdarstellung nach; Robert Gober, Arthur Jafa, Louise Lawler und Bruce Nauman machen offene und versteckte Gewalt sichtbar; Jean-Michel Basquiat, Mike Kelley, Pope.L, Raymond Saunders und Kara Walker nehmen Rassismen und soziale Ungerechtigkeiten in den Blick, während Thomas Eggerer, Jacqueline Humphries und Sigmar Polke über Formen des politischen Protests reflektieren. In ihrer Vielstimmigkeit zeigt die Ausstellung, dass Kunst nicht nur schön und unterhaltsam ist. Gerade in ihrem Verhältnis zu gesellschaftlichen Fragen führen uns Kunstwerke ganz verschiedene Lebenswirklichkeiten und Perspektiven vor Augen. Und sie fordern uns auf, selbst Position zu beziehen. „Ich glaube“, so der US-amerikanische Künstler Pope.L, „dass Kunst das Alltägliche in neue Rituale überführt und uns so einen frischen Blick auf unser Leben eröffnet. Diese Erkenntnis gibt Lebendigkeit und Kraft, die Welt zu verändern.“ (Bild: Andy Warhol, Rolling Stones – Love You Live (Mick Jagger), 1975; © 2023 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York)
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Museum Brandhorst

Das Museum Brandhorst wurde 2009 eröffnet und ist damit die jüngste Institution der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Seit seiner Eröffnung konnte sich das Museum als zentraler Ort der Gegenwartskunst in Deutschland etablieren. In Sammlungs- und Wechselausstellungen widmet es sich der Präsentation zeitgenössischer Kunst und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung mit den Künstler:innen sowie aktuellen Fragestellungen.
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Spitzentreffen - Werke der Neuen Pinakothek in der Sammlung Schack

Sammlung Schack

Das Gebäude der Neuen Pinakothek muss nach vier Jahrzehnten Museums- und Ausstellungsbetrieb grundlegend technisch saniert werden. Das Museum ist deshalb für mehrere Jahre geschlossen. Während dieser Zeit sind ausgewählte Hauptwerke der Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts in der Alten Pinakothek und in der Sammlung Schack ausgestellt. Die Auswahl spannt den Bogen vom Klassizismus und der Romantik bis zur beginnenden Moderne. Die Neue Pinakothek besitzt berühmte Gemälde von Carl Spitzweg, Moritz von Schwind, Carl Rottmann, Arnold Böcklin und Anselm Feuerbach. Diese treffen in der Sammlung Schack auf den umfangreichen Bestand an Werken derselben Maler, die Adolf Friedrich Graf von Schack erworben hat. In der Sammlung Schack treten die Originale jetzt in eine spannungsreiche Wechselwirkung und beleuchten eine wichtige Facette der (Kunst-)Geschichte des 19. Jahrhunderts. In unseren Führungen setzen wir die Bilder in einen Dialog. Warum sammelte Graf Schack bestimmte Motive dieser Künstler? Was sind die besonderen Eigenschaften der teils in München, teils in Rom und andernorts entstandenen Werke?
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Von Goya bis Manet

Alte Pinakothek

Das Gebäude der Neuen Pinakothek muss nach vier Jahrzehnten Museums- und Ausstellungsbetrieb grundlegend technisch saniert werden. Das Museum ist deshalb für mehrere Jahre geschlossen. Während dieser Zeit sind ausgewählte Hauptwerke der Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts in der Alten Pinakothek und in der Sammlung Schack ausgestellt. Die Auswahl spannt den Bogen vom Klassizismus und der Romantik bis zur beginnenden Moderne. Unter dem Titel „Von Goya bis Manet“ umreißen rund 90 Gemälde und Skulpturen das Spektrum vom ausgehenden 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert. Mit dem temporären Umzug der Meisterwerke aus der Neuen Pinakothek in die Alte Pinakothek bietet sich die einmalige Gelegenheit, die berühmtesten Gemälde dieser beiden Häuser vereint unter einem Dach zu erleben.

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