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Ausstellungen | Museum

Maria VMier

Haus der Kunst

Die in München und New York ansässige Künstlerin Maria VMier (geb. 1985, Passau) gestaltet ein neues Auftragswerk, das sich über verschiedene Orte innerhalb des Haus der Kunst erstreckt. Inspiriert von mündlichen Überlieferungen von Mitarbeitenden, die seit Jahr­zehnten im Haus tätig sind, arbeitet VMier vor Ort an einer Konstellation mit­einander ver­bundener Kunstwerke: einer ortsspezifischen Installation am Personal­ein­gang, parasitär anmutenden Skulpturen, einer neuen Serie von Arbeiten auf Papier sowie einem eigens für diesen Anlass produzierten Künst­­ler*­innen­buch. Im Mittelpunkt der künstlerischen Praxis von Maria VMier steht die Malerei, die sich von Schreib­gesten und vielgestaltigen, eigenwilligen Markierungen hin zu kom­plexen For­­­ma­­tio­nen entwickelt hat, die ständig in Bewegung scheinen. Für VMier ist die Malerei nicht nur ein Ort der Verkörperung oder des Ausdrucks, sondern auch eine Praxis der For­schung, Er­fahrung und des (Ver-)Lernens. Ihre künstlerische Tätigkeit umfasst kontextspezifische und ge­mein­­schafts­orientierte Arbeiten ebenso wie Installationen, Künstler*innenbücher und Objekte. Das Zentrum ihres Schaffens bildet der Körper als Werkzeug des Wissens – ein Ort poli­ti­scher Auseinandersetzung wie auch der Freude. Wiederkehrende Themen sind die Bedingungen künst­ler­ischen Arbeitens, die Dynamik von Macht und Begehren, Institutionen als form­bare Struk­turen und die Beschäftigung mit der Natur, dem Unsichtbaren und dem Un­be­kannten. Kuratiert von Xue Tan (Bild: Maria VMier, linking one to the other, holding their difference [∞], 2024-25, Pigmentierte Kalligraphietinte, Tusche, Pigmente, Graphit, Vinyl und Acryl auf Butcher Paper, 500 × 355 cm; Foto: Maria VMier
Ausstellungen | Ausstellung

Tao Schirrmachers Sammlung. Eisbach Treasures

Haus der Kunst

Seit 2008 taucht Tao Schirrmacher, Europameister im Flusssurfen, auf den Grund des Münch­ner Eisbachs hinab, um verlorene Gegenstände ans Licht zu bringen. Was mit einem wertvollen -Goldring begann, ist seitdem zu einer beeindruckenden Sammlung von Fund­stücken und Artefakten angewachsen: Schmuck, Autoschlüssel, Uhren, Pa­tro­nen und Luft­pistolen aus dem Zweiten Weltkrieg, Devotionalien, Werkzeuge, Tele­fone, Foto­appa­­rate, Filmaufnahmen und vieles mehr. Wie die Gegenstände selbst, scheinen auch ihre Geschichten versunken und ver­gessen, tief unter der Oberfläche verborgen. Doch nicht ihr materieller, sondern ihr emo­tio­naler und historischer Wert macht sie bedeutsam. Ein Gegenstand wird wertvoll, weil er Erinnerungen in sich birgt, Geschichten erzählt und Beziehungen zu Menschen, Or­ten, Erlebnissen oder besonderen Momenten herstellt. Die Präsentation dieser Sammlung ent­stand aus dem Wunsch heraus, diesen Objekten ihre Geschichten zurückzugeben – oder neue über sie zu erzählen. Die Ausstellung schafft weitere Verbindungen und Assoziationen zwi­schen dem Haus der Kunst, dem Eisbach und dem Engli­schen Garten. Kuratiert von Sabine Brantl (Bild: Tao Schirrmachers Sammlung. Eisbach Treasures Foto: Tao Schirrmacher )
Ausstellungen | Ausstellung

Steina: Playback

Haus der Kunst

„Steina: Playback“ ist die erste Retrospektive von Steina (geb. 1940, Reykjavík, Island) in Deutsch­­land, einer Wegbereiterin der Video- und Medienkunst. Als klassisch ausge­bil­de­te Violinistin wandte sie sich Ende der 1960er-Jahre dem Medium Video zu und näh­erte sich ihm mit musikalischer Sensibilität. In ihrer Praxis erzeugt sie Bilder durch Klang und umgekehrt. Video wird zur Schwingung, zu einem Strom, der einzelne Elemente in erfahrbare Umgebungen verwandelt. Steina bringt Rhythmus und Resonanz in ihre elek­tronischen Experimente ein und behandelt das Signal als ein Medium, das die Wahr­neh­mung in etwas Veränder­liches und Lebendiges transformiert. Von den frühen dokumen­ta­rischen Experimenten bis hin zu raumgreifenden Mehr­ka­nal-Installationen bezeugt die Ausstellung Steinas lebenslanges Streben nach dem, was sie als „maschinelles Seh­en“ bezeichnet: eine spielerische, nicht anthro­pozen­tri­sche Perspektive, die die Wahr­nehmung über die Grenzen des Menschlichen hinaus er­wei­tert. Ihre Praxis verlagerte sich von den Landschaften Islands in die experi­men­tellen Infra­­struk­turen von New York und Buffalo. Heute werden ihre Arbeiten in den wichtig­sten Institutionen der Medien­kunst in ganz Europa gezeigt. „Playback“ steht in Resonanz mit unserem weiteren Programm, das generations­übergreifend ausgerichtet ist und bei dem Klang und Musik ein polyfones Rückgrat der Ausstell­ungs­gestaltung bilden. Steinas Environments entfalten sich wie Partituren: Stim­men brechen in Loops, Bilder dehnen sich in rhythmischen Intervallen aus, und Land­schaf­ten schwingen kontrapunktisch mit. Jedes Werk komponiert sich gleichsam selbst in Abhängigkeit von seinem Beziehungsgeflecht – es verändert sich, wird frag­mentiert und polyfon. Steinas Werke bleiben stets offen, sind nie abgeschlossen und tragen ihren Rhythmus weiter wie Echos in einer fortlaufenden Partitur, in der Kunst und Wahr­neh­mung lauschen, sich anpassen und ständig neu orch­estriert werden. Die Ausstellung wird vom MIT List Visual Arts Center in Zusammenarbeit mit dem Buffalo AKG Art Museum organisiert. Sie wird co-kuratiert von Natalie Bell, MIT List Visual Arts Center, und Helga Christoffersen, Buffalo AKG Art Museum. Die ko­or­di­nie­ren­den Kuratorinnen im Haus der Kunst sind Lydia Antoniou und Marlene Mützel. (Bild: Steina: Summer Salt, 1982 (still) Einzelkanal-Video mit Ton; 19:10 min., Courtesy the artist and BERG Contemporary, Reykjavík)
Ausstellungen | Ausstellung

Archives in Residence: KEKS

Haus der Kunst

Ende der 1960er Jahre begann eine Gruppe junger Kunstpädagog*innen aus dem Umfeld der Münchner Kunstakademie, die Kunstpädagogik grundlegend zu verändern. Unter dem Namen KEKS – Kunst, Erziehung, Kybernetik, Soziologie – verließen sie das Klassenzimmer, um den Stadtraum als lebendigen Erfahrungsort zu nutzen. Sie setzten auf aktives Handeln statt auf passive Rezeption. Mit Aktion als zentralem Element hinterfragten sie Kunst und Gesellschaft und bewegten sich im Zwischenfeld von Kunst und Kunstdidaktik. Im Jahr 1970 wurde KEKS zur 35. Biennale in Venedig eingeladen. Mit ihrem Beitrag „Biennale Bambini“ erlangten sie überregionale Bekanntheit. 1972 wurde KEKS auch im Haus der Kunst aktiv. Für die Ausstellung „Weltkulturen und moderne Kunst anlässlich der Olympischen Spiele“, konzipierte die Gruppe ein Kinder- und Jugendzentrum. Dabei wurde das Museum bewusst als Aktionsraum verstanden, um junge Besucher*innen aktiv in Kunst und Kulturen einzubeziehen – ein innovativer Ansatz, der die Rolle des Museums als spielerisches Lernfeld neu definierte. Die Ausstellung in der Archiv Galerie wird im Rahmen der umfassenden Ausstellung „Für Kinder. Kunstgeschichten nach 1968“ gezeigt und bildet deren historischen Ausgangspunkt. Sie präsentiert weitgehend unveröffentlichtes Material aus den Archiven der KEKS-Mitglieder. Viele ihrer Aktionen sind auch heute noch erstaunlich aktuell. Kuratiert von Sabine Brantl
Ausstellungen | Ausstellung

Das Museum

Urweltmuseum Neiderhell

Im Urweltmuseum Neiderhell werden auf über 460 m² Ausstellungsfläche mehr als 2.800 Fossilien und Mineralien gezeigt. Schautafeln geben dem Besucher darüber hinaus die erforderlichen Hintergrundinformationen. Im Urweltmuseum findet der Besucher Fossilien aus einigen der folgenden Epochen: - PRÄKAMBRIUM 3 Mrd. Jahre - KAMBRIUM 550 Mio. Jahre - ORDOVIZIUM 500 Mio. Jahre - SILUR 440 Mio. Jahre - DEVON 410 Mio. Jahre - KARBON 360 Mio. Jahre - PERM 290 Mio. Jahre - TRIAS 250 Mio. Jahre - JURA 200 Mio. Jahre - KREIDE 140 Mio. Jahre - TERTIÄR 65 Mio. Jahre - QUARTÄR 2 Mio. Jahre Die Ausstellungsstücke stammen aus Fundorten innerhalb Deutschlands: - Sengental, Oberpfalz - Jeckenbach und Niederkirchen, Rheinland Pfalz - Holzmaden, Omden, Balingen und Hechingen, Schwäbische Alb - Eichstätt, Solnhofen, Langenaltheim und Monheim, Altmühltal - mehreren Fundorten in den Alpen sowie aus Fundorten in Wyoming (Green River Formation), Brasilien, Mongolei, Rumänien und verschiedenen anderen Ländern. Besondere Attraktionen sind ein versteinerter Hai aus der PERM Zeit und der Abdruck einer Paddelechse. Die meisten Ausstellungsstücke wurden in jahrelanger Handarbeit selbst präpariert. Außerdem finden sich für Kinder auch lebende Riesenschildkröten, Emus, Katzen und Fische im Museum.
Ausstellungen | Installation

pong & pengo

Münchener Biennale

Aus Restmaterialien der Musiktheaterproduktionen entsteht Neues. Das Kollektiv pong & pengo agiert an der Schnittstelle von Baukultur, bildender Kunst und Musik und erzählt die Münchener Biennale mit ihrem Kiosk PONG im öffentlichen Raum weiter. SO 10.05. 06:05 - 07:05 FR 15.05. 06:15 - 07:15 Polt-Suppe Well bekomm's! Eine Zeremonie für Frühaufsteher*innen ohne Polt&Well, dafür mit Schleicher&Jazdi. Bitte eigene Suppenschüssel mitbringen. Findet nur bei schönem Wetter statt. SA 09.05. 11:00 - 15:00 SO 10.05. 11:00 - 15:00 MO 11.05. 16:00 - 20:00 DI 12.05. 16:00 - 20:00
Ausstellungen | Installation

Arche

Münchener Biennale

Where to put the mind? Kampfkunst schreibt sich in Körper, Kunst, Dokumente und Objekte ein. Sie werden zum Archiv einer Praxis, geprägt von Rhythmen, Bewegung, Atem und Konzentration. Komponist Eugene Birman und Librettistin und Regisseurin Katharina Schmitt lenken in ihren Recherchen den Fokus auf die Ursprünge und die zeitgenössische Ausführung von Kung-Fu und suchen nach Verbindungen zum Gesang. In „ARCHE“ wird dieses Wissen in einen musikdramatischen Kontext gesetzt und als Installation für das Publikum frei begehbar. Komposition: EUGENE BIRMAN Libretto und Regie: KATHARINA SCHMITT Mediendramaturgie: CHRISTOPH WIRTH Coding: LEOSON CHEONG Kungfu-Performer: ALBERT LAW, KELVIN MAK, PAN LINGJUAN Sänger*innen Soundtrack: ERATO SOLOISTS ANNA PIROLI, GIULIA BERTINI, MASSIMO LOMBARDI Soundtrack Produktion und Sounddesign: ANANDI BHATTACHARYA Künstlerische Beratung: JEFFREY SHAW Licht: VÁCLAV HRUŠKA Eine Stimme (Sopran): OLGA SIEMIENCZUK Koproduktion der Münchener Biennale und der Hong Kong Baptist University and Innovation and Technology Commission, The Government of the Hong Kong Special Administrative Region of the People’s Republic China. Produktionsauftrag der Landeshauptstadt München zur Münchener Biennale. Freier Eintritt
Ausstellungen | Installation

Mineral Amnesia

Münchener Biennale

„Mineral Amnesia“ untersucht die Entwicklung und den Zerfall früher löschbarer programmierbarer Speicher durch Klang. In Quarzfenstern eingeschlossene EPROMs – heute obsolete Mikrochips – verlieren ihre Daten, wenn sie Licht ausgesetzt werden. Die Installation rettet verschiedene Generationen dieser Chips und spielt sie unter UV-Licht ab, bis ihre Klänge langsam erodieren und schließlich verschwinden. Das Werk durchquert das digitale dunkle Zeitalter aus der Perspektive eines veralteten technischen Geräts. 1971 erfunden, etwa zur gleichen Zeit wie der Mikroprozessor, stellten EPROMs einen wichtigen Fortschritt in der Computertechnik dar. Ihre weite Verbreitung beschleunigte das technologische Wachstum, führte jedoch auch dazu, dass Daten in alten Hardwarekörpern eingeschlossen blieben. Heute landen viele dieser Geräte auf Deponien und bilden toxische Landschaften in der geologischen Schicht der Erde. Kuratiert von Dietmar Lupfer – eine Kooperation der Münchener Biennale 2026 und dem Muffatwerk München Auftraggeber: Simultan Association (RO) und Galerie Nord (DE) Mit Unterstützung von: Administration of the National Cultural Fund (RO) Stiftung Kunstfonds, Senatsverwaltung für Kultur und Europa (DE)
Ausstellungen | Museum

EFA Mobile Zeiten

Eine Reise durch die Zeitgeschichte des deutschen Automobils.
Ausstellungen | Ausstellung

Oldtimer-Depot

EFA Mobile Zeiten

Die beeindruckende Größe der Sammlung wird in unserem Oldtimer-Depot ersichtlich: Hier stehen rund 250 deutsche Automobil-Raritäten aus allen Epochen. Zu überwältigend, um sie alle auf einmal in der Ausstellung zu präsentieren. Darum öffnen wir das Oldtimer-Depot regelmäßig für Führungen. Wir öffnen das Depot einmal im Monat jeweils um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr.
Ausstellungen | Ausstellung

Modelleisenbahn

EFA Mobile Zeiten

Die weltweit größte Modelleisenbahn ihrer Art. Ein Highlight der besonderen Art im EFA Mobile Zeiten und die erste Sammelleidenschaft von Ernst Freiberger senior, dem Gründer der Ausstellung: die weltweit größte serienmäßig hergestellte Modelleisenbahn der Spur II. Das sind rund 650 Meter Gleise auf 500 Quadratmeter Fläche in einer liebevoll gestalteten Modell-Landschaft. Über 50 Weichen, rund 80 verschiedene Signale und viele weitere Details werden Sie faszinieren. So fahren die Züge über eine 3 Meter lange Brücke und schlängeln sich durch eine felsige Landschaft und einen Steinbruch. Einen beeindruckenden Anblick bietet auch die Hafenanlage: Hier passiert die Eisenbahn ein 2,50 Meter langes Küstenschiff und ein 5,50 Meter langes Frachtschiff, umgeben von Ladekränen und einer Ölraffinerie. Hinweis: Bitte beachten Sie, dass der Zugang zur Modelleisenbahn-Ausstellung nicht barrierefrei ist. Die Eisenbahn ist bis auf Weiteres nicht in Betrieb, kann aber besichtigt werden.
Ausstellungen | Ausstellung

EFA Ausstellung

EFA Mobile Zeiten

Erleben Sie in einer multimedialen Ausstellung die Meilensteine deutscher Automobilgeschichte. Es erwartet Sie eine faszinierende Zeitreise durch sämtliche Epochen – von der ersten Motor-Kutsche über die grandiosen Schöpfungen der 20er und 30er Jahre, die legendären Kleinwagen der 50er Jahre bis zu den Klassikern der 70er und 80er Jahre. Erfahren Sie in einem weiteren Themenbereich der EFA Ausstellung mehr über die Entwicklung der weltweiten Massenmobilität. Ein besonders kunstvolles Beispiel ist unser Exponat: ein mit unglaublich viel Liebe zum Detail dekorierter Fernbus, der einst auf Pakistans Straßen unterwegs war.
Ausstellungen | Ausstellung

ECHOES. Skin Contact

Haus der Kunst

Unsere jährliche Live-Ausstellung ECHOES untersucht auch dieses Mal wieder das Zu­sam­men­­spiel von Körper und medialer Realität durch Performances, Konzerte, Ge­sprä­che und Videoarbeiten. 2026 widmet sich die vierte Ausgabe „Skin Contact" dem Erwach­sen­werden in einer digitalisierten Welt und fragt, wie wir uns mit anderen Menschen, mit Technologie und nicht-menschlichen Wesen verbinden. „ECHOES. Skin Contact“ untersucht das Zusammenspiel von Körper und medialer Realität durch Performances, Konzerte, Gespräche und Videoarbeiten. 2026 widmet sich die jährliche Live-Ausstellung dem Erwachsenwerden in einer digitalisierten Welt und fragt, wie wir uns mit anderen Menschen, mit Technologie und nicht-menschlichen Wesen verbinden. An zwei Wochenenden laden Künstler*innen in sinnliche Räume der Reflexion und Transformation ein – wo Begehren auf Zweifel trifft und Klang zum Medium für Intimität und Spiel wird. Kuratiert von Sarah Miles und Sarah Johanna Theurer
Ausstellungen

Sanierung der Neuen Pinakothek

Neue Pinakothek

Die Neue Pinakothek wird grundlegend saniert. Deshalb ist das Museum derzeit geschlossen. Die Wiedereröffnung ist für 2030 geplant. Während dieser Zeit ist eine Auswahl von Hauptwerken der Kunst des 19. Jahrhunderts im Erdgeschoss der Alten Pinakothek und in der Sammlung Schack ausgestellt. Ob ein Werk derzeit ausgestellt ist, sehen Sie bei der jeweiligen Standortangabe in unserer Online-Sammlung.
Ausstellungen | Ausstellung

Stefan Rinck

Pinakothek der Moderne

Über das Rotundenprojekt Zweifellos sind die Skulpturen von Stefan Rinck keine Leichtgewichte. Und doch erscheinen sie wie federleichte Phantasiespiele, in denen der Bildhauer Facetten der High- und Low-Kultur mit Epochen der Kultur- und Kunstgeschichte wagemutig verwirbelt. Ihre widersprüchliche Natur wirkt bezwingend, da sie weniger als steinschwere Monumente denn mehr als freigeistige Capriccios Eindruck machen. Es ist diese Selbstverständlichkeit, die einnehmend auf uns wirkt. Allesamt sind es künstlerische Parameter, die Stefan Rinck in seinem Werk verfolgt. Mit Fingerspitzengefühl justiert er sie von Skulptur zu Skulptur fortwährend neu aus. Vice versa stimulieren sie seine künstlerische Auseinandersetzung mit der Welt. Unter seinen Händen wachsen sich rohe Gesteinsbrocken zu unbekannten sublimen Wesen aus. Schon bei der Vorauswahl der jeweiligen Steinart denkt er die für das Material spezifischen Bearbeitungsmethoden mit, um der allure der zukünftigen Skulptur gerecht zu werden. Mit der Kennerschaft des Steinmetzes kann sich sein Blick sprunghaft vom eher spröden, lehmfarbenen Elbsandstein hin zum harten und farbintensiven blauen Macauba- oder grünen Atlantis-Quarzit wenden, um unvermutet einen Block schneeweißen Statuario-Marmor, das Nonplusultra jedes klassischen Bildhauers, für seine nächste folie ins Auge zu fassen. Die Material-Melange seines Skulpturenparks beschwört ein phantastisches Panoptikum flirrender Lebensgeister herauf, denen er Leben einhaucht. Mit ihrem vielfach überdrehten Habitus erinnern sie an Picassos extraterrestrische Gaukler der blauen und rosa Periode. Wie sie bevölkern Rincks Statuen unsere Lebenswelt, ohne unsere Realität zu teilen. Das macht sie für uns so anziehend. Unvermittelt werden wir berührt von der Fremde ihres märchenhaften Habitats, das aus der Nähe, aber mit sicherem Abstand betrachtet, unserer menschlichen Natur mit ihren Sehnsüchten und Ängsten nicht unähnlich ist. Damit zieht uns der vielbelesene Künstler auch tief in die Kultur- und Kunstgeschichte hinein, die sich in seinem Werk ablesen lässt, und teilt seinen Wissensschatz mit uns. Beispielsweise ist seine Begeisterung für die romanische und gotische Kathedralskulptur unübersehbar. Spaßhalber könnte man meinen, dass er in seinen Skulpturen ihren Abwehrzauber für die Gegenwart aktiviert. Vielfach sind es epochale Meilensteine, die er zitiert und in eine neue, zeitgemäße Form transferiert, um nicht zuletzt mit seinem Werk auf die Gegenwart zu reagieren. Die aktuelle Publikation erscheint anlässlich von Stefan Rincks Einzelausstellung in der Pinakothek der Moderne. Ab Ende 2025 realisiert er das erste von drei Rotundenprojekten, die von der Staatlichen Graphischen Sammlung München kuratiert werden. Der dazugehörige Katalog versammelt zentrale Skulpturen, die der Künstler in den letzten zehn Jahren geschaffen hat, und gibt einen Überblick über seine eigensinnige künstlerische Entwicklung. Daneben dokumentiert er Rincks fulminantes Crescendo von mehr als dreißig neu geschaffenen Skulpturen, die unter dem Titel Der Alpen-Clan kehrt zurück in die Pinakothek Einzug gehalten haben. Wie selbstverständlich beschwören sie ein bajuwarisches Lebensgefühl herauf, in dem tradierte Kulturpraktiken wie Brauchtum und Aberglauben, aber auch Heimatstolz und nicht zuletzt Festtagskultur neu interpretiert werden. Rincks jüngst geschaffenes Panoptikum für die Pinakothek der Moderne hinterfragt mit Humor in seiner ortspezifischen Installation regional geprägte kulturelle Praktiken, macht sie sich zu eigen und deutet sie um. Nicht ohne ein Augenzwinkern stellt er – man erinnere sich an die hierarchische Strukturen außer Kraft setzende mittelalterliche Festkultur, wie sie beispielsweise noch rudimentär im bayerischen Fasching fortlebt – der bestehenden Ordnung eine Alternative gegenüber. Hier zeigt sich seine subtile künstlerische Strategie, mit der er komplexe Fragen eher zur Diskussion stellt, als dass sein Werk eindimensionale Antworten bereithält. (Bild: Stefan Rinck: Alles von Dostojewski, 2025 Sandstein, 82 x 78 x 55 cm Foto: Matthias Kolb, © VG BildKunst, Bonn 2025)
Ausstellungen | Ausstellung

Robotic Worlds

Pinakothek der Moderne

Zu Beginn des sogenannten Zeitalters der Roboter widmet sich Die Neue Sammlung diesen vergleichsweise jungen Zeitgenossen des Menschen. Seit über 100 Jahren prägen Roboter unsere Vorstellungen von zukünftigen und parallelen Welten. In den letzten Jahren sind sie fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Expert:innen zufolge werden ihre Einsatzgebiete in den kommenden Jahren rasant zunehmen. An diesem historischen Wendepunkt richtet die Ausstellung den Blick auf die menschliche Vorstellung von Robotern sowie ihre reale Form und Funktion. Präsentiert werden herausragende Roboter und Roboter-Spielfiguren von ca. 1960 bis heute. Sie zeigen sowohl, welche menschlichen Fantasien und utopischen Welten mit Robotern verbunden sind, als auch die verschiedenen Umsetzungen und Gestaltungen funktionaler Roboter. Die Spielfiguren sind meist der Mensch- und Tierwelt eher unähnlich, sie erscheinen als kraftstrotzende, zu übermenschlichen Taten fähige Automaten. Tatsächliche Roboter zeigen ein vielfältigeres Bild, das je nach Einsatzgebiet stark variiert. Haushaltshelfer und echte Spielzeugroboter wurden in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren meist in Tierform ausgeführt, um sie dem vertrauten Bereich der Haus- und Nutztiere zuzuordnen. In jüngerer Zeit sind einige Service-Roboter auch neutral gehalten. Die humanoiden Roboter des letzten Jahrzehnts bis in unsere Gegenwart werden hingegen dem Menschen immer ähnlicher, und sie übernehmen auch menschliche Aufgabenbereiche, von der Konversation über das Erledigen von Haushaltsarbeiten bis hin zu automatisierten Pfleger:innen und Ärzt:innen. Präsentiert werden Meilensteine der Roboterentwicklung aus der eigenen Sammlung sowie spektakuläre Leihgaben des Lehrstuhls für Kognitive Systeme der TU München, die diesen Bestand durch lebensgroße humanoide Roboter ergänzen. So können unterschiedliche Einsatzgebiete der Robotik gezeigt werden, wie Haushalt, Industrie, Rettungswesen, Kommunikation und Pflege sowie Forschung und Bildung. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit Prof. Gordon Cheng und dem Lehrstuhl für Kognitive Systeme der TU München. Robotic Worlds ist Teil der Neugestaltung des Ausstellungsrundgangs zum 100-jährigen Jubiläum der Neuen Sammlung, die neue thematische Schwerpunkte setzt. Das Raumkonzept einer Fertigungsstraße wurde von dem Münchner Designbüro OHA Office (Office Heinzelmann Ayadi) entwickelt. (Bild: Mark Tilden, Spielzeugroboter Roboquad, 2007, Wowwee Group; Foto: Die Neue Sammlung (A. Laurenzo))
Ausstellungen | Ausstellung

Sweeter than Honey

Pinakothek der Moderne

Die Written Art Collection ist in ihrem Sammlungsprofil einzigartig. Erstmals widmet die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne den Werkbeständen aus skripturaler und textbasierter Kunst eine umfassende Sonderausstellung. Rund 60 künstlerische Positionen laden die Besucher:innen in einem Parcours auf 1.200 qm Ausstellungsfläche ein, das Panorama der Written Art zu entdecken und die Wechselbeziehung von Schrift und Bild in all ihren Facetten zu erkunden. Die Auswahl der Werke präsentiert Schrift als künstlerisches Medium und Material von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. „Sweeter than Honey. Ein Panorama der Written Art“ eröffnet einen spannungsreichen, gesellschafts-politischen Dialog von Künstler:innen aus einer kulturübergreifenden, globalen Perspektive. Der Ausstellungstitel wurde inspiriert von dem Werk „Knowledge Is Sweeter Than Honey (Arabic)” (2012) aus der Mashrabiya-Serie der ägyptisch-deutschen Künstlerin Susan Hefuna. Honig ist ein fluides, kulturübergreifendes Element und Symbol für die Süße von Erkenntnis und Weisheit. Zugleich steht der Titel auch dafür, dass bittere Worte durch Kunst und Poesie „süßer als Honig“ werden können. Somit verdeutlicht er die poetische Kraft der Kunst, Wissen auf sinnliche Weise zu vermitteln. Das Phänomen der Schrift im Bild wird im handschriftlichen Ausdruck, in Kalligrafie und Typografie erkundet. Ausgehend vom Informel der 1950er-Jahre über die Konzeptkunst seit den 1960er-Jahren stellen die über 100 präsentierten Werke die Kontinuität der Bedeutung geschriebener Kunst über Generationen und Kulturen bis in die Gegenwart vor. Künstler:innen erfinden fantasievolle Alphabete und abstrakte Zeichensprachen, schreiben Gedichte und Kalendereinträge, zitieren aus Literatur und politischen Dokumenten, übersetzen Gedanken und Gespräche in gesprayte, grafische, gestische oder gestickte Botschaften. Die Performativität des Schreibens wird in materiellen und körperlichen Spuren in der Malerei und Fotografie sowie in raumgreifenden Werken erfahrbar. „Sweeter than Honey. Ein Panorama der Written Art“ ist die bislang umfassendste Präsentation der Written Art Collection und stellt damit den Höhepunkt der langfristigen Kooperation mit der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne dar. Mit Werken von Etel Adnan, Nasrollah Afjei, Maliheh Afnan, Khaled Al-Saai, Mounira Al Solh, Siah Armajani, Younes Baba-Ali, Willi Baumeister, Alighiero Boetti, Peter Brüning, Sophie Calle, Chen Danqing, Claudia Comte, Thierry De Cordier, Mohammad Ehsaei, Golnaz Fathi, Jilali Gharbaoui, Karl Otto Götz, Adolph Gottlieb, Katharina Grosse, Gu Wenda, Shilpa Gupta, Andreas Gursky, Hans Hartung, Susan Hefuna, Hans Hofmann, Jenny Holzer, Rebecca Horn, Yūichi Inoue, Alfredo Jaar, On Kawara, Franz Kline, Glenn Ligon, Nja Mahdaoui, Mark Manders, Brice Marden, André Masson, Hassan Massoudy, Georges Mathieu, Henri Michaux, Joan Mitchell, Shiryū Morita, Farhad Moshiri, Adam Pendleton, Qiu Zhijie, Walid Raad, Ed Ruscha, Kazuo Shiraga, Pierre Soulages, Hiroshi Sugimoto, Rirkrit Tiravanija, Mark Tobey, Lawrence Weiner, Fritz Winter.
Ausstellungen | Installation

TUNE Installation. Beni Brachtel. ATTACK DECAY SUSTAIN

Haus der Kunst

ATTACK DECAY SUSTAIN ist eine neue mehrkanalige Audioinstallation des Musikers und Komponisten Beni Brachtel, die für das TUNE-Sound-Programm im Terrassensaal in Auftrag gegeben wurde. Sie wird ab dem 12.12.25 für sechs Monate installiert sein. Am 12. & 13.9.25 präsentiert der Künstler im Rahmen von TUNE eine Live-Adaption der Klanginstallation an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, deren Performances einander ergänzen. Das Werk wird von der Cellogruppe der Münchner Symphoniker interpretiert und setzt Brachtels Zusammenarbeit mit diesem Ensemble fort. Sie begann 2024, als er für Ersan Mondtags Beitrag zum Deutschen Pavillon auf der Biennale di Venezia 2024 seine Orchestersuite Monument eines unbekannten Menschen komponierte und mit dem Ensemble aufnahm.
Ausstellungen | Ausstellung

Sandra Vásquez de la Horra. Soy Energía

Haus der Kunst

Die chilenische Künstlerin Sandra Vásquez de la Horra (geb. 1967, Viña del Mar, Chile) vereint in ihrer multidisziplinären künstlerischen Praxis transnationale und indigene Perspektiven. Ihr vor allem zeichnerisches und malerisches, aber auch filmisches und performatives Lebenswerk umfasst komplexe Ereignisse, Geschichten, Riten und Glaubensvorstellungen, die sowohl in ihrem Aufwachsen in Chile als auch in den vielen Jahren ihres Lebens in Deutschland wurzeln. „Soy Energía“, ihre erste institutionelle Überblicksausstellung in Europa, ist ihrer experimentellen Praxis gewidmet, wobei ihr räumliches, energetisches und weltumfassendes Denken im Mittelpunkt steht. Ausgehend von der Multiperspektivität ihres Werks lädt die Ausstellung zu einer Begegnung mit dem spirituellen, Mensch und Natur versöhnenden Kosmos der Künstlerin ein und würdigt ihr Engagement für Selbstbestimmung, Frauen- und Menschenrechte. Erfahrungen von Verfolgung, Unterdrückung und Migration spielen dabei eine wesentliche Rolle. Sandra Vásquez de la Horra entwickelt eigens eine Ausstellungspraxis, die sich vom Arbeiten mit organischen Materialien ableitet wie auch szenografische Ansätze in den Raum erweitert und berührende existentielle Erlebnisse vermittelt. Vásquez de la Horras frühe Werkserien entstanden während der Herrschaft des Pinochet-Regimes in Chile von Mitte der 1980er bis in die 1990er Jahre, wobei sie sich mit dem Körper und dessen weltlicher Einbettung mittels Zeichen, Fragmenten und Sprache befasste. Sie schafft Zeichnungen von fabelhaften Mischwesen mit menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zügen, die auf die Unvereinbarkeit von Geschichte und Moral anspielen. Die in Bienenwachs getränkten Arbeiten – eine Technik, die sie seit 1997 anwendet – präsentiert sie in experimentellen Hängungen, um multiperspektivische Geschichten und Raumkonstellationen zu gestalten. In ihren ersten Jahren in Europa schuf Vásquez de la Horra Video-Performances, die nun erstmals gezeigt werden. Darin verarbeitet sie biografisch genauso wie historisch bedeutsame Ereignisse und Themen wie Einsamkeit, Trennung und Rassismus. Die Ausstellung verbindet die historische Dimension des Werks mit seiner Entwicklung in die Gegenwart. Kuratiert von Jana Baumann mit Marlene Mützel.
Ausstellungen | Ausstellung

Cyprien Gaillard. Wassermusik

Haus der Kunst

München ist einer der Hauptschauplätze von Cyprien Gaillards neuestem Film Retinal Rivalry, einem wegweisenden Werk, das uns mit auf eine Zeitreise und unter die Oberfläche der Stadt nimmt. Retinal Rivalry setzt Gaillards Auseinandersetzung mit stereoskopischen Filmen fort, die er erstmals in seinem Film Nightlife (2015) begann, und erforscht deren skulpturale und psychedelische Potenziale. Bei unserer Reflexion über öffentliche Denkmäler und ihre Bedeutungen lassen wir uns von Gaillards langjähriger Suche nach Artefakten und Architekturen inspirieren, die ihren ursprünglichen Zweck verloren haben. Daraus ergibt sich die Frage, wie das Gebäude des Haus der Kunst als Denkmal seiner schwierigen Geschichte fungiert und sich durch neue Werke lebender Künstler*innen immer wieder neu entfaltet. Gaillards bedeutende Filminstallation wird in der Ausstellung um eine neue Fotoserie sowie ortsspezifische Arbeiten des Künstlers ergänzt. Cyprien Gaillard lebt in Berlin und Paris. Er arbeitet mit verschiedenen Medien, darunter Fotografie, Film, Video, Collage, Installation und Live-Performance. Er schafft einen außergewöhnlichen Kosmos, in dem Phänomene wie zivilisatorische Umbrüche oder die geologische Zeit in neuen Formen Ausdruck finden. Gaillard beschäftigen die Trümmer der Moderne und die Wechselwirkung zwischen von Menschen gemachten Artefakten, urbaner Geografie und Psychologie. Sein Werk bejaht eine Poesie der Entropie, die Geschichte neu sortiert, um Licht auf die Gegenwart zu werfen. Der Film Retinal Rivalry ist eine Koproduktion des Haus der Kunst und der Fondation Beyeler, wo er im Sommer 2024 erstmals gezeigt wurde. Indem das Werk den Bildraum erweitert und die Räumlichkeit des Mediums Film als Organisationsprinzip für unterschiedliche Themen nutzt, lässt es das Narrative hinter sich und konzentriert sich auf das reine Sehen. Kuratiert von Xue Tan mit Lydia Antoniou und Laila Wu.

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