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Ereignisse / Musical Chormusical
Judith
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7 Worte vom Kreuz
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Aufführungen | Oper

La sonnambula

Oper Stuttgart

Oper in zwei Akten Libretto von Felice Romani Die Erfolgsinszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito, die in die tieferen Schichten der vermeintlich so oberflächlichen Figuren eintaucht, kehrt zurück: Die Geschichte der schlafwandelnden und zu Unrecht des Betrugs bezichtigten Amina wird von einem Belcanto-Traum-Ensemble um Helene Schneiderman und Catriona Smith sowie Charles Sy und Claudia Muschio zum Leben erweckt. Musikalische Leitung: Vlad Iftinca Regie: Jossi Wieler, Sergio Morabito Bühne und Kostüme: Anna Viebrock Licht: Reinhard Traub Chor: Bernhard Moncado Dramaturgie: Sergio Morabito, Angela Beuerle in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Altersempfehlung: ab Klasse 8 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen | Oper

Carmen

Oper Stuttgart

Opéra comique in vier Akten Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée „Et si je t’aime, prends garde à toi – wenn ich dich liebe, gib acht“, singt Carmen in ihrer weltberühmten Habanera. Die Liebe ist ihr ein Spiel oder zumindest ein rebellischer Vogel. Lebendig, vielleicht launisch, aber sie macht Spaß. Die Liebe von Don José wiederum ist wirklich gefährlich – kein Spiel, sondern todernst. Wenn ich dich liebe, nimm dich in Acht: kein Flirt, eine Drohung. Sebastian Nüblings Inszenierung zeigt Carmen fern aller Spanienklischees als packende Reise in das Unterbewusstsein eines Mörders. Mit Publikumsliebling Atalla Ayan als Don José und dem Carmen-Debüt von Ida Ränzlöv. Musikalische Leitung: Roberto Kalb Regie: Sebastian Nübling Bühne und Kostüme: Muriel Gerstner Licht: Gérard Cleven Video: Gabriele Vöhringer Dramaturgie: Xavier Zuber Chor und Kinderchor: Bernhard Moncado in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln Altersempfehlung: ab Klasse 9 Die Einführung findet 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen | Oper

Die Zauberflöte

Oper Stuttgart

Große Oper in zwei Aufzügen Libretto von Emmanuel Schikaneder Eine Geschichte des Erwachsenwerdens und der Liebe: Tamino soll im Auftrag der Königin der Nacht deren Tochter Pamina, die von Sarastro festgehalten wird, retten. Unfreiwillig wird der Vogelfänger Papageno mit auf Taminos Reise geschickt, auf der sich die Zuordnungen von Gut und Böse, Weisheit und Unvernunft immer wieder neu zurechtrücken. Nach zahlreichen Prüfungen finden Tamino und Pamina ihren Platz in der Welt – als Erwachsene und als Liebende. Wir zeigen die legendäre Zauberflöte der Komischen Oper Berlin, die Regisseur Barrie Kosky mit dem Theater-Videokunst-Kollektiv „1927“ in einer staunen machenden Video-Animationswelt für die ganze Familie inszeniert hat, nun erstmals auch in Stuttgart in der ursprünglichen Version nach der reduzierten Corona-Fassung von 2021 Musikalische Leitung: José Luis Gutiérrez Regie: Suzanne Andrade, Barrie Kosky Bühne und Kostüme: Esther Bialas Licht: Diego Leetz Animation: Paul Barritt Chor: Bernhard Moncado in deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: I. Akt: ca.1 h 5 min Pause: 20-25 min II. Akt: 1h 10 min 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen | Oper

Don Giovanni

Oper Stuttgart

Dramma giocoso in zwei Akten Libretto von Lorenzo Da Ponte Belüg mich – ich verspreche auch, dir zu glauben. Ist der Verführer immer auch Betrüger? Oder ist auch der Verführer ein Betrogener? Don Giovanni, der Inbegriff des unwiderstehlichen Verführers und darüber hinaus jemand, der sich von allen moralischen Ansprüchen befreit und scheinbar unbeschwert von einer Eroberung zur nächsten eilt, wird seinerseits zur Spiegel- und Projektionsfläche für die auf ihn fixierten Frauen. Andrea Moses inszeniert Mozarts und Da Pontes Meisterwerk als ein Labyrinth gegenseitiger Täuschungen. Vielleicht ist Don Giovanni unter all den Egoist*innen nur der ehrlichste? nach einer Inszenierung von: Andrea Moses Bühne und Kostüme: Christian Wiehle Choreografie: Jacqueline Davenport Licht: Reinhard Traub Chor: Bernhard Moncado Dramaturgie: Hans-Georg Wegner, Moritz Lobeck in italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Uraufführung: 1787 in Prag Premiere dieser Produktion: 2012 Altersempfehlung: ab Klasse 8 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen | Schauspiel

Die Orestie

Stadttheater Bern

Premiere: 21.02.2026 «Worte des Hasses zahlen für Worte des Hasses. Blut wird bezahlt mit Blut.» Die Orestie von Aischylos erzählt von den verheerenden Folgen des Krieges, von der ewigen Spirale aus Gewalt und Rache. Und schliesslich von der Geburt der Demokratie, einer «Satzung, die für alle Zeit gelten soll». Der Plot der antiken Trilogie ist schnell erzählt: Agamemnon kehrt siegreich aus dem Trojanischen Krieg zurück. Klytaimestra wartet schon lange auf die Rück­kehr ihres Mannes – um ihn zu töten. Denn Agamemnon hat einst die gemeinsame Tochter Iphigenie geopfert, «um damit den Nordwind zu beschwören». Klytaimestras Rache ist verständlich, aber wer tötet, bezahlt, und so rächt ihr Sohn Orest, angestachelt von seiner Schwester Elektra und dem Gott Apollon, wiederum den Vater­mord und tötet Klytaimestra. Erst die Göttin Athene be­endet den mörderischen Kreislauf der Gewalt. Sie gründet ein Bürgergericht, das über Recht oder Unrecht von Orests Tat entscheiden soll. Denn «die Sache ist zu schwierig, als dass ein Sterblicher allein es wagen könnte, zu richten.» Die deutsch­-dänische Regisseurin Anja Behrens wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und ins­zeniert an Theatern in Dänemark, Österreich und Deutsch­land. Am Königlich Dänischen Theater hat sie zuletzt die gefeierte Inszenierung Peer Gynt auf die Bühne gebracht. Sie hat sich bereits mehrfach mit antiken Stoffen auseinandergesetzt und wird nun Die Orestie als bildgewaltige Klagefeier auf die Bühne des Stadttheaters bringen. Regie: Anja Behrens Ausstattung: Laura Rasmussen Licht: Bernhard Bieri Dramaturgie: Julia Fahle
Aufführungen | Schauspiel

Die heilige Johanna der Schlachthöfe

Stadttheater Bern

Wir kaufen Bio-­Gemüse, möglichst regional, versuchen weniger Fleisch aus Massentierhaltung zu essen, fliegen nur, wenn es unbedingt nötig ist, und verleihen Preise an Aktivist*innen. Aber nützt das? Oder fördern wir dadurch nur neue Märkte, die uns ein ruhigeres Ge­wissen verkaufen, damit wir letztlich genauso weiter­ machen können wie bisher? Können wir uns heute Widerstand jenseits der kapitalistischen Logik überhaupt vorstellen? Und wie sähe der aus? In Brechts 1929 geschriebenem Stück Die heilige Johanna der Schlachthöfe sind die Fabriken geschlos­sen, die Arbeitslosen hungern und die Konkurrent*innen der Fleischindustrie suchen nach immer neuen Wegen, um noch mehr Profit herauszuschlagen. Johanna Dark, eine charismatische junge Frau, kämpft gegen Unrecht und Ausbeutung, verteilt Suppe und Gottes Wort. Da­bei lernt sie den Fleischkönig Mauler kennen, der ihren Idealismus gekonnt für sich zu benutzen weiss. Und so gerät Johanna Dark selbst in die Mühlen des Wirt­schaftssystems, das sie kritisiert, und wird zu einem Werkzeug des kapitalistischen Wachstums. Die italieni­sche Regisseurin Camilla Dania fragt danach, wie Revolution heute möglich ist, wenn selbst die Kritiker*in­nen zu Spielfiguren des Systems werden, gegen das sie kämpfen. Regie: Camilla Dania Bühne: Samuel Herger Kostüme: Charlotte Morache Musik: Robert Pachaly Dramaturgie: Julia Fahle ca. 1h 45min ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Heidi

Stadttheater Bern

Heidi, der Schweizer Mythos und Publikumsmagnet. Heidi, die Brückenbauerin zwischen den Kulturen. Heidi, das Symbol für Swissness – eine Sympathie­trägerin sondergleichen. Was aber macht den Stoff so populär, und was den Mythos zum Mythos? Dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein, die Welt der Berge, die ewig locken und «Hier oben bist du zu Haus» rufen, während heute die Naturdinge verschwinden und soziale Beziehungen erkalten. Heidi ist Sehnsucht nach der heilen Welt, nach einem Bett aus Stroh, nach frischer Milch von einem Tier mit einem Namen, nach Versöhnung, nach feuch­tem Gras unter den nackten Füssen. In alldem ist Heidi vor allem Pop: emotional und melancholisch, hoff­nungsvoll und politisch. In dieser Überschreibung werden die Geschichte des Waisenmädchens und ihre Darstellungen, Rezep­tionen und Übersetzungen vom Team um die Regisseurin Lena Reissner ent­- und re-mythisiert. Auch mit der neuen Leitung am Theater Freiburg geht unser Format x­change weiter: Für Heidi, das in Bern zu sehen ist, wird im Gegenzug unser mit dem Magazin Reportagen erarbeitetes, globales Rechercheprojekt #lookoftheday in Freiburg gastieren. Konzept & Überschreibung: Hayat Erdoğan, Lena Reissner Regie: Lena Reissner Bühne: Han Le Han Kostüme: Lena Rickenstorf Musik: Moritz Widrig, Joachim Flüeler Dramaturgie: Hayat Erdoğan Eine Koproduktion vom Theater Neumarkt und dem Theater Freiburg
Aufführungen

neue Veranstaltung

HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste

Aufführungen | Performance

She She Pop & Sandbox Collective:
Wait to be seated

HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste

In „Wait To Be Seated“ begegnen sich zwei feministische Kollektive aus Bangalore und Berlin, um die Gesetze der Gastfreundschaft zu untersuchen. Das diplomatische Protokoll – seine peinliche Berücksichtigung wie auch gezielte Übertretung – dient als Vorlage für einen Austausch, bei dem wir gegenseitig zu Gastgeberin oder Gast werden und damit gleichzeitig zur Herausforderung, zur Verheißung und zur Bürde. „Atithi Devobhava“ bedeutet „Der Gast gleicht einem Gott“ und wird in Indien häufig gesagt. „Die Tür ist offen, lieber Gast, tritt ein“, ist in der indischen Region Karnataka ein berühmter Satz. Auf Deutsch fällt uns kein vergleichbar einladendes Sprichwort ein. Jenseits solcher großen Gesten existiert insbesondere im diplomatischen und transnationalen Kontext ein engmaschiges Netz von Regeln und Codes, in dem sich Gastgeber*innen oder Gäste leicht verheddern. Nirgendwo sind diese Regeln umfassend niedergeschrieben, sie sind widersprüchlich und ändern sich je nach Person, Ort, Zeit und Kontext. Und trotzdem: Eine gute Gastgeberin wird gegen keine der Regeln verstoßen! Wen beschützen diese ungeschriebenen Gesetze und wovor? Was bleibt, wenn wir die Förmlichkeit hinter uns lassen? Was wenn Gender, „Race“ und Kolonialgeschichte mit am Tisch sitzen? Was dürfen wir überhaupt voneinander verlangen – und wie sagen wir nein? „Wait To Be Seated“ entwirft in einem entrückten Nirgendwo einen Parcours der Gastlichkeit mit Esstisch, rotem Teppich und Tanzfläche. She She Pop und Sandbox Collective nähern sich einander von entgegengesetzten Seiten, vorsichtig, aber unerbittlich, treffen sich in der Mitte und öffnen einen neuen Horizont. 29/19 €
Aufführungen | Tanz

Dresden Frankfurt Dance Company:
Byways

HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste

Der Tanz der DFDC ist ebenso sehr mit dem klassischen Tanz verbunden, wie mit anderen Entwicklungen der zeitgenössischen Tanzgeschichte. Der Doppelabend „Byways“ kombiniert ein Stück von Ioannis Mandafounis, mit dem er in die Tanzgeschichte eintaucht, und ein neues Werk von Rosalind Crisp, die international dafür bekannt ist, wie sie die Konventionen von Tanzaufführungen aufbricht. „Eins vor, zwei zurück“, Ioannis Mandafounis So sehr Ioannis Mandafounis von den Innovationen der Tanzimprovisation der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beeinflusst ist, so sehr ist sein künstlerischer Weg doch auch der eines Balletttänzers. Um diesem doppelten Erbe Tribut zu zollen, kreiert er ein neues Werk für eine kleine Besetzung, das die klassische Tanztechnik mit der Entwicklung der Tanzimprovisation und seiner eigenen Methode der Live-Choreografie kontrastiert. Tänzer des Ensembles treffen dafür auf den Tänzer Jón Vallejo, Erster Solist des Semperoper Ballett. Es geht tief hinein in die Tanzgeschichte und auch in die Lebensgeschichte eines Tänzers. Die Leidenschaft, der Biss, die Ausdauer, der Glamour, die Zweifel, die Triumphe und die Verletzungen – es ist alles fiktiv und alles ist wahr. „Seen Unseen“, Rosalind Crisp Rosalind Crisps künstlerische Leidenschaft ist es, mit kompositorischen Mitteln Bewegungen zu „vergessen“ und stattdessen zu zeigen, wie sie sich immer wieder neu bilden können, wenn sie von festgelegten Mustern und Bedeutungen befreit werden. Sie arbeitet mit der ständigen Veränderlichkeit, die mit der Realität unserer materiellen Körper verbunden ist – und die immer deutlicher eine Welt widerspiegelt, die dabei ist, sich aufzulösen. Ihre kompositorischen Mittel laden die Tänzer*innen dazu ein, diese ständige Veränderung aufzunehmen, nachzubilden und zu vermitteln. Es geht ihr dabei nicht um das psychologische Erleben, sondern um den Körper. Ein Prinzip, das diese Verletzlichkeit ermöglicht, ist, sich an den Übergängen aufzuhalten, in denen etwas weder das eine noch das andere ist. So richtet sich die Aufmerksamkeit des Publikums darauf, wie Bewegung entsteht, und nicht auf die einzelnen Bewegungen. In Crisps Praxis sind Brüche ebenso gültig und wichtig wie der Flow. Das Werk wird in einem Setting präsentiert, in dem das Publikum sich im Raum bewegen und den Tänzer*innen nahekommen kann. Der Pianist und Komponist Frédéric Blondy wird live improvisieren und den Tanz mit seinem ebenso körperlichen Klavierspiel bereichern. Die Dresden Frankfurt Dance Company ist ein zeitgenössisches Tanzensemble unter der künstlerischen Leitung von Ioannis Mandafounis. Sie verbindet Tanztradition mit neuen Perspektiven und entwickelt Choreografien, die Menschen inspirieren und für Tanz begeistern. Grundlage ist eine eigene Methodik, die es den Tänzer*innen ermöglicht, jede Aufführung live neu zu gestalten. So entsteht ein kollaborativer Prozess, der individuelle Künstler*innen stärkt und das Publikum direkt einbezieht. ca. 1 Std. 40 Min. mit Pause Englisch Im zweiten Teil kann das Publikum sich frei zwischen den Tänzer*innen bewegen. Es werden Sitzmöglichkeiten angeboten. Hinweise zu sensorischen Reizen und potenziell sensiblen Inhalten werden am Tag der Premiere auf der Webseite und bei der Veranstaltung vor Ort kommuniziert, denn in unserem kreativen Prozess entsteht oft bis zum letzten Tag noch etwas Neues. Wenn Sie vorab weitere Informationen benötigen, schreiben Sie uns gerne unter info@dfdc.de.
Aufführungen | Schauspiel

alphabet

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Uraufführung: 6.3.2026 Aus dem Dänischen von Hanns Grössel „Wann immer einen die Dinge erschreckten, sei es eine gute Idee, sie zu vermessen.“ (Alexander von Humboldt) Das sprachmagische Welt-Gedicht »alphabet« der dänischen Dichterin Inger Christensen gilt vielen Künstler*innen und Kritiker*innen als eine der innovativsten und bedeutendsten Dichtungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. In einer Schaffenskrise beginnt die studierte Naturwissenschaftlerin eine Aufzählung von alltäglichen Wahrnehmungen und einfachen Dingen des Lebens: Aprikosenbäume, Brombeeren, Chromstahl, Dunst, Dioxin, Elche, Essig, Fehler (darunter grobe und systematische und zufällige), Grenzen, Halbschatten, Heerscharen … Sie ordnet diese Begriffe und Gedanken auf leeren Papierbögen alphabetisch an, um sich der Welt neu zu vergewissern. Ausgehend vom „Aprikosenbaum“ des Anfangs, entsteht in einer immer weiter ausgreifenden Bewegung eine einzigartige Folge von Wörtern, Gedanken, Bildern, Ideen – so, als würde die Welt das erste Mal benannt und erschaffen. Die Zeilenanzahl des so entstehenden Planeten-Portraits unterwirft Christensen dem mathematischen Gesetz der Fibonacci-Sequenz, die in der Natur auch in Schneckenhäusern, DNA-Spiralen und dem Andromeda-Nebel vorkommt: 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55 … bis in die Unendlichkeit. Ein Versuch, gegen den Tod anzuschreiben. Christensen feiert die Schönheit all dessen, was wir über die Natur wissen, und beschreibt zugleich das Entsetzen über all das, was wir auch wissen: über die Verderbnis der Schönheit, ihren Verfall ins Unbeherrschbare und Zerstörende. Und inmitten alldem steht die entscheidende Frage: „Warum sind wir hier?“ Wie passen wir Menschen in dieses Ordnungssystem? Denn kurz nach dem Buchstaben M bricht die strenge alphabetische Ordnung dann auch plötzlich ab … Der Schweizer Theaterkünstler Thom Luz nimmt sich dieses Jahrhundertgedicht vor, um es erstmals auf einer Theaterbühne in ein von Musik durchdrungenes Klangbild zu verwandeln – verspielt und traurig, flüchtig, voll von leisem Humor und magisch schönen Theaterbildern. Er kehrt damit nach seinem Kafka-Abend »Die acht Oktavhefte« zurück ans SchauSpielHaus. Regie und Bühne: Thom Luz Mitarbeit Bühne: Malte Knipping Kostüme: Sophie Leypold Musikalische Leitung: Peter Conradin Zumthor Licht: Jan Vater Dramaturgie: Judith Gerstenberg
Aufführungen | Schauspiel

Das Bildnis des Dorian Gray

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Premiere: 20.3.2026 Das Schulterzucken ist zurück. Klimakrise, soziale Ungleichheit, politische Instabilität – man kennt den Abgrund, doch statt Widerstand dominieren Weltverdrossenheit, hemmungslose Selbstinszenierung, Ironie und die Feier der schönen Dinge. Was ist da los? Vielleicht bietet Oscar Wildes Kultroman eine Antwort. »Das Bildnis des Dorian Gray« besticht durch hinreißende Eleganz – das Buch ebenso wie seine Titelfigur, zumindest auf den ersten Blick. „Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche geht, tut es auf eigene Gefahr“, warnt Wilde in der Vorrede seines Romans. Genau darum geht es: um das Abtauchen zwischen die Zeilen, hinter die Worte. Was lässt sich dort entdecken? Bleibt Hemmungslosigkeit wirklich ohne Konsequenzen? Oder wie ist es zu deuten, dass Dorian Gray so schamlos seinen Weg geht? Warum hat er seinen moralischen Kompass verloren? Ist er – über die Zeiten hinweg – eine Spiegelfigur unserer Gegenwart, die mehr über unsere eigenen Begierden verrät, als uns lieb ist? Der Maler des Porträts jedenfalls will das Bild nicht ausstellen: „Ich habe zu viel von mir selbst hineingebracht“, sagt er. Was lässt ihn zögern? Und was ist es, das diesem Werk seine unheimliche Zeitlosigkeit verleiht? Tristan Linder studierte Schauspielregie an der Theaterakademie Hamburg. Mit seiner Inszenierung »Sandmann« ist er 2025 zum Körber Studio Junge Regie eingeladen. »Das Bildnis des Dorian Gray« ist seine erste Arbeit am SchauSpielHaus. Regie: Tristan Linder Bühne: Anna Satu Kaunisto Kostüme: Lena Rickenstorf Musik: Alexander Schweiß Licht: Björn Salzer Dramaturgie: Matthias Günther
Aufführungen | Schauspiel

A Perfect Sky

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Es ist nicht nur überall von „Künstlicher Intelligenz“ die Rede, in fast allen Bereichen des Lebens greift KI bereits jetzt in den Alltag ein, übernimmt Verwaltung, die Organisation des Liebeslebens, bestimmt den Soundtrack der S-Bahnfahrt, reduziert Fehler im Operationssaal und plant den Urlaub. Sie schreibt Gedichte und Bewerbungsschreiben, Kunstkritiken und Theaterstücke. Dahinter steht der Traum von der Perfektion, die Sehnsucht danach, die Lücken zu füllen, die Welt besser zu machen, sie von dem zu befreien, was als „menschliches Versagen“ die Ursache für Missverständnisse, Ärgernisse, Anstrengung und Schmerz ist. Neben diesem Siegeszug des Tempos, der Genauigkeit, der Präzision wirkt der menschliche Körper seltsam zerbrechlich und schwach, unvollkommen in seiner Vergänglichkeit, seinem Altern, seiner Müdigkeit. Aber liegt darin nicht genau darin das, was Menschen unkopierbar macht: das Zögern, die Unberechenbarkeit des Gefühls und die Kraft Veränderung zu denken? In ihrer neuen Kollaboration gehen der Autor und Regisseur Falk Richter und die Choreografin Anouk van Dijk diesem Gegensatz auf die Spur. Der Triumph der Maschinen fällt in eine Zeit, in der es immer schwieriger zu werden scheint, zusammen zu sein, die Einsamkeit zu überwinden. Richters und van Dijks neues Stück erzählt von Zerbrechlichkeit und Fragmentierung, von Roboterromantik und analoger Sehnsucht, von der Liebe im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit. Falk Richter ist einer der wichtigsten Autoren in Deutschland, seine Stücke, die er oft selbst inszeniert, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er arbeitet regelmäßig am SchauSpielHaus, nach dem Erfolgsstück »Freiheit einer Frau« kehrt er nun mit »A PERFECT SKY« ans Schauspielhaus zurück. Mit Anouk van Dijk verbindet ihn eine lange Arbeitspartnerschaft, die mit »Nothing hurts« (1999) in Hamburg begann. Gemeinsam entwickelten sie zahlreiche Arbeiten für die Berliner Schaubühne, das Düsseldorfer Schauspielhaus, die Münchner Kammerspiele. Text und Regie: Falk Richter Choreografie: Anouk van Dijk Bühne: Wolfgang Menardi Dramaturgie: Ludwig Haugk 1 Stunde 30 Minuten, Keine Pause
Aufführungen | Performance

Bodies under Water

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Unter Wasser funktionieren Körper anders als an Land, hier gelten andere Regeln, physikalisch, ökologisch, sozial. Vielleicht liegt hier, losgelöst von den terrestrischen Fesseln des territorialen Denkens, auch eine Utopie verborgen, die uns Patriarchat und die Dominanz einer männlich geprägten Sicht auf die Welt vergessen lässt... Seit Jahrhunderten existiert eine Gemeinschaft von Frauen in Japan, die nach Seeohren tauchen. Inspiriert von diesen Expertinnen taucht Annalisa Engheben zusammen mit Schauspieler*innen in die Tiefsee des MalerSaals ab auf der Suche nach der hydrofeministischen Avantgarde und Ideen, die es lohnt, mit an Land zu bringen. Regie: Annalisa Engheben Dramaturgie: Ludwig Haugk 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Sorglosschlafenden, die Frischaufgeblühten

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

„Wie war denn ich? War ich nicht wie ein zerrissen Saitenspiel? Ein wenig tönt ich noch, aber es waren Todestöne.“ Hölderlin, »Hyperion« Es gibt neben dem Dichtergenie und neben dem Wahnsinnigen auch einen fast alltäglichen Hölderlin, der mit den Widersprüchen des Daseins kämpft, der sein Leben nicht im Griff hat und in seiner Verzweiflung Dinge zu Papier bringt, die uns in ihrer schlichten wenn auch manchmal paradoxen Einfachheit auf eine fast selbstverständliche Weise ansprechen und fesseln. Kein hoher Ton, keine Huldigung an das alte Griechenland und seine Götter und Held*innen sondern profanes Leiden, Ratlosigkeit und Überanstrengung sind dann seine Themen, trübe, voller Selbstzweifel und angewidert von den dumpfen Verhältnissen und stumpfen Mitmenschen und der Einsicht, selber auch nicht unbedingt besser zu sein. Auf der B-Seites des Lebens macht Hölderlin z. B. die Erfahrung, dass eine junge Dame (nicht Diotima), es ablehnt ihn zu heiraten. Er notiert dies sofort auf dem gleichen Blatt, auf dem er gerade noch eine seiner bedeutendsten Hymnen (»Mnemosyne«) entworfen hat:, „Und ledig soll ich bleiben“, und schickt gleich eine kleine Drohung an die Unwillige hinterher: „Leicht fanget aber sich, in der Kette, die es abgerissen, das Kälblein.“ Oder gegen die ihm nicht unbekannte Euphorie des Dichters, die Gefahr abzuheben und den Boden unter den Füßen zu verlieren, schreibt er: „Man kann auch in die Höhe fallen, so wie in die Tiefe“, nämlich dann, wenn man die Nüchternheit verliert, die für jeden unterschiedlich die „Grenze deiner Begeisterung“ markiert. Hölderlins Werk, zumindest ab 1794, beschäftigt sich intensiv auch mit profanen Lebensfragen, die ihn ganz persönlich quälten. Er war nicht nur der heroisch leidende Dichter, er war auch einfach eine arme Kreatur, die litt, „weil sich ein Traum sich mir nicht erfüllte“ und die sich fragte, „was ist mir fehlgeschlagen?“. Hölderlin wusste, dass seine Oden, seine Hymnen und Gesänge zwar sehr ernst waren, aber so ernst auch wieder nicht. Das Leben selbst jedenfalls war noch viel ernster als etwa sein perfekt gelungenes Gedicht wie »Hälfte des Lebens«. Und seine dichterische Hochbegabung war immer nur ein schwacher Trost, zumal wenn Goethe und Schiller mit allerlei unverschämten Invektiven in konzertierter Aktion versuchten ihn kleinzuhalten, womit sie ihn zwar als ernsthaften Konkurrenten anerkannten, aber auch an seinem gesellschaftlichen und ökonomischen Ruin beteiligt waren, den er allerdings hauptsächlich seiner „geizigen“ Mutter zu verdanken hatte, die ihn von dem ihm eigentlich zustehenden Erbe fernhielt. Selbst als er nach seinem Rausschmiss aus dem Bankhaus Gontard in Frankfurt und der damit verbundenen Trennung von seiner Geliebten zu seinem besten Freund Isaac von Sinclair nach Bad Homburg zog, musste er feststellen, dass er dessen vermeintlich reine und exklusive Zuneigung, die starke homoerotische Züge trug, mit einem ganzen Haufen „auffallender Gestalten“ zu teilen hatte, die Sinclair (Alabanda im »Hyperion«) ihm lange verschwiegen hatte. „Mir war wie eine Braut, wenn sie erfährt, dass ihr Geliebter insgeheim mit einer Dirne lebe.“ Die B-Seite des Lebens bringt immer wieder ungeahnte Höhepunkte hervor. Das sieht man in der Musikindustrie, wo die eigentlichen Meisterwerke oft auf der B-Seite zu finden sind, und genauso schon bei Hölderlin, der schrieb, zur „wahrsten Wahrheit“ gehöre auch der Irrtum. Und der auch dem „Inferioren“ und sogar dem „Barbarischen“ einen legitimen Platz zugestand, zumindest in der Sprache der Poesie, die ihm gleichzeitig zuwider war. „Ich kann meine Sprache nicht mehr ertragen, ich wollte lieber ein Ton sein, im Himmelsgesang.“ Im profanen Scheitern, in den kleinen und großen Fehlschlägen, aber auch in Hirn zermarternden Denkanstrengungen, denen kein Paradox fremd ist, bewegen sich »Die Sorglosschlafenden, die Frischaufgeblühten« in Christoph Marthalers Hölderlinbetrachtung, tapfer, ergeben und verschwindend, übergehend in Töne, in Musik. Sie wirken wie Illustrationen der Klagen des Dichters, aber sie sind keine Illustrationen, sie sind einfach. „Wir wohnen hier unten einsam und arm, wie der Diamant im Schacht.“ Um diese so gegenwärtige Erfahrung der sozialen Distanz und der Abkapselung selbst zu machen, brauchen wir keine Corona bedingte Isolation, wir brauchen nur ein bisschen Hölderlin. Oder anders ausgedrückt: Die Coronaregeln formulieren ein Extrem, das für Hölderlin ein ganz unvermeidlicher Teil moderner Tragik ist. „Das ist das Tragische bei uns, dass wir ganz still in irgendeinen Behälter eingepackt, vom Reich der Lebendigen hinweggehen, nicht, dass wir in Flammen verzehrt, die Flammen büßen, die wir nicht zu bändigen vermochten.“ Ich glaube, Christoph Marthalers freundlicher Sarkasmus und Friedrich Hölderlins „in die Höhe Fallen“ passen ganz gut zusammen, und auch ein „zerrissen Saitenspiel“ ist zu schönen Tönen fähig. (Carl Hegemann, Hamburg, 29/11/2020) Regie: Christoph Marthaler Bühne: Duri Bischoff Kostüme: Sara Kittelmann Licht: Annette ter Meulen Idee und künstlerische Beratung: Carl Hegemann Dramaturgie: Malte Ubenauf Viola da Gamba: Martin Zeller Klavier und Clavichord: Bendix Dethleffsen Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich und der Akademie der Künste Berlin / gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Dauer: 1 Stunde 25 Minuten, Keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Hamlet

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

aus dem Englischen von Heiner Müller, Mitarbeit Matthias Langhoff / unter Verwendung von Heiner Müllers »Hamletmaschine« Europa 1601, zwei Jahre vor dem Tod Königin Elisabeths, häufen sich die Anzeichen des nahen Endes einer glücklichen Epoche. Shakespeares Gönner, ein Liebhaber der Königin, wird hingerichtet, sein Vater stirbt, ebenso sein Sohn, der Hamnet hieß. Ein Einschnitt, eine Epochenschwelle, William Shakespeare schreibt »Hamlet« und stößt in eine neue Dimension vor, jenseits aller bekannten Genres. Kein Stück hat so viele widersprüchliche Deutungen provoziert. Der Autor versetzt seinen Helden und das Publikum in eine besondere Art Unwissenheit: ein ultimatives Nicht-Wissen, nicht Entscheidungsschwäche oder Zögerlichkeit, vielmehr Unentscheidbarkeit in den entscheidenden Fragen, ein Nicht-Wissen, dem man nicht entrinnen kann, das alles in Frage stellt. So irritiert und fasziniert »Hamlet« durch die Jahrhunderte hindurch Leser*innen und Publikum. Ein „Geist“ tritt auf, ist ihm zu trauen? Die Verworfenheit des aktuellen Herrschers ist offensichtlich – aber was sind die Konsequenzen? Die dunklen Flecken in der Geschichte der Väter bleiben dunkel. Wo wird Wahrheit gespeichert, wenn es keinen „Geist“ gibt? Heiner Müller verfolgt in seinem grandiosen Kurzdrama »Hamletmaschine« die Figur Hamlet durch die verheerende Geschichte des 20. Jahrhunderts. Shakespeares Stück selbst, schreibt er, „ist der Versuch, eine Erfahrung zu beschreiben, die keine Wirklichkeit hat in der Zeit der Beschreibung. Ein Endspiel in der Morgenröte eines unbekannten Tags.“ Regie: Frank Castorf Bühne: Aleksandar Denić Kostüme: Adriana Braga Peretzki Licht: Lothar Baumgarte Künstlerische Produktionsleitung: Sebastian Klink Sounddesign: William Minke Videodesign: Andreas Deinert Live-Kamera: Andreas Deinert, Severin Renke Live-Schnitt: Jens Crull, Maryvonne Riedelsheimer Live-Cueing: Rebecca Dantas Live-Tonangler: Michael Gentner, Jochen Laube Dramaturgie: Ralf Fiedler
Aufführungen | Schauspiel

Im Namen der Brise

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Gerade einmal sieben von Emily Dickinsons mehr als 1700 Gedichten wurden zu ihren Lebzeiten veröffentlicht. Und auch nach dem Tod der amerikanischen Dichterin 1886 konnte nur durch eine Mischung aus Zufall und Glück verhindert werden, dass ihr Nachlass verbrannt und der Menschheit damit eine Welt vorenthalten worden wäre. Denn Gedichte von Emily Dickinson sind mehr als Beschreibungen, dessen was ist, sie bauen mit einfachen, kleinen Bewegungen etwas Neues. Die winzigen Ausschnitte der sichtbaren Welt, die sie aus den Fenstern ihres Hauses in Amherst/Massachusetts beobachtete, verwandelte Dickinson in einzigartige Weltliteratur. In seiner neuen Arbeit begegnet Christoph Marthaler Emily Dickinson und knüpft damit an den Hölderlin-Abend »Die Sorglosschlafenden, die Frischaufgeblühten« an. »Im Namen der Brise« ist der zweite Teil einer kleinen kammermusikalischen Trilogie im MalerSaal über drei Autor*innen aus verschiedenen Jahrhunderten und entgegengesetzten Himmelsrichtungen, mit denen Christoph Marthaler sich auf seine ganz eigene Weise verbunden fühlt. Regie: Christoph Marthaler Bühne: Duri Bischoff Kostüme: Sara Kittelmann Licht: Björn Salzer Musik: Fee Aviv Dubois Musikalische Einstudierung: Bendix Dethleffsen Tasteninstrumente: Bendix Dethleffsen, Fee Aviv Dubois Dramaturgie: Malte Ubenauf Uraufführung am 14/10/2023 1 Stunde 55 Minuten, Keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Mein Schwanensee

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

In den vergangenen Spielzeiten entwickelte Christoph Marthaler im MalerSaal zwei ungewöhnliche Abende, die auf Gedichten, Briefen und Skizzen von Autor*innen basieren, die aus unterschiedlichen Gründen den vollständigen Rückzug in Zimmer (Emily Dickinson) und Türme (Friedrich Hölderlin) wählten, um aus kleinsten Räumen größte Literatur hervorzubringen. Nach »Die Sorglosschlafenden, die Frischaufgeblühten« und »Im Namen der Brise« geht es nunmehr um eher unbekannte Teile des Werks der österreichischen Schriftstellerin Elfriede Jelinek, die aus ihren Wohnungen in Wien und München heraus das freidrehende Weltgeschehen seziert und unverwechselbar zur Sprache bringt. So wie die Dinge stehen, wird es alles andere als ein klassisches Ballett. Mit »Mein Schwanensee« schließt sich die Beschäftigung mit diesen weltzugewandten Weltflüchtigen nun zu einer Trilogie. Regie: Christoph Marthaler Bühne: Duri Bischoff Kostüme: Sara Kittelmann Licht: Björn Salzer Dramaturgie: Malte Ubenauf, Judith Gerstenberg
Aufführungen | Schauspiel

Zur Person: Hannah Arendt

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

1964 gibt Hannah Arendt dem noch jungen Journalisten Günter Gaus ein Interview, das inzwischen legendär ist. Arendt begegnet ihrem sanften Gegenüber mit der gnadenlosen Präzision ihrer Intellek tualität. Immer wieder kommt sie auf den Schock von 1943 zu sprechen, als sie, inzwischen im US-amerikanischen Exil, von der „Fabrikation der Leichen“ (Arendt) in Auschwitz erfuhr. Ein Schock, aus dem ihre politische Theorie des Begreifens erwuchs: „Begreifen bedeutet, sich aufmerksam und unvoreingenommen der Wirklichkeit, was immer sie ist oder war, zu stellen und entgegenzustellen.“ Es ist dies ein Entgegenstellen, das, 2025, immer schwieriger zu werden droht. Nicht nur, weil der Wille genau hinzuschauen schwindet, sondern schlicht und ergreifend deshalb, weil 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs das Erinnern an Wirklichkeit, die immer auch Vergangenheit ist, schwindet. Julia Wieninger erweckt in diesem Re-Enactment die große Hannah Arendt einen Abend lang zum Leben. Konzept: Julia Wieninger, Martin Györffy Bühne: Julia Oschatz Kostüme: Jana Sophia Schweers Licht: Björn Salzer Mit: Julia Wieninger, Michael Weber 1 Stunde 10 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Ein Sommer in Niendorf

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Gut situiert, gut angezogen, gut aufgestellt – so tritt er auf, der Jurist Dr. Georg Roth. Jetzt träumt er davon, ein bejubelter Autor zu sein. Er nimmt eine Auszeit, um ein Buch zu schreiben. Die Wahl des Ortes fällt auf Niendorf, Teil des Timmendorfers Strands. Einst Treffpunkt der berühmten Schriftstellergruppe 47 scheint der unglamouröse Badeort genau die richtige Wahl. Drei Monate gibt er sich Zeit, nicht mehr. Doch bald schon stockt der Schreibprozess. Dem Juristen begegnen allerlei dämonische Figuren, kleinbürgerliche oder proletarische, die ihn abstoßen und zugleich in ihren Bann schlagen. Das Buchprojekt jedenfalls tritt immer mehr in den Hintergrund. Und der Sommer in Niendorf beginnt Dr. Roths Leben zu verschlingen. Heinz Strunks Roman wurde von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Sein »Sommer in Niendorf«, hieß es, sei ein moderner »Zauberberg«. Und wenn Thomas Manns Zauberberg vor allem ein Ort ist, wo die Zeit anders verläuft, verfließt und vergeht, so geschieht Gleiches in Strunks Niendorf: Die berauschende Wirkung der Höhenluft wird in dem norddeutschen Badeort freilich durch ausgiebigen Alkoholkonsum erzielt. Auf die Bühne gebracht wird der Roman von Studio Braun – natürlich unter Beteiligung des Gründungsmitglieds und Autors Heinz Strunk. Regie: Studio Braun Bühne: Stephane Laimé Kostüme: Dorle Bahlburg Musik: Studio Braun, Sebastian Hoffmann Video: Meika Dresenkamp Choreografie: Rica Blunck Licht: Rebekka Dahnke Dramaturgie: Christian Tschirner Band: Sebastian Hoffmann (Musikalische Leitung / Posaune), Lieven Brunckhorst (Saxophon), Ali Busse (Bass), Jens Carstens (Schlagwerk), Taco van Hettinga (Keyboards), Sönke Rust (Gitarren) 2 Stunden 10 Minuten, Keine Pause

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