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Aufführungen | Film

Kino der Republik

Wiener Festwochen

Zum 75. Jubiläum der Wiener Fest­wochen laden wir zu einer beson­deren filmischen Reise durch die letzten Jahrzehnte ein: Das Kino der Republik im Laderaum des Ba­deschiffs zeigt jeweils freitags und sonntags ausgewählte Filmaus­schnitte, Archivaufnahmen und dokumentarisches Material zu ikonischen Produktionen, die den Mythos der Festwochen geprägt haben – wie Schutz vor der Zukunft (Christoph Marthaler), Wir Hunde (Signa), Bitte liebt Österreich! (Christoph Schlingensief) oder das Falco­-Eröffnungskonzert 1985. Bei ausgewählten Screenings gibt es außerdem Gespräche mit Beteilig­ten, Zeitzeug:innen und Expert:in­nen – ein lebendiges Archiv der künstlerischen Vielfalt und prägen­den Momente aus 75 Jahren Wiener Festwochen! NOCH MEHR KINO DER REPUBLIK: Das Stadtkino Wien präsentiert im Festival­zeitraum die Filmreihe Thank Goddess! . Außerdem gibt es am 21. Juni – zum Finale der Republic of Gods – ein Special Screening der neuen ORF­Doku Würstchen haben hier nichts zu suchen – 75 Jahre Wiener Festwochen im Stadtkino. Mehr Infos ab April unter stadtkinowien.at
Aufführungen | Performance

Mythical Ark: Gretchenfrage

Wiener Festwochen

Wie hast du’s mit der Religion? – fragt Gretchen Faust. Lulu Obermayer, die sowohl in der Oper, im Theater als auch im Performancebereich zu Hause ist, erkundet mit Gretchen-frage, wie liturgische Formen und Rituale als ästhetische DNA im westlichen Theater fortwirken. Sprache: Deutsch Dauer: ca. 60 Min.
Aufführungen | Performance

Mythical Ark: Dialectics Of Departure: Anchoring Babel

Wiener Festwochen

Dialectics of Departure ist ein mehrteiliges Pro­jekt von Ariel Efraim Ashbel und Rachel Libeskind, das jüdische Tradition, die Geschichten von Orten und künstlerische „Spielereien“ zusam­menbringt. Anchoring Babel ist ein speziell für die Republic of Gods entwickeltes Kapitel. Sprache: Englisch u.a. Dauer: ca. 60 Min.
Aufführungen | Performance

Mythical Ark: This is not Montana

Wiener Festwochen

Netti Nüganen, Per­formancekünstle­rin und Musikerin, dekonstruiert den Cowboy­-Mythos. Bekannte Sym­bole des „Wilden Westens“ werden zum Rohmaterial für eine neue Liturgie. Banjo, Stimme, Schreie und Texte prallen aufeinander und erforschen die Verbindung zwi­schen Ideologie und Hingabe. Sprache: Englisch Dauer: ca. 60 Min.
Aufführungen | Theater

埋火 / Sleeping Fires

Wiener Festwochen

Im Jahr 1840 lebt hundert Kilometer nördlich von Edo, dem heutigen Tokio, auf einem abgelegenen Bauern­hof die blinde Frau Iku mit ihrem Mann. Die Dorfbewohner:innen besuchen Iku für therapeutische Massagen, denn ihre Berührungen lindern nicht nur die Lei­den des Körpers, sondern auch jene des Herzens. Als der Winter in den Bergen hereinbricht, erscheint eine junge blinde Frau, Sayo, um die Kunst der Massage zu erlernen – und die Erzählung nimmt eine unerwartete Wendung … In Sleeping Fires erzählt der japanische Theater­macher Kurō Tanino die Begegnung von Sayo, einer von Gewalt verletzten Frau, mit Iku, die den Schmerz anderer tiefer spürt als irgendjemand sonst. Ge­meinsam mit blinden Performerinnen und im realistischen Bühnenbild einer ländlichen, zutiefst spirituellen Welt erzählt Tanino, Meister der Poesie des Alltags, eine genauso intime wie uni­versale Geschichte: von Schmerz und der Hoffnung, die dann entsteht, wenn Menschen einander „berühren“. Text, Regie: Kurō Tanino Bühne: Michiko Inada Musik: Yu Okuda Licht: Masayuki Abe Sounddesign: Koji Sato Video: Nobuhiro Matsuzawa Kostüm: Mariko Tomoyoshi Regieassistenz: Hatsune Sakai Inspizienz: Masaya Natsume, Akari Kitano Assistenz Inspizienz: Tatsuhiko Ito Videotechnik: Azusa Saito Untertitel: Saki Sahara Company Management: Chika Onozuka Produktion: Niwa Gekidan Penino, Arche LLC Coproduktion: NO Limits Mit Unterstützung von Arts Council Tokyo Empfohlen ab 14 Jahren PUBLIKUMSGESPRÄCH: 20. Juni, im Anschluss an die Vorstellung Sprache: Japanisch mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 110 Min.
Aufführungen | Performance

Doppelgänger/ Doppelganger

Wiener Festwochen

Mit feiner Melancholie umtanzen Gob Squad in ihren Arbeiten das anarchische Chaos des Seins. So haben sie sich in die Her­zen des internationalen Publikums ge­spielt und wurden kürzlich mit dem Silbernen Löwen der Theater­-Biennale in Venedig ausgezeichnet. Unvergessen ist in Wien die Produktion Kitchen des deutsch­britischen Performance­-Kol­lektivs, in der die Performer:innen nach und nach durch das Publikum ausge­tauscht werden. Doppelgänger/Doppelganger knüpft an diese legendäre Arbeit an. Im Zentrum steht die Rekonstruk­tion einer vertrauten Szene: eine fami­liäre Geburtstagsfeier, inspiriert von Aufnahmen und Erinnerungen aus der Jugend der Gob­-Squad­-Mitglieder. Doch wer spielt hier welche Rolle? Und wer entscheidet überhaupt, was als Nächstes geschieht? Schnell zeigt sich: Hier bestimmen mehr Personen das Geschehen als zunächst gedacht. Die Geburtstagsgesellschaft kippt in eine surreale Vision voller unerwarteter Wendungen, in der verschiedene Iden­titäten und Stimmen unerbittlich darum kämpfen, gehört zu werden. Konzept Gob Squad Entwicklung und Performance Johanna Freiburg, Sean Patten, Tatiana Saphir, Sharon Smith, Berit Stumpf, Sarah Thom, Bastian Trost, Simon Will Sounddesign Sebastian Bark, Julio Zúñiga Videodesign Miles Chalcraft Bühne und Kostüm Nina von Mechow, Amir Baltić Licht und Technische Leitung Chris Umney Dramaturgie und Produktionsleitung Christina Runge Künstlerische Mitarbeit Katharina Joy Book, Ben Goldby, Simon Kernen Assistenz Bühne und Kostüme Tina Hübner Company Management Heleen De Boever, Caroline Gentz, Talea Schuré, Grischa Schwiegk Produktion: Gob Squad Koproduktion: Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, HAU Hebbel am Ufer Berlin, &Espoo Theatre Empfohlen ab 14 Jahren PUBLIKUMSGESPRÄCH: 19. Juni, im Anschluss an die Vorstellung Sprache: Deutsch, Englisch Dauer: ca. 90 Min.
Aufführungen | Oper

Parsifal

Wiener Festwochen

von Richard Wagner Richard Wagners letztes Werk führt mitten in die Gemeinschaft um den Heiligen Gral, die in einer tiefen Krise steckt. Die Gralsritter warten auf den „durch Mitleid wissenden Toren“, der sie erlösen soll – und erkennen ihn im jungen Parsifal. Weit über hundert Per­sonen umfasst die Besetzung der großen und als „Bühnenweihfestspiel“ bezeich­neten Komposition Wagners, das er selbst als heiligen Akt verstanden wissen wollte. Die deutsche Regisseurin Susanne Kennedy und der bildende Künstler Markus Selg transformieren diesen Wunsch in die Gegenwart und lassen das Publikum in eine Welt aus archaischen wie futuristischen Ästhet­iken, religiösen Symbolen und KI­-gene­rierten Bildern eintauchen. Inspiriert von christlichen Motiven, Lehren des Buddhismus und Gedanken aus dem Hinduismus schaffen sie ein Ritual auf der Suche nach spirituellen Ebenen hinter den Schleiern der digitalen und materiellen Welt. Richard Wagner: Parsifal Ein Bühnenweihfestspiel in drei Akten Herausgegeben nach dem Text der Richard-Wagner-Gesamtausgabe von Egon Voss und Martin Geck Orchester: ORF Radio-Sinfonieorchester Wien Chor: Arnold Schoenberg Chor & Gumpoldskirchner Spatzen Regie: Susanne Kennedy Konzept: Susanne Kennedy, Markus Selg Musikalische Leitung: Yi-Chen Lin Bühne, Video: Markus Selg Mitarbeit Videodesign, kreative Technologien: Warja Rybakova Kostüm: Andra Dumitrascu Licht: Sascha Zauner Choreografie: Dominic Santia Dramaturgie: Tobias Staab Musikdramaturgie: Piet De Volder Produktion: Opera Ballet Vlaanderen Koproduktion: Wiener Festwochen I Freie Republik Wien In Kooperation mit der Volksoper Wien Mit Unterstützung des Tax Shelter Programms der belgischen Regierung Mit freundlicher Genehmigung von UNIVERSAL EDITION AG, Wien, in Vertretung von Schott Music GmbH & Co. KG Empfohlen ab 14 Jahren WERKSEINFÜHRUNG: 15. Juni 2026, vor der Premiere (ab 17.15 Uhr) 19. Juni 2026, vor der Vorstellung (ab 17.15 Uhr) Sprache: Deutsch mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: 5 Std. 20 Min., inkl. 2 Pausen
Aufführungen | Performance

La Parabole du Seum

Wiener Festwochen

Rébecca Chaillon Inspiriert von den Lebensgeschichten eines Popstars und einer Sternenforscherin, die aus der gleichen stigmatisierten Banlieue Saint-Denis (93) bei Paris stammen wie sie selbst, erzählt Rébecca Chaillon in Die Parabel von der Säure vom Überleben als Teil einer Minderheit. Mit Mitgefühl, Humor und Poesie entwickelt die nach eigener Aussage „Schwarze, fette, kinderlose, alternde Lesbe“ Chaillon, eine der einflussreichsten neuen Stimmen der französischen Kulturlandschaft, mit ihrer aktuellen Inszenierung eine rebellische Science-Fiction-Performance. In Anlehnung an Octavia Butlers visionären Roman  Die Parabel vom Sämann , in dem ein heranwachsendes Mädchen eine eigene Religion entwirft, ist   Die Parabel von der Säure eine inspirierende Fabel über die Magie des Glaubens. Im Zentrum steht eine Gemeinschaft von fetten Menschen, die trotz allgegenwärtiger Angst vor dem Zusammenbruch, trotz brutaler Verbrechen und kollektiver Abstumpfung nicht aufhört sich zu engagieren. Die Parabel von der Säure ist eine genauso witzige wie radikale Eroberung einer menschenwürdigen Zukunft. Text, Regie: Rébecca Chaillon Co-Regie: Céline Champinot Sounddesign, Ton: Élisa Monteil Bühne: Camille Riquier Videodesign, Leitung Video: Elisa Bernard Licht: Alexia Alexi Kostüm: Solenne Capmas Technische Leitung (Entwicklung): Suzanne Péchenart Technische Leitung, Inspizienz (Tour): Suzanne Péchenart / Marianne Joffre Leitung Licht: Selma Yaker Leitung Ton: Elisa Monteil / Justine Pommereau Regiehospitanz: Marie Delpit Administration, Produktion: Élise Bernard, Manon Crochemort, Amadine Loriol Produktion, Entwicklung: Mélanie Charreton / Bureau O.u.r.s.a M.I.n.o.r Rébecca Chaillon wird von L’Arche – Agence théâtrale vertreten (www.arche-editeur.com) Produktion: Compagnie Dans le ventre Koproduktion: Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, Théâtre Public de Montreuil – Centre dramatique national, Théatre National Wallonie-Bruxelles, Les Nuits de Fourvière – Lyon International Metropolis Festival, Comédie de Genève, Dublin Theatre Festival, tnba – Théâtre National Bordeaux Aquitaine, Le Volcan – Scène nationale du Havre, La Criée – Théâtre National de Marseille, Le Carreau du Temple (Paris), Le Maillon Théâtre de Strasbourg – Scène européenne, Théâtre Sorano – Scène conventionnée (Toulouse) Koproduktion mit Unterstützung des grenzüberschreitenden Programm Interreg VI France-Wallonie-Vlaanderen – EMERGE : Le Manège Maubeuge – Scène nationale transfrontalière, Le Phénix – Scène nationale Valenciennes Pôle Européen de Création, Théâtre de Namur, Maison de la Culture d’Amiens, Kunstencentrum VierNulVier (Gent) Ausgewählt von der Plattform Prospero NEW, kofinanziert durch das Creative‑Europe‑Programm der Europäischen Union Der Text wurde im Auftrag der Maison de la Culture de Seine‑Saint‑Denis (MC93) im Rahmen von Multitude, der interkulturellen Biennale von Seine‑Saint‑Denis, verfasst. Mit der Unterstützung des Théâtre Léo Ferré (Aulnoye‑Aymeries) und des Générateur (Gentilly). Die Compagnie Dans le ventre wird von der Direction Régionale des Affaires Culturelles Hauts de France unterstützt. Empfohlen ab 16 Jahren Relaxed Seating – um allen Zuschauer:innen ausreichend Platz zum Sitzen auf den Bänken zu bieten, ist die Zuschauer:innenanzahl reduziert. PUBLIKUMSGESPRÄCH: 12. Juni 2026, im Anschluss an die Vorstellung WORKSHOP: 14. Juni 2026, Performing Intimacy Workshop mit Rébecca Chaillon Sprache: Französisch mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 2 Std. 45 Min.
Aufführungen | Theater

SEPPUKU
EL FUNERAL DE MISHIMA
o el placer de morir

Wiener Festwochen

Angélica Liddell Die spanische Radikalkünst­lerin Angélica Liddell und den japanischen Autor Yukio Mishima verbindet die Suche nach der Einheit von Schön­heit, Erotik und Tod. Seppuku, auch als Harakiri bekannt, ist der rituelle Selbst­mord der Samurai und Ausgangspunkt für Liddells neueste Arbeit – eine Re­flexion über Tod und Selbstmord, ge­boren aus einem extremen Lebenswil­len; ein Ritual für die Toten und die Lebenden; ein Abschiedsgedicht, das Schmerz und Schönheit vereint. Selbst­mord, so Liddell, sei immer eine avant­gardistische Handlung und beinhalte eine brutale ästhetische Komponente. Liddell konfrontiert den Tod mit Lust und Schönheit, das Leben mit seiner Endlichkeit: Kunst als Ausdruck des Verlangens nach Ekstase! Gemeinsam mit einem Tänzer und einem Darsteller aus Japan – Wegbegleiter Liddells – geht sie in ihrer neuesten Arbeit ans Limit: körperlich, seelisch, künstlerisch. Regie, Text, Bühne, Kostüm: Angélica Liddell Licht: Javier Alegría Technische Leitung: Maxi Gilbert Lichttechnik: Francisco Jesús Galán Ton: Antonio Navarro Bühnentechnik: Javier Castrillón Inspizienz: Helena Galindo Konstruktion Bühne: Alfonso Reverón Díaz Logistik: Helena Pastor Produktion: Gumersindo Puche Produktionsassistenz: Jaime Del Fresno Produktion: Compagnie Atra Bilis Teatro / Iaquinandi, S.L. Koproduktion: Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, Festival Temporada Alta, Théâtre National de Strasbourg, Festival Grec, Odéon–Théâtre de l’Europe Mit Unterstützung der Autonomen Gemeinschaft Madrid Ab 18 Jahren Das Stück thematisiert Suizid und Tod. In der Vorstellung werden Blut und Nadeln verwendet. CASTING CALL: Für diese einzigartige Produktion werden Statist:innen gesucht. Alle Informationen PUBLIKUMSGESPRÄCH: 12. Juni, im Anschluss an die Vorstellung Sprache: Spanisch, Japanisch mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: 2 Std.
Aufführungen | Tanz

Clap & Slap

Wiener Festwochen

Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine 2022 herrscht insbesondere in Osteuropa eine lähmende Spannung. Der Choreograf Igor Shugaleev unterstützte 2020 die Proteste in Belarus, verließ aber seine Heimat, nachdem die Revolution niedergeschlagen wurde. Die litauische Choreografin Agnietė Lisičkinaitė ent­schied aus Protest, nicht mehr mit rus­sischsprachigen Künstler:innen zusam­menzuarbeiten. CLAP & SLAP ist der Versuch eines Dialoges, der außerhalb der Kunst unmöglich erscheint – ein Dialog über kollektive und persönliche Verantwortung und Schuld. Im Zent­rum steht die Geste der Selbstgeißelung. Die beiden Künstler:innen reflektieren mit feinem Humor und brutaler Ehrlich­keit auf der Bühne ihre Fähigkeit, zwi­schen Selbstverteidigung und Aggres­sion, zwischen Nationalismus und Patriotismus zu unterscheiden: Können wir uns verteidigen, ohne selbst zu Ag­gressor:innen zu werden? Können wir persönliche Überzeugungen hochhalten und individuelle Freiheiten schützen, ohne die Rechte anderer zu verletzen? Von und mit Agnietė Lisičkinaitė, Igor Shugaleev Musik: Agne Matulevičiūtė Bühne: Oles Makukhin Dramaturgie: Bush Hartsorn Beratung Regie: Olga Lapina Licht: Povilas Laurinaitis Produktion: Be Company Gefördert durch den Litauischen Kulturrat Residencies: Radialsystem Berlin, Studio ALTA (Prag), Bora Bora – Dance and Visual Theater (Aarhus), Santarcangelo Festival Empfohlen ab 16 Jahren PUBLIKUMSGESPRÄCH: 11. Juni, im Anschluss an die Vorstellung Sprache: Englisch mit deutschen Übertiteln Dauer: 50 Min.
Aufführungen | Theater

Juggle & Hide

Wiener Festwochen

Wichaya Artamat / Duck Unit Wenn Gott „die unsicht­bare Hand ist, die alles lenkt“, ist dann im Theater die Regie Gott? Und jedes Theaterstück eine Diktatur? Der thailändische Theater­macher Wichaya Artamat versteht seine künstlerischen Arbeiten eigentlich als Antithese zu autoritären Systemen. Um die Zensur im eigenen Land zu umge­hen, lädt er Requisiten mit Metaphern auf. Mit Juggle & Hide hinterfragt Artamat nun dieses Vorgehen und seine eigene Rolle als Regie-­Gott. Hat er all diesen Gegenständen eine Bedeutung aufgezwungen? In seiner ebenso ver­spielten wie radikalen Performance Juggle & Hide , die zum ersten Mal in Europa zu sehen ist, konfrontiert Artamat die reale politische Unfreiheit in Thailand mit der totalen Freiheit der Kunst: Bil­der, Lieder, Esswaren und Ventilatoren bilden eine gemeinsame Front, fordern die Macht des Theatermachers heraus und übernehmen kurzerhand die Büh­ne. Artamat stellt sich damit eine der zentralen Fragen der Republic of Gods: Kann Kunst einen Punkt erreichen, wo sie eine völlig neue Welt erschafft? Konzept, Regie: Wichaya Artamat Text: Pathipon (Miss Oat), Wichaya Artamat Künstlerische und technische Leitung: Pornpan Arayaveerasid, Rueangrith Suntisuk Dramaturgie: Yuya Tsukahara Sounddesign: Araki Masamitsu Entwicklung Mechanik: Laphonphat Duongploy Technik: Piti Boonsom, Chayamon Srijaruyanon Ton: Toru Koda Objektkoordination, Inspizienz: Surat Kaewseekram Koordination Technik, Assistenz Managament: Monthira Jamsri Produktion: Sasapin Siriwanij Produktion: For What Theatre Koproduktion: Kyoto Experiment, The Japan Foundation, Duck Unit Mit Unterstützung von The Saison Foundation, KYOTO ART CENTER, Bangkok Art and Culture Centre (BACC) Empfohlen ab 14 Jahren Dieses Stück wurde vom Internationalen Programmbeirat ausgewählt. PUBLIKUMSGESPRÄCH: 8. Juni, im Anschluss an die Vorstellung Sprache: Thailändisch mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: 75 Min.
Aufführungen | Performance

Credere alle Maschere

Wiener Festwochen

Romeo Castellucci In der Republic of Gods kann er nicht fehlen: der italieni­sche Regisseur und Gesamtkunstwerk­-Schöpfer Romeo Castellucci, der die Natur des Heiligen per se befragt. Seine Arbeiten sind vol­ler biblischer, mythologischer und iko­nografischer Bezüge, von Gottesferne und Gottesgegenwart, von Ritualen und liturgischen Formen geprägt. Als regel­mäßiger Gast bei den Wiener Festwo­chen haben seine Inszenierungen so­wohl Jubelstürme wie auch Proteste ausgelöst. Nun kehrt er mit seiner neusten installativen Performance zu­rück. Für diese wurden 50 Masken entworfen und jede gehört einer Person im Publikum. An Masken glauben ist eine Art Rätsel, das den individuellen Blick reflektiert und das Zuschauen an sich moralisch hinterfragt. Im Zentrum die­ses Rätsels steht ein berühmter Stuhl – ein Stuhl, der eine lange Geschichte über die Kunst und den Tod in sich trägt. Regie: Romeo Castellucci Dramaturgische Mitarbeit: Piersandra Di Matteo Künstlerische Mitarbeit: Sergio Scarlatella Technische Leitung: Eugenio Resta Requisite: Plastikart Studio – Amoroso & Zimmermann Technik: Andrei Benchea Elektrotechnik: Andrea Sanson Leitung Produktion: Benedetta Briglia Produktion: Caterina Soranzo Organisation: Giulia Colla Administration: Michela Medri, Elisa Bruno, Simona Barducci Wirtschaftsberatung: Massimiliano Coli Produktion Societas Koproduktion Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, Triennale Milano Teatro, Grec Festival (Barcelona), Transart Festival (Bozen) Empfohlen ab 14 Jahren PUBLIKUMSGESPRÄCH: 7. Juni, im Anschluss an die dritte Vorstellung Dauer: ca. 40 Min.
Aufführungen | Theater

БУРЯТА / The Tempest

Wiener Festwochen

Robert Wilson Text von William Shakespeare Robert Wilsons Insze­nierung ist ein Sturm aus Licht, Klang und Bewegung, der die Bühne zu einer traum­haften Zwischenwelt werden lässt. Wilson, Meister der visuellen Sprache, lässt jede Bewegung, jeden Schatten, jedes Geräusch Teil einer gigantischen, absurd anmutenden Komposition wer­den. Wilson, der 2025 verstarb, war ein Pionier des experimentellen Theaters, sein Werk war über die Jahre immer wieder bei den Festwochen zu sehen. Nun bietet sich die vielleicht letzte Gelegenheit, eine Inszenierung der Theater-­Ikone zu erleben: Wilson und 16 energetische Schauspieler:innen des Nationaltheaters Sofia, Bulgarien, ver­wandeln Shakespeares Klassiker Der Sturm über Macht, Rache und Ver­gebung in ein Fest der Sinne, das das Publikum mitten ins Herz des Sturms zieht. Regie, Bühne, Licht: Robert Wilson Co-Regie: Ann-Christin Rommen Bulgarische Übersetzung: Valeri Petrov Kostüm, Maske: Yashi Co-Design Licht: Marcello Lumaca Textfassung und Dramaturgie: Jutta Ferbers Künstlerische Mitarbeit Bühne: Marie de Testa Sounddesign: Dario Felli Produktion: Ivan Vazov National Theater Sofia Empfohlen ab 14 Jahren PUBLIKUMSGESPRÄCH: 6. Juni, im Anschluss an die Vorstellung Für Plätze mit dem Hinweis „sichteinschr. ÜT“ stehen die Übertitel mittels der App BURGTHEATER PROMPT zur Verfügung. Sprache: Bulgarisch mit deutschen und englischen Übertiteln, siehe Hinweise Dauer: 90 Min.
Aufführungen | Theater

Kassandra - or Songs of the Canaries

Wiener Festwochen

Unerwünschte Wahrheiten und Warnungen verhallten ungehört, nun aber verstummen Gesellschaften beinahe ohnmächtig angesichts der Bilder von verdorrten Landschaften, ausgelöschten Städten und den multiplen Krisen der Gegenwart. Gegen diese Bilder des Schreckens und des Krieges begehrte die antike Prophetin Kassandra auf. Es war ihr Schicksal, Unheil vorherzusehen, mit ihren Warnungen jedoch ungehört zu bleiben. Wer sind die Kassandras von heute? Welche Antworten finden die marginalisierten, verletzlichen und oft ignorierten Stimmen der Gesellschaft auf die drängendsten Fragen unserer Zeit? Was fordern sie mit Blick auf die Zukunft? Die polnische Regisseurin und Autorin Marta Górnicka ist durch ihre einzigartig kraftvollen Sprechchöre berühmt geworden. Für ihre neueste Arbeit bringt sie eine Gruppe von Menschen verschiedener Generationen, Sprachen, Erfahrungen, mit und ohne Behinderung, zu einem Chor von Kassandras zusammen – ein Chor, der das Unerhörte ausspricht. »Das Kassandra-Syndrom – die Erfahrung, dass den eigenen berechtigten Sorgen nicht geglaubt wird und diese Zurückweisung zu psychischen Belastungen und Leiden führt – scheint mir eine gemeinsame Erfahrung und ein Zustand unserer Zeit zu sein. Jeden Tag werden ganze soziale Gruppen gesellschaftlich ignoriert und zum Schweigen gebracht. Ihre verletzlichen Stimmen sind für mich wie der Gesang der Kanarienvögel im Bergwerk. Mit dem KASSANDRA CHORUS bringe ich diese Stimmen auf die Bühne, um gemeinsam ein Lied der Ermächtigung zu singen. Solange die Kanarienvögel weiter singen, sind wir am Leben.« – Marta Górnicka Konzept, Regie: Marta Górnicka Libretto: Marta Górnicka & Ensemble Musik: Marta Górnicka, Wojciech Frycz Bühne: Mirek Kaczmarek Kostüm: Pola Kardum Choreografie: Evelin Facchini Videodesign: Christopher Bonte Dramaturgie: Endre Malcolm Holéczy, Anja Nioduschewski Dramaturgische Mitarbeit: Olga Byrska, Maria Rößler Künstlerische Mitarbeit: Filip Piotr Rutkowski Stimmchoaching: Joanna Piech-Sławecka Produktionsleitung: Eylem Döndü Kılıç, Marta Stein Regieassistenz: Alberto Afferni Dramaturgieassistenz: Janka Kenk Bühnenbildassistenz: Anne-Kathrin Müller Kostümassistenz: Charlotte Schwärmer Regiehospitanz: Yolène Queyras, Marianna Wicha Dramaturgiehospitanz: Yael Ostermeier, Veronique Matheny-Plamondon Produktion: Maxim Gorki Theater Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds (Deutschland) Empfohlen ab 12 Jahren PUBLIKUMSGESPRÄCH: 4. Juni 2026, im Anschluss an die Vorstellung WORKSHOP: 6. Juni 2026, Silent Scream Workshop mit Marta Górnicka Sprache: Arabisch, Ukrainisch, Polnisch, Deutsch, Türkisch, mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: 90 Min.
Aufführungen | Theater

9/11 Frames per Second

Wiener Festwochen

Claudia Rankine & Bateira, Myassa Kraitt & Dilan Şengul, Ozan Zakariya Keskinkilic, Rodrigo Batista, Sivan Ben Yishai & Eyal Raz, Marie Bues Als am 11. September 2001 Flugzeuge in die Twin Towers rasten, kollabierte auch die Vorstellung der unangreifbaren Weltmacht USA. Es folgten „war on terror“, Überwachung und die Aushöhlung von Grundrechten. 25 Jahre später reflektieren Künstler:in­nen aus den USA, Israel, Palästina, Österreich, Deutschland und Brasilien die Folgen von 9/11 in einem vierteiligen Abend: Claudia Rankine und Bateira beleuchten die Verwüstungen, die unsere Gegenwart prägen. Myassa Kraitt und Dilan Şengül widmen sich der mythischen Festung Alamut, wo sich im Mittelalter jene Mythen formten, die später zu vermeint­lichem Wissen über Terror verklärt wurden. Ozan Zakariya Keskinkılıç und Rodrigo Batista erzählen von queeren Jihadis und anti­muslimischem Rassismus. Und Sivan Ben Yishai, Eyal Raz und Marie Bues führen einen Dialog zwischen Berlin, Jerusalem­-Al-­Quds und Wien. Texte: Claudia Rankine, Myassa Kraitt, Dilan Şengül, Ozan Zakariya Keskinkılıç, Sivan Ben Yishai, Eyal Raz Regie Claudia Rankine, Myassa Kraitt, Rodrigo Batista, Marie Bues Bühne, Kostüm Charlotte Pistorius Produktion: Schauspielhaus Wien Koproduktion: Wiener Festwochen | Freie Republik Wien Empfohlen ab 16 Jahren PUBLIKUMSGESPRÄCH: 3. Juni, im Anschluss an die Vorstellung EINFÜHRUNG: 5. / 10. Juni 2026, 19.00 Uhr Eine gemeinsame Produktion der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien und des Schauspielhaus Wien Sprache: Deutsch und Englisch mit deutschen und englischen Übertiteln
Aufführungen | Musiktheater

Mōdraniht. Songs of Winter War

Wiener Festwochen

Wie macht man in Kriegszeiten Oper? Das Kyjiwer Kollektiv Opera Aperta stellt sich mit ihrer neusten Arbeit dieser Frage, während sie täglich mit dem russischen Angriffskrieg konfrontiert sind. In ihren Arbeiten verbinden sie Musik, Performance, Theater und poli­tische Reflexion und stehen als interdis­ziplinäres Kollektiv für eine radikale Öffnung der Oper hin zu Gegenwart und Öffentlichkeit. Mōdraniht. Songs of Winter War ist eine Reise durch verschiedene Mu­sikstile und Zeiten, durch Tragödien wie Rituale, die die bösen Geister ver­treiben sollen. Mōdraniht, die „Nacht der Mütter“ senkt sich gemäß der nordischen Mythologie am 21. Dezember über Europa. Menschen versammeln sich zu einem rituellen Tanz, um ihre Häuser vor dunklen Kräften zu schützen und die Sonne zu begrüßen, die jedes Jahr neu geboren werden muss. Das Projekt basiert auf einer Expedition von den ukrainischen Karpaten (zerrüttet durch politische Umbrüche) über den usbeki­schen Aralsee (eine der größten vom Menschen verursachten Umweltkatas­trophen) hin zum kleinen kantabrischen Dorf Silió in Nordspanien. Aus diesem Dorf stammt einer der ältesten Karne­valsbräuche Europas, die Vijanera, ein Winterkarneval, der auf heidnische Rituale zurückgeht. Ein kraftvolles wie hochaktuelles Musiktheater! Konzept, Dramaturgie, Bühne: Illia Razumeiko Musikalische Leitung: Roman Grygoriv Kostüm: Kateryna Markush Live-Electronics: Valeriya Vynohradova Künstlerische Mitarbeit: Yuliia Parysh, Iryna Onishchuck Künstlerische Projektleitung: Olga Diatel Koproduktion: Opera Aperta, proto produkciia, KЇ FEST (Kyiv International Festival) Mit Unterstützung von Goethe-Institut Ukraine, Ribbon International, KЇ FEST (Kyiv International Festival) Empfohlen ab 16 Jahren Das Stück beinhaltet Nacktheit. Es werden Stroboskop-Effekte und lauter Sound eingesetzt. PUBLIKUMSGESPRÄCH: 2. Juni 2026, im Anschluss an die Vorstellung Dauer: ca. 100 Min.
Aufführungen | Theater

Dark Noon

Wiener Festwochen

Wenn Geschichte eine Erzählung ist, die von den Sieger:innen ge­schrieben wird, dann ist Dark Noon eine furiose Gegengeschich­te. Es erzählt die Geschichte Amerikas als Wettlauf um Land, Gold und Reich­tum. Eine tödliche Reise – denn wer hier im Namen Gottes nach Glück jagt, dem gilt das Leben der anderen nichts. Erzählt wird sie von denen, die genau wissen, was es bedeutet, kolonisiert zu werden: Sieben außergewöhnliche südafrikanische Schau­spieler:innen bauen in Echtzeit im roten Staub eine Westernstadt auf - mit Saloon, Goldmine, Eisenbahn, Kirche und mas­senhaft Schießereien. Voller Ironie, Wut und unbändiger Energie erzählen sie die Flucht von 35 Millionen verarmten und hungernden Europäer:innen gen Westen auf der Suche nach einer zweiten Chance. Dem preisgekrönten dänischen Regis­seur Tue Biering und dem südafrikani­schen Co­-Regisseur und Choreografen Nhlanhla Mahlangu gelingt ein explo­sives Theatererlebnis: zugleich Persifla­ge auf Hollywood wie ungezähmte Chronik der westlichen Zivilisation. Regie, Text: Tue Biering Choreografie, Co-Regie: Nhlanhla Mahlangu Bühne: Johan Kølkjær Sounddesign: Ditlev Brinth Licht: Christoffer Gulløv Requisite: Marie Rosendahl Chemnitz Kostüm: Camilla Lind Video: Rasmus Kreiner Produktion, Management: fix+foxy Annette Max Hansen Produktion: fix+foxy Thomas Dotzler, Jonathan Hjorth Inspizienz: Svante Huniche Corell Ton: Theo Hector Regieassistenz: Katinka Hurvig Møller Leitung Kostüm: Sofie Bonde Lenau Produktionsleitung: international Glynis Hall Co-Produktion: international Anthony Alderson Produktionsassistenz: Juliette Stark Produktion: fix+foxy, Glynis Henderson Productions, The Pleasance und Republique Mit Unterstützung von Statens Kunstfond (Dänemark), Bikubenfonden (Dänemark), Beckett-Foundation (Dänemark) Geschäftsführung: Camilla King 31. Mai, im Anschluss an die Vorstellung Empfohlen ab 16 Jahren Das Stück thematisiert körperliche Gewalt. In der Vorstellung werden Stroboskopeffekte eingesetzt. PUBLIKUMSGESPRÄCH: 31. Mai, im Anschluss an die Vorstellung Sprache: Englisch mit deutschen Übertiteln Dauer: 105 Min.
Aufführungen | Performance

Das Glaubens­tribunal

Wiener Festwochen

Nach den Wiener Prozessen und den Wiener Kongressen bei den letzten Festivalausgaben folgt nun Das Glaubenstribunal . Auch diesmal stellt das theatrale Dokumentationsformat wie­der ein gesellschaftspolitisches Thema zur Debatte: Die Rolle von Religionen, Göttern, Göttinnen und Kultobjekten im globalen Kapitalismus. Zahllose re­ligiöse Symbole finden sich in der Pop­kultur wieder, rechtsnationale Politkam­pagnen („Euer Wille geschehe“), amerikanische Tech­-Giganten und Diktatoren in Osteuropa wandeln Glaubenssätze für den eigenen Profit um. Was die Menschen mit sich selbst versöhnen, dem Leben Würde geben sollte, wird gemäß Marx in die „eiskalten Wasser“ des Kapitals (und der Macht) getaucht, kapitalisiert, gestohlen, appro­priiert, für kriegerische Propaganda und Wertschöpfung missbraucht. Eine Jury aus Kulturwissenschaftler:in­nen, religiösen Würdenträger:innen und gläubigen Menschen befragt in drei Fällen selbsternannte Gotteskrieger:in­nen und Kunstgött:innen, Museumsku­rator:innen und Politiker:innen nach deren (profanisierenden) Praktiken. Dabei steht, wie bei den vorherigen Formaten, der Akt der öffentlichen freien Rede und des kollektiven Zuhö­rens im Zentrum – Theater, das realer nicht sein könnte! Die Republic of Gods macht sich – durchaus selbstkritisch – zur Anwältin der globalen Glaubensgemeinschaften: Was haben christliche Symbole wie Kreuze und Weihrauch, indigene Prak­tiken wie Schamanismus und spirituel­le Praktiken wie Dreadlocks in der Popkultur und auf dem Kunstmarkt zu suchen? Wo endet zulässige Aneignung, wo beginnt die übergriffige, neokolo­niale Appropriation durch eine letztlich kapitalistische Kunst­ und Kommerz­religion? Warum sind einst religiöse Gegenstände wie ägyptische Mumien, Benin­-Bronzen oder aztekische Feder­kronen in europäischen Museen zu finden? Was geschieht mit unseren Göttern und Göttinnen, wenn sich Putin, Trump und radikalislamistische Regime zur Legitimierung der eigenen Machtausübung Worte der Bibel und des Korans aneignen? Im Rahmen von drei Fällen – einem Fall der künstlerischen, einem der institu­tionellen und einem der politischen Appropriation, um nicht zu sagen: des Missbrauchs religiöser Praktiken, Sym­bole und Denksysteme – gerät nicht zuletzt die Republic of Gods selbst in den Fokus der Kritik. Idee, Regie: Milo Rau Recherche, Casting, Dramaturgie: Mia Massmann, Robert Misik Bühnenbild: Anton Lukas Assistenz Bühne: Constanze Bieber Live-Video: Moritz von Dungern Videoregie: Jens Baudisch Produktion: Wiener Festwochen | Freie Republik Wien Dauer: 29. Mai: ca. 2 Std. / 30. Mai: ca. 8 Std. / 31. Mai: ca. 7 Std. Eine Produktion der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien Sprache: Deutsch
Aufführungen | Tanz

Repertório N.1

Wiener Festwochen

Wie kann Tanz zu einer Selbstverteidigungs­praxis werden? Mit der Repertório -Trilogie reagierten die brasilianischen Choreo­graf:innen Davi Pontes und Wallace Ferreira auf den Anstieg staatlicher Ge­walt nach der Wahl des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro. Die nackten Körper der Performer:innen werden zu Instrumenten des Widerstands, es ent­steht ein choreografisches Repertoire der Selbstverteidigung. Die Posen, Ges­ten und kollektiven Handlungen sind von Capoeira, Vogueing und Baile Funk ebenso inspiriert wie von zeitgenössi­scher politischer Theorie. Pontes und Ferreira vermessen mit stampfenden Schritten die Bühne, unterbrechen ihre kraftvollen Bewegungen mit verspielten Gesten – es entsteht eine Performance von magischer Intensität. Nach den um­jubelten Wien­-Gastspielen von Teil 2 und 3 der Trilogie bei ImPulsTanz kommt nun endlich der bis zuletzt un­vollendete 1. Teil dieses weltweit gefeier­ten choreografischen Werks nach Wien. Konzept, Performance: Davi Pontes, Wallace Ferreira Management, Distribution: Something Great Koproduktion: Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, Serpentine Galleries (London), Dance Umbrella (London), Something Great, Arsenic – Centre d'art scénique contemporain (Lausanne), VIERNULVIER (Gent), Festival DDD / Teatro Municipal do Porto Empfohlen ab 14 Jahren Das Stück beinhaltet Nacktheit. PUBLIKUMSGESPRÄCH: 30. Mai 2026, im Anschluss an die Vorstellung Dauer: 40 Min.
Aufführungen | Performance

Quadra 16

Wiener Festwochen

Leben und Tod liegen oft näher beieinander, als wir ertragen können. 2008 brachte Cris Moreira Zwillinge zur Welt. Eines der beiden Kinder, Francisco, verstarb nach zwei Tagen. Sein Körper wurde in jenem Teil des „Friedhofs der Sehn­sucht“ in Belo Horizonte beigesetzt, in dem nur Kinder begraben liegen – dem Block 16. In der ergreifenden Lecture­-Performance Quadra 16 erzählt die brasilianische Künstlerin anhand von dokumentarischem Material und mit audiovisuellen Techniken von ihrer Trauer: Sie thematisiert die Unsichtbar­keit des Schmerzes in einer Gesellschaft, die Schwangerschaft als öffentliches Ereignis, den Verlust eines Kindes je­doch als Privatsache behandelt. Zum ersten Mal präsentiert die für ihre ge­sellschaftspolitischen Produktionen vielfach ausgezeichnete Künstlerin ihre Arbeit nun in Österreich. Mit der zu­tiefst persönlichen und zugleich gemein­schaftsstiftenden Soloperformance Quadra 16 stellt sie die Frage: Wer hört einer Mutter zu, die über Einsamkeit und den Tod spricht? Regie, Dramaturgie, Performance: Cris Moreira Licht: Marina Arthuzzi, Cristiano Oliveira Araújo Bühne, Kostüm: Marina Sandim Audiovisuelles Konzept: André Veloso Mit Musik von Daniel Nunes Produktion, Übertitel Tiago de Macedo Produktion: Cris Moreira – Esparrama! Empfohlen ab 14 Jahren Das Stück thematisiert Kindstod. PUBLIKUMSGESPRÄCH: Im Anschluss an jede Vorstellung ist das Publikum zum Austausch mit der Künstlerin eingeladen. Sprache: Portugiesisch mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: 40 Min.

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