zur Startseite
Ereignisse / Theater Ballsaison
Dt. Theater München
München, Schwanthalerstraße 13
Ereignisse / Festival Passionstheater Oberammergau Oberammergau, Othmar-Weis-Straße 1
Aufführungen / Theater Teamtheater München München, Am Einlaß 2a / 4
Aufführungen / Kabarett Münchner Lustspielhaus München, Occamstr. 8
Aufführungen / Theater Kleine Bühne München München, Kazmairstraße 66
Aufführungen / Theater fastfood theater München, Betriebsbüro: Häberlstraße 20
Aufführungen / Cabaret Weltstadtbrettl Theater für gehobenen Firlefanz München, Schleißheimer Str. 22-24
Aufführungen | Performance

Jan Rozman:
„wetware“

Tanzwerkstatt Europa

Smart Devices, Algorithmen und digitale Kontrollsysteme schreiben sich längst in Gewebe, Organe und Bewegungen ein. Technologie erscheint nicht mehr als äußeres Werkzeug, sondern als totale Institution im Inneren des Körpers. Die Überwachungsgeräte, für die wir uns freiwillig entschieden haben – unsere Smart Devices –, verfolgen jede unserer Bewegungen, jede Stimme, jeden Blick und jede Berührung. Die Algorithmen, die sie antreiben, sind mittlerweile besser darin, unsere vermeintlichen Wünsche zu erfüllen, als wir selbst. Gleichzeitig erfüllen sie aber auch unsere größten Ängste. Technologie ist eine totale Institution, die wir in uns tragen. Psychopolitische Belohnungs- und Kontrollsysteme spiegeln sich in somatischen Prozessen wider. Jan Rozmans Performance „wetware“ verbindet Stand-up, Choreografie und Theorie zu einer düsteren wie humorvollen Selbstbefragung im Zeitalter des Überwachungskapitalismus. Zwischen Elon Musk, den psychopolitischen Thesen des Philosophs und Kulturwissenschaftlers Byung-Chul Han und dem eigenen Körper begibt sich Rozman auf eine Reise durch Optimierungsdruck, Erschöpfung und das Gefühl, niemals genug zu sein. Mit schwarzem Humor und choreografischer Präzision entwirft „wetware“ den Menschen als Netzwerk smarter Geräte – permanent aktiviert, gesteuert und gefangen im Kreislauf zwischen Können und Müssen. Jan Rozman (*1991) ist freischaffender Performer, Choreograf, Improvisator und Performancekünstler. Er lebt und arbeitet zwischen Ljubljana und Berlin. In seiner künstlerischen Praxis setzt er sich mit erweiterten Körpern, materieller Semiotik, Brüchen, Fehlern, Ökologie, Imagination, (Science-)Fiction und Humor auseinander und sucht nach zeitgemäßen performativen Ausdrucksformen für das Post-Internet- und Anthropozän-Zeitalter. Er besuchte die Kunstmittelschule für zeitgenössischen Tanz in Ljubljana und absolvierte anschließend ein Choreografie-Studium am SNDO in Amsterdam sowie den Masterstudiengang Solo/Dance/Authorship am HZT (UdK) Berlin. Zudem ist er ausgebildeter Physiotherapeut. Zu seinen Arbeiten zählen unter anderem „Fur“, „Feathers“, „Scale“, „Glitch“, „Invitation“, „Bird Dementia“, „The Decision Guillotine“, „Senzasenso“ und „Thinging“. Sie wurden sowohl in Slowenien als auch international präsentiert, etwa beim Ukrep Festival, Front@, der Slovenian Dance Platform Nacionala, SPHA und dem Something Raw Festival. 2019 erhielt Jan Rozman den Ksenija-Hribar-Preis für vielversprechende Choreograf:innen, verliehen vom Verband für zeitgenössischen Tanz Sloweniens. Künstlerische Leitung, Choreografie & Performance: Jan Rozman Text: Metod Zupan, Jan Rozman Dramaturgie: Jaka Smerkolj Simoneti Video & Laser: Miha Možina Kostümdesign: Andrej Vrhovnik Bühnenbild: Dan Pikalo Lichtdesign: Aljaž Zaletel Musik: Veronika Černe Grafikdesign: Gregor Kocjančič Produktion: Luka T. Zagoričnik Produktion (Unterstützung): Emanat Koproduktion: Cankarjev dom, Pan-Adria Förderer: City of Ljubljana, Ministry of Culture RS „wetware“ ist die ausgewählte Produktion des Pan-Adria-Netzwerks in der Spielzeit 2025/26. Netzwerkpartner: En–Knap Productions, Ljubljana (SI), Slowenisches Nationaltheater Nova Gorica (SI), Flota-Institut, Murska Sobota (SI), Zagreb Dance Center (HR), Mediterranean Dance Center Svetvinčenat (HR), Kroatisches Kulturzentrum Rijeka (HR), Artisti Associati, Gorizia (IT), Stiftung Städtisches Theater Vicenza (IT) 25 EUR / 18 EUR ermäßigt Barrierefrei Das Gastspiel bei der TANZWERKSTATT EUROPA wird unterstützt vom Slowenischen Kulturinformationszentrum SKICA Berlin.
Aufführungen | Tanz

Zinada:
„Nami“

Tanzwerkstatt Europa

Uraufführung im Rahmen der TANZWERKSTATT EUROPA 2026 Auf der Bühne: Kyung Mee Lee und Jin Lee, Mutter und Tochter. Eine Familie, Erinnerungen, geteilte Vergangenheiten, gemeinsame Wege und derselbe Schmerz. Beide haben nie mütterliche Liebe erfahren. Beide suchten ihr Leben lang nach jener Wärme, dem Gefühl bedingungsloser Zuwendung, des Beschütz- und Umfangenseins. In „Nami“ begegnen sich Mutter und Tochter im gemeinsamen Willen zur Veränderung. Wie können wir die Wärme unserer Mütter finden, die wir nie erfahren haben? Können wir diesen Mangel gemeinsam ausgleichen? Als Jin Lees Großmutter zehn Jahre alt war, endete der Koreakrieg. Er hinterließ Millionen Tote, ein gespaltenes, zerstörtes Land und eine Bevölkerung, deren Traumata privatisiert und über die geschwiegen wurde. Die Großmutter sprach nie über ihre körperlichen und seelischen Schmerzen, verarbeitete sie nie, brachte ihre Kinder zu Welt und misshandelte später die eigene Tochter. Die Narben dieser Misshandlungen gruben sich als tiefe Spuren, die nie ganz verheilten, in Jin Lees Mutter ein und beeinflussten unweigerlich ihre Beziehung zur eigenen Tochter. Schmerz erzeugte weiteren Schmerz, und wurde von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Diesen Kreislauf zu verstehen, die gesellschaftlichen Wurzeln des Schmerzes freizulegen und das Trauma zu entprivatisieren, verhalf Mutter und Tochter, nicht nur die Geschichte der Großmutter neu einzuordnen, sondern auch ihre eigene distanzierte Beziehung. In Nami teilen beide ihre Suche nach Heilung, nach Vergebung, nach Zuhören und Verstehen. Sie fragen in einer Zeit schwindender gesellschaftlicher Solidarität und wachsender globaler Abschottung nach Zusammenhalt, Empathie und nach der Bedeutung kleiner Gesten der Sanftheit. Im Jahr 2022 gründeten die südkoreanischen Künstler:innen Jin Lee und Jihun Choi das Performance-Kollektiv ZINADA. In ihren Werken erforschen sie Themen wie Migration, Adoleszenz, Dissonanz und vererbte Trauer, die sich in poetischen und physischen Formen entfalten. Die physische Intensität und emotionale Resonanz der Performances entführen das Publikum in eine Atmosphäre der Empathie, in der durch Abstraktion Bilder und persönliche Erinnerungen an die Oberfläche treten können. ZINADA erforscht kontinuierlich die Schnittstellen zwischen Tanzperformance und anderen Genres und strebt danach, Publikum aller Altersgruppen anzusprechen. Die Herangehensweisen sind dabei ebenso breit gefächert und vielfältig wie die daraus resultierenden Performances. Die kontrastierenden Hintergründe und Persönlichkeiten von Lee und Choi bilden eine kreative Kraft, die jedem Stück eine unverwechselbare und unerwartete Form verleiht. Ihre Debütproduktion HUABUN feierte 2023 in München erfolgreich Premiere. Die zweite Produktion MUJE/무제 war im Januar 2025 im HochX Theater & Live Art mit drei ausverkauften Vorstellungen zu sehen. 2024/25 wurde ZINADA von explore dance eingeladen und schuf die Pop-up-Performance „WUW – Wind und Wand“ für junges Publikum ab 10 Jahren. Alle Produktionen sind derzeit international auf Tour, unter anderem in Deutschland, der Schweiz, Italien, Südkorea und Slowenien. Am 6. und 7. August 2026 wird das neue Werk Nami im Rahmen der Tanzwerkstatt Europa Premiere feiern, gefördert durch das Kulturreferat München und dem Fonds Darstellende Künste. Künstlerische Leitung, Choreografie: ZINADA (Jin Lee & Jihun Choi) Tanz, Performance: Jin Lee, Kyung Mee Lee Dramaturgie: Nitsan Margaliot Lichtdesign: Ramona Lehnert Kosttümdesign: Carla Renée Loose Komposition/Musik: Benny Omerzell, Shin Hye Jung Künstlerische Produktion: Laura Manz Filmografie: Alpay Akcan, Mikael Champs Videodokumentation: Tim Bergmann Physical Introduction: Susanne E. Schneider Presse/ÖA: Simone Lutz Fotografie: Christina Gerg 25 EUR / 18 EUR ermäßigt Barrierefrei Förderung: „Nami“ wird gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mit freundlicher Unterstützung von Tanztendenz München e.V. und dem Rat & Tat Kulturbüro.
Aufführungen | Tanz

Bewegte Einführung:
„A Suite of Dances - A Day In The Studio“

Tanzwerkstatt Europa

Die Bewegte Einführung findet im Rahmen der Aufführung des Dance On Ensembles am 11. August 2026 statt. Unmittelbar vor der Vorstellung erhalten die Teilnehmenden durch spielerische Bewegungsimpulse einen direkten Zugang zur Bewegungssprache der Tänzer:innen. So eröffnet der kurzweilige Workshop eine körperliche und sinnliche Annäherung an das Bühnengeschehen und vertieft das Erleben der anschließenden Performance. Offen für alle Altersgruppen – einfach mitmachen und Tanz auf eine ganz neue Weise entdecken! Barrierefrei
Aufführungen | Tanz

Experimental Jam

Tanzwerkstatt Europa

Der Experimental Jam ist ein offenes Format für interdisziplinäre Improvisation, der Tanz, Musik, Text und bildende Kunst in einer spontanen Live-Komposition zusammenführt. Ziel ist es, Begegnungen und kreative Zusammenarbeit zwischen professionellen und nicht-professionellen Künstler:innen zu ermöglichen und neue Formen des gemeinsamen Schaffens zu erproben. Den Auftakt bilden eine Einführung in Improvisationspartituren sowie ein angeleitetes Warm-up. Daraus entwickelt sich eine zweistündige, durchgehende Performance, in der Bewegung, Klang, Sprache und visuelle Elemente in Echtzeit miteinander in Dialog treten. Die entstehende Komposition folgt keinem vorgegebenen Ergebnis, sondern entsteht aus der Dynamik der Gruppe und den Impulsen des jeweiligen Raums. Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich und lädt das Publikum dazu ein, den künstlerischen Entstehungsprozess unmittelbar mitzuerleben. Dabei werden die Grenzen zwischen Aufführenden und Zuschauenden bewusst hinterfragt und neue Formen der Teilhabe ausgelotet. Im Mittelpunkt stehen Vertrauen in den kreativen Prozess, die Offenheit für unerwartete Begegnungen und die produktive Auseinandersetzung mit dem Ungewissen. Die Experimental Jam wurde 2024 von Salomé Rodrigues in München initiiert und war seither in verschiedenen Kunst- und Kulturorten zu Gast, darunter Kunstbau Lenbachhaus, Fat Cat und Kunstlabor. Das Projekt wurde unter anderem von Tanzquelle, HochX und Turtle Magazine unterstützt. Musikerinnen sowie bildende Künstler*innen werden gebeten, eigenes Equipment beziehungsweise Arbeitsmaterialien mitzubringen. 12:30 Uhr – Einlass 13:00 Uhr – Einführung in die Proposals and Scores 13:30 Uhr – Beginn der Aufführung 16:00 Uhr – Ende der Aufführung Das Publikum kann die Aufführung nach Belieben betreten und verlassen. Die Türen bleiben geöffnet. Salomé Rodrigues (*1996, Porto) ist Performerin, Choreografin und Kuratorin und lebt seit 2024 in München. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Tanz, Theater, Stimme und Performancekunst und realisiert Projekte in Portugal und Deutschland wo sie mit verschiedenen Choreografen wie Mafalda Deville und bildenden Künstlern wie dem Rooftoptiger Collective zusammenarbeitete. 2024 gründete sie die Plattform „Experimental Munich“ für interdisziplinäre Improvisationsperformance. Seit 2025 ist sie Mitglied des Turtle Magazine Collective und entwickelt sowie kuratiert Arbeiten, die Performance, Klang, bildende Kunst und Literatur verbinden. Anmeldung für Teilnehmer:innen: experimental.jam.munich@gmail.com Zuschauer:innen erhalten Tickets ab 12:30 H vor Ort. Jeder zahlt, was er kann. Spenden über: www.paypal.com/donate/?hosted_button_id=6HAL5642FPX26
Aufführungen | Tanz

Dorothée Munyaneza, Cie Kadidi:
„Toi, moi, Tituba…“

Tanzwerkstatt Europa

„Wie kann ich meinen Körper und meine Geschichte so bewegen, dass die Spuren derer, die ausgelöscht, übersehen, ignoriert oder vergessen wurden, hörbar, sichtbar und greifbar werden?“ – Dorothée Munyaneza Wie immer beginnt alles mit Begegnungen: der Begegnung mit der Philosophin Elsa Dorlin, der Begegnung mit ihrem Text „Ich, du, wir: Ich, Tituba und die Ontologie der Spur“ sowie mit der Figur Tituba aus dem Roman „I, Tituba, Black Witch of Salem“ der Schriftstellerin Maryse Condé. Condé verlieh einer Schwarzen Frau und vermeintlichen Hexe aus den Hexenprozessen von Salem eine Stimme – einer Figur, deren Existenz und Geschichte beinahe ausgelöscht worden wären. Die Performance begibt sich auf die Suche nach den Spuren jener Menschen, die durch Kolonialismus und Sklaverei entrechtet, verschwiegen und vergessen wurden. Im Mittelpunkt steht der Körper als lebendiges Archiv: ein Ort, an dem Erinnerungen, Geschichten und Erfahrungen bewahrt und weitergetragen werden. Tanz, Stimme und Gesang schaffen einen Raum, in dem Abwesenheit sichtbar und Stille hörbar wird. So entsteht ein „kollektives Solo“, das persönliche und historische Erfahrungen miteinander verbindet. Der Körper wird zum Träger von Erinnerung und Widerstand – zugleich verletzlich und kraftvoll, individuell und gemeinschaftlich. Die Choreografie bewegt sich zwischen Afrika, Europa, Amerika und der Karibik und eröffnet einen hybriden Raum voller Spuren, Träume und Brüche. Gemeinsam mit der bildenden Künstlerin Stéphanie Coudert und dem Musiker Khyam Allami entsteht eine atmosphärische Inszenierung aus Licht, Klang und Bewegung. Sie macht sichtbar, was fehlt – und erinnert daran, dass Erinnerung, Heilung und Sichtbarkeit ein fortwährender Prozess sind. Dorothée Munyaneza ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die Musik, Gesang, Text und Bewegung verbindet, um sich mit Erinnerung, Körpern und gesellschaftlichen Brüchen auseinanderzusetzen. Ausgehend von realen Geschichten schafft sie Räume der Resonanz und Begegnung. Ihre künstlerische Arbeit ist geprägt von ihrem kulturellen Erbe in Ruanda, 14 Jahren in London sowie ihrem heutigen Leben zwischen Paris und Marseille. Seit ihrer Kindheit Sängerin, studierte sie Musik und Sozialwissenschaften in Canterbury und arbeitete ab 2006 eng mit François Verret zusammen. Es folgten Kollaborationen mit Künstler wie Robyn Orlin, Rachid Ouramdane, Nan Goldin, Alain Buffard oder Ben LaMar Gay. 2013 gründete sie in Marseille die Compagnie Kadidi. Zu ihren Arbeiten zählen u. a. Samedi Détente (2014), Unwanted (2017), Mailles (2020), a capella (2022), Toi, moi, Tituba… (2023), umuko (2024) und Version(s) (2025). 2020 übersetzte sie Hopelessly Devoted von Kae Tempest; ihre Inszenierung Inconditionnelles entstand für die Bouffes du Nord in Paris und wurde 2024 uraufgeführt. Dorothée Munyaneza war von 2018 bis 2021 assoziierte Künstlerin am Théâtre de la Ville – Paris und arbeitet mit renommierten Häusern wie dem Théâtre National de Chaillot, der Maison de la Danse und der Biennale de la danse in Lyon zusammen. 2024 erhielt sie den SALAVISA European Dance Award, der von Gulbenkian Foundation in Lissabon, JOINT ADVENTURES in München, und sieben weiteren internationalen Festivals bzw. Veranstaltern präsentiert wird. Künstlerische Leitung & Darstellerin: Dorothée Munyaneza Kostüme: Stéphanie Coudert Nach einem Text von: Elsa Dorlin Lichtdesign: Marine Le Vey Tonregie: Aude Besnard Lichtregie: Anna Geneste Produktion: Virginie Dupray, unterstützt von Louise Mutabazi – cie Kadidi Koproduktion: Chaillot – Théâtre National de la Danse, Maison de la Danse Lyon – Pôle Européen de création, deSingel Antwerpen, Tanz im August – HAU Hebbel am Ufer Berlin, Pavillon ADC Genf, Fonds Transfabrik – Deutsch-Französischer Fonds für darstellende Künste Studio-Residenz: CCN – Ballet National de Marseille, Friche Belle de Mai, Centre d’art Montévidéo Marseille, deSingel Antwerpen Mit Unterstützung von Fondation Camargo, Cassis, Montévidéo Art Centre – Festival Actoral Marseille, DRAC Provence-Alpes-Côte d’Azur Uraufführung am 10. August 2023 beim Festival „Tanz im August“, Berlin. 25-35 EUR / 20 EUR erm. barrierefrei
Aufführungen | Tanz

Dance On Ensemble:

Tanzwerkstatt Europa

Deutschlandpremiere Gastspielförderung: Nationales Performance Netz Gastspielförderung Tanz, gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder „A Suite of Dances – A Day in the Studio“ ist die vierte Ausgabe der Reihe „Replies“, in der das Dance On Ensemble zeitgenössische Künstler:innen dazu einlädt, bedeutende Werke des modernen und postmodernen Tanzes neu zu betrachten. Nach Ausgaben, die sich den Choreografien von Merce Cunningham und Mathilde Monnier, Lucinda Childs und Panzetti / Ticconi sowie Martha Graham und Tim Etchells widmeten, wendet sich das Ensemble nun dem Werk von Noa Eshkol (1924–2007) zu. Ihre formal präzisen, komplex aufgebauten Kompositionen treten in einen Dialog mit einer Neukreation des Choreografen Noé Soulier. Eshkols Arbeit basierte auf einem tiefen Verständnis von Körper, Raum und Bewegung. Gemeinsam mit dem Architekten Avraham Wachman entwickelte sie die Eshkol-Wachman-Bewegungsnotation (EWMN), ein innovatives System zur Beschreibung und Analyse von Bewegung. Mit der Gründung der Noa Eshkol Chamber Dance Group im Jahr 1954 schuf sie die Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung ihres Werks. Erstmals werden ihre Choreografien nun von Tänzer:innen außerhalb dieser Gruppe interpretiert. Unter der Leitung von Mor Bashan und Dror Shoval erschließt sich das Dance On Ensemble die Bewegungsprinzipien und die poetische Kraft von Eshkols Werk anhand ausgewählter Stücke aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Im zweiten Teil des Abends greift Noé Soulier Eshkols Interesse an Geometrie und räumlicher Organisation auf, und entwickelt eine eigenständige Choreografie als zeitgenössische Antwort. In „A Day in the Studio“ untersucht er Handlungen wie Schlagen, Ausweichen oder Werfen jenseits ihres ursprünglichen Zwecks und macht ihre Dynamik, Spannung und emotionale Wirkung sichtbar. Die Choreografie verbindet präzise Struktur mit Offenheit für spontane Entscheidungen und entwickelt sich aus dem Zusammenspiel der Tänzer:innen sowie den Beziehungen zwischen Körpern, Raum und Bewegung. Das Dance On Ensemble wurde 2015 von der gemeinnützigen Kulturorganisation Bureau Ritter 2015 als Teil der Dance On Initiative gegründet, die die künstlerische Beziehung zwischen Tanz und Alter sowohl auf der Bühne als auch in der Gesellschaft thematisiert. Seither arbeitet das Ensemble mit international renommierten Choreograf*innen und Regisseur*innen zusammen, darunter Rabih Mroué, Lucinda Childs, Christos Papadopoulos, Meg Stuart und Jan Martens. Ziel ist es, ein Repertoire innovativer und anspruchsvoller zeitgenössischer Tanzwerke für Profitänzer*innen ab 40 Jahren zu entwickeln. Noa Eshkol war Choreografin, Tanzpädagogin und Textilkünstlerin. Sie entwickelte gemeinsam mit Abraham Wachman das Eshkol-Wachman Movement Notation System und arbeitete interdisziplinär mit Künstler:innen und Wissenschaftler:innen zusammen. Ihre Herangehensweise an den Tanz war geprägt von einer Konzentration auf das Wesentliche: Indem jede Bewegung und jedes Körperteil in ihrer vollen Eigenständigkeit und Komplexität erkannt wurden, entstand ein weiter Raum für kreative Vielfalt in der choreografischen Gestaltung. Ihr Werk beeinflusst bis heute zeitgenössische choreografische und performative Praktiken. Mor Bashan ist Archivarin und Leiterin der Forschungsabteilung der Noa Eshkol Foundation for Movement Notation sowie aktive Tänzerin der Noa Eshkol Chamber Dance Group. In ihrer doppelten Rolle als Forscherin und Performerin verbindet sie praktisches Körperwissen mit einem tiefen Verständnis der theoretischen Grundlagen von Noa Eshkols Bewegungsnotationssystem. Ihre Arbeit leistet einen wesentlichen Beitrag zur Bewahrung, Vermittlung und Weiterentwicklung von Eshkols choreografischem und wissenschaftlichem Erbe. Noé Soulier erforscht in seiner Arbeit Choreografie und Tanz in verschiedenen Settings, darunter die Bühne, der Museumsraum und theoretische Überlegungen. So entwickelt er eine Praxis, die sowohl konzeptionell als auch tief in der Bewegung verwurzelt ist und seinen Ausbildungshintergrund widerspiegelt, der Tanz (Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris, National Ballet School of Canada, P.A.R.T.S) und Theorie (Master in Philosophie an der Universität Paris Sorbonne) verbindet. Er ist weltweit an renommierten Häusern wie dem Théâtre National de Chaillot (Paris), Sadler's Wells (London), Performa (New York), und Tanz im August (Berlin) aufgetreten. In der Vergangenheit hat er zudem für zahlreiche Kompanien choreografiert: das Ballet du Rhin, Ballet de Lorraine, L.A. Dance Project, Lyon Opera Ballet, Nederlands Dans Theater und die Trisha Brown Dance Company. Im Juli 2020 übernahm er die Leitung des Cndc – Angers (Nationales Zentrum für zeitgenössischen Tanz), einer einzigartigen Einrichtung, die ein Zentrum für choreografisches Schaffen, eine Graduiertenschule für zeitgenössischen Tanz und ein Tanzprogramm vereint. A Suite of Dances – Noa Eshkol Tanzkompositionen / Choreografie: Noa Eshkol Einstudierung: Mor Bashan (The Noa Eshkol Chamber Dance Group) Assistent Einstudierung: Dror Shoval (The Noa Eshkol Chamber Dance Group) Performance: Javier Arozena, Alba Barral Fernández, Anna Herrmann, Dominic Santia, Gesine Moog, Lia Witjes Poole, Marco Volta (5 Tänzer:innen in wechselnder Besetzung) Licht: Martin Beeretz Sound Design: Mattef Kuhlmey Kostüme: Werkstattkollektiv Technische Leitung: Martin Beeretz Ausgewählte Stücke aus Noa Eshkol’s Tanz Suite “Theme and Variations”: Jacob Rachel and Lea (2) (frühe 1960er), Duet (5) (frühe 1960er), Skilla (6) (frühe 1960er), Fugue (0) (frühe 1970er), March (1) (frühe 1960er), Minuet (0,3) (frühe 1960er) A Day in the Studio – Noé Soulier Choreografie: Noé Soulier Performance: Javier Arozena, Alba Barral Fernández, Anna Herrmann, Dominic Santia, Gesine Moog, Lia Witjes Poole, Marco Volta (5 Tänzer:innen in wechselnder Besetzung) Licht: Martin Beeretz Kostüme: Chiara Valle Vallomini Musik: A Day in the Studio, Hanne Lippard (2020); Portals, Jana Irmert (2025); Phase III, Lucy Railton (2025) Sound: Mattef Kuhlmey Technische Leitung: Martin Beeretz Künstlerische Leitung Dance On Ensemble: Ty Boomershine Produktion Dance On Ensemble: Anastasia Luck (Produktionsleitung), Valentin Braun (Produktionsassistenz) Produktion Cndc: Céline Chouffot, Adèle Thébault Internationale Distribution: Chalmont Agentur Produktion: DANCE ON / Bureau Ritter In Zusammenarbeit mit Cndc Angers. Im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums des Dance On Ensembles. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Im Rahmen von DanceMap, gefördert von Horizont Europe, dem Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation. DANCE ON ist ein Projekt von BUREAU RITTER, gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. 25-35 EUR / 20 EUR ermäßigt Barrierefrei Einführungsvortrag von Gabriele Kroos am 11. August 19.00 Uhr Bewegte Einführung mit Laura Böttinger am 11. August 19.50 Uhr
Aufführungen | Tanz

Open Stage – „Who’s next?“

Tanzwerkstatt Europa

Für einen Abend wird die Bühne im Schwere Reiter zum Treffpunkt junger, internationaler Choreograf:innen. Mit der OPEN STAGE bekommen sie die Gelegenheit, ihre Stücke dem Publikum der TANZWERKSTATT EUROPA zu zeigen. Das Format bietet die einmalige Möglichkeit, sich auf Neues einzulassen, inspiriert zu werden und neben bereits etablierten Künstler:innen die nächste Generation der Tanzszene und ihre Arbeiten zu entdecken. Who’s next? Kai Er Eng: Solo Badminton Show Magdalena Górnikiewicz: say it to the mountain Tabea Jung: Project G2 or Post Traumatic Femtasy Mila Levy: VESSEL Lara Rabe: (A Creature’s Tale) 25 EUR / 18 EUR ermäßigt Barrierefrei
Aufführungen | Tanz

Helena Araújo:
„and it gets better“

Tanzwerkstatt Europa

„and it gets better“ ist ein Solo der Künstlerin Helena Araújo, das mit Witz, Selbstironie und performativer Überzeichnung die Schattenseiten des Kunstbetriebs beleuchtet. Das Publikum findet sich an einem künstlich geschaffenen DIY-Strand wieder – einem Ort zwischen Urlaubskulisse und emotionalem Ausnahmezustand. In dieser ungewöhnlichen Umgebung richtet Araújo den Blick auf die oft unsichtbaren Belastungen des freien Kunstschaffens: prekäre Arbeitsverhältnisse, permanente Mobilität, Leistungsdruck und die ständige Konfrontation mit Bewertung und Kritik. Zwischen Liegestuhl, Warnsignalen und imaginären Gefahren erzählt sie von persönlichen Erfahrungen, Ängsten und den Anforderungen eines Arbeitsalltags, der kaum Pausen zulässt. Selbst eine unbeantwortete E-Mail kann dabei zur Bedrohung werden. Der Strand verwandelt sich im Verlauf der Performance immer wieder – mal wirkt er rau und stürmisch, mal leicht und schillernd. Dabei wechseln auch die Stimmungen zwischen Verletzlichkeit, Humor und Widerstand. Mit großer Offenheit hinterfragt Araújo die verbreitete Vorstellung, der Wert einer Künstlerin bemesse sich an ihrer ständigen Produktivität. Ihr Versuch, einfach einmal nichts zu tun, wird zur Herausforderung. Sie scheitert, beginnt von vorn und macht die Widersprüche eines von Unsicherheit geprägten Berufslebens sichtbar. „and it gets better“ verbindet persönliche Erzählungen mit gesellschaftlicher Kritik und schafft einen ebenso unterhaltsamen wie nachdenklichen Raum, in dem Fragen nach Arbeit, Erschöpfung und Selbstbehauptung verhandelt werden. Ein roher, salziger Abend über Burnout, Widerstand und das Scheitern – mit einer gehörigen Portion Ironie und weiblicher Energie! Helena Araújo ist eine in Wien lebende Künstlerin und Performerin aus Rio de Janeiro. Als Liebhaberin von überraschenden Wendungen, Kitsch und schlechten Witzen schafft sie Räume, in denen sich künstlerische Ausdrucksformen miteinander verflechten und konventionelle Erwartungen hinterfragen. Sie bewegt sich fließend zwischen zeitgenössischen Kunsträumen und der fieberhaften Energie von Kabarettabenden. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Studio Brut (AT), beim Radiant Nights Festival (BE), beim CPA Festival (AT) und beim Moving Futures Festival (NL) gezeigt. Konzept, Dramaturgie, Choreografie und Performance: Helena Araújo Dramaturgie: Ana Rocha Assistenz, Set-, Kostüm- und Licht Design: Evandro Pedroni Sound Design: Lulu Muñoz Beteiligung: Nerea Gonzalez Eine Koproduktion von Bears in the Park, brut Wien and WUK Performing Arts Gefördert durch das Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) Startstipendium und Tourneeförderung im Bereich darstellende Kunst Besonderen Dank an Claire Lefevre, Luisa Pisetta Ravanelli, Luis Javier Murillo Zuniga, Andrea Vezga, Daniela Hernandez Flores, Sven Chwalibog, Pedra Costa Fotos: Hanna Fasching Trailer: Rafael Frazão Unterstützt durch das Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, das brut Wien und HUGGY BEARS. 25 EUR / 18 EUR ermäßigt Barrierefrei
Aufführungen | Tanz

Cia Converge+Idio Chichava:
„VAGABUNDUS“

Tanzwerkstatt Europa

„Ich glaube, dass der Tanz unsere Welt heilen kann. Durch ihn lernen wir, wirklich zu fühlen, zu hören und zu sehen“ – Idio Chichava Migration ist so alt wie die Menschheit selbst – und doch bleibt sie oft missverstanden. Sie erscheint als Statistik, Krise oder Grenzfrage, selten jedoch als das, was sie im Kern ist: ein zutiefst menschlicher Drang nach Bewegung, Begegnung und Veränderung. Der mosambikanische Choreograf Idio Chichava nähert sich diesem Thema über den Körper – als Träger von Erinnerung, Identität und gemeinschaftlicher Energie. In seiner Performance „VAGABUNDUS“ verschmelzen Tanz und Gesang zu einem kollektiven, kraftvollen Ausdruck von Herkunft, Verlust und Zusammengehörigkeit. Inspiriert von den Ritualtänzen der Makonde aus Mosambik und den Nachbarregionen erschafft Chichava mit 13 Tänzer:innen einen pulsierenden Organismus auf der Bühne: einen „globalen Körper“, in dem sich Individuen durch Bewegung und Stimme miteinander verbinden. Direkt, leidenschaftlich und mitreißend entfaltet „VAGABUNDUS“ eine unmittelbare Kraft. Die Performer:innen tanzen ununterbrochen, singen traditionelle und zeitgenössische mosambikanische Lieder, Gospel und barocke Motive – getragen allein von ihrer Präsenz und den persönlichen Gegenständen, die sie bei sich tragen. Aus fragmentierten Bewegungen entsteht eine Erzählung über das Leben als permanente Reise: über Migration, Gemeinschaft und das Bedürfnis, einen Platz in der Welt zu finden. 2024 gewann er zusammen mit Dorothée Munyaneza als erste den am höchsten dotierten Tanzpreis weltweit, den SEDA – European Dance Award, der von Gulbenkian Foundation in Lissabon, JOINT ADVENTURES in München, und sieben weiteren internationalen Festivals bzw. Veranstaltern präsentiert wird. Idio Chichava ist Tänzer, Choreograf und Leiter der Converge+ Dance Company in Mosambik. Nach einer erfolgreichen Karriere in Frankreich kehrte er in sein Heimatland zurück. Dort setzt er sich für kostenlosen Tanzunterricht in Gemeinden ein und erschafft auf diese Weise multidisziplinäre Produktionen und gemeinschaftliche Kreationen, in denen jede:r seine/ihre eigene innere Welt erkunden kann. Seine Arbeit verbindet Choreografie, Musik und Performance und schafft Räume für Begegnung, Ausdruck und gemeinschaftliches Erleben. Neben seiner Tätigkeit als Künstler engagiert sich Chichava als Kurator und Produzent verschiedener Kulturformate in Maputo, darunter die Plattform KINANI und das Raíz Traditional Music Festival. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen Produktionen wie „Veridicidade“, „Inkino“ oder „Yellow Fat Chaos!“. International arbeitete er mit zahlreichen renommierten Künstler:innen aus Afrika und Europa zusammen und nahm an Residenzen sowie Tourneen in über 30 Ländern teil. Seit 2005 ist er zudem Teil der französischen Compagnie Kubilai Khan Investigations und lebt heute zwischen Mosambik und Frankreich. Company: Converge+ Konzept und Choreografie: Idio Chichava Assistenz und Probenleitung: Osvaldo Passirivo Performance: Açucena Chemane, Arminda Teimizira, Calton Muholove, Cristina Matola, Fernando Machaieie, Judite Novela, Mauro Sigauque, Martins Tuvanji, Nilégio Cossa, Osvaldo Passirivo, Patrick Manuel Sitoe, Stela Matsombe, Vasco Sitoe Licht: Phayra Baloi Tourmanagement: Silvana Pombal Produktion: Yodine Produções Partner: Companhia Nacional de Canto e Dança (CNCD), KINANI – Plataforma Internacional de Dança Contemporânea, One Dance 25-35 EUR / 20 EUR ermäßigt barrierefrei Tänzerische Einführung „VAGABUNDUS“ mit Idio Chichava 8. August 2026, 19.30 / Muffatstudios Eintritt frei
Aufführungen | Tanz

Anne Teresa De Keersmaeker / Rosas:
„Rosas danst Rosas“

Tanzwerkstatt Europa

„Ich hatte das Gefühl, es ist einfach so, wie ich bin. Und ich wollte kein Etikett. Aber heute, nach 45 Jahren Arbeit als kreative Künstlerin, als Mutter und Frau bekenne ich mich zum Feminismus. Ja, ,Rosas danst Rosas‘ war ein feministisches Statement – aber das war nicht der Plan.“ – Anne Teresa De Keersmaekers Mit „Rosas danst Rosas“ schuf Anne Teresa De Keersmaeker 1983 eines der prägendsten Werke des postmodernen Tanzes und begründete damit ihren internationalen Durchbruch. Aufbauend auf dem minimalistischen Ansatz von „Fase“ (1982) entwickelt die Choreografie aus reduzierten, präzisen Bewegungen eine komplexe Struktur, in der Wiederholung zum zentralen Ausdrucksmittel wird. Kraftvolle, beinahe obsessive Bewegungssequenzen treffen auf alltägliche Gesten und erzeugen eine intensive Spannung zwischen formaler Strenge und emotionaler Präsenz. Vier Tänzerinnen durchlaufen unablässig wiederkehrende Abläufe, als würden sie sich selbst tanzen. Aus Rhythmus, Beharrlichkeit und körperlicher Erschöpfung entsteht eine eindringliche Dynamik, die bereits bei der Uraufführung als explizit weibliche und feministische Position gelesen wurde. Die parallel zur Choreografie entstandene Musik von Thierry De Mey und Peter Vermeersch verstärkt mit ihren repetitiven Klangstrukturen die hypnotische Wirkung des Stücks. Die 1997 von Thierry De Mey inszenierte Filmversion wurde ebenfalls zu einer internationalen Ikone und machte „Rosas Dances Rosas“ einem Publikum weit über die Tanzwelt hinaus bekannt. Das Werk lebt heute durch die partizipative Online-Plattform „Re:Rosas!“ weiter: Tanzbegeisterte aus aller Welt lernen dort eine vereinfachte Version der berühmten Stuhlsequenz und teilen ihre eigenen Interpretationen. Bis heute wurden bereits 692 Videos aus aller Welt eingereicht. Seit seiner Uraufführung wurde das Stück fast 500 Mal von Tänzern aus fünf Generationen aufgeführt. Die aktuelle Wiederaufnahme bringt „Rosas danst Rosas“ nun mit einer völlig neuen Besetzung auf die Bühne. Anne Teresa De Keersmaeker studierte Tanz an Maurice Béjarts Mudra School in Brüssel sowie an der NYU Tisch School of the Arts in New York. 1983 gründete sie in Brüssel die Compagnie Rosas während der Entstehung von „Rosas danst Rosas“. Im Zentrum ihres Schaffens steht seither die Verbindung von Tanz und Musik. Ihre Arbeiten verbinden choreografische Präzision mit Einflüssen aus Geometrie, Zahlenstrukturen, Natur und sozialen Dynamiken. 1995 gründete sie in Zusammenarbeit mit La Monnaie / De Munt zudem die renommierte Tanzschule P.A.R.T.S. in Brüssel. De Keersmaeker erforscht die Ausdruckskraft von Bewegung und deren enge Verbindung zur Musik. In Zusammenarbeit mit Musiker:innen, bildenden Künstler:innen, Schauspieler:innen und Autor:innen entwickelte Rosas eine präzise choreografische Sprache, die Tanz als Komposition von Bewegung in Raum und Zeit versteht und zugleich Bezüge zu Geometrie, Kunst und Sprache herstellt. Choreografie: Anne Teresa De Keersmaeker Kreiert von: Adriana Borriello, Anne Teresa De Keersmaeker, Michèle Anne De Mey, Fumiyo Ikeda 2026 getanzt von: Jasmine Achtari, Eva Galmel, Nina Godderis, Momiji Kuromaru Musik: Thierry De Mey, Peter Vermeersch Musiker: Thierry De Mey, Walter Hus, Eric Sleichim, Peter Vermeersch Licht Design: Remon Fromont Kostüme: Rosas Produktion: 1983-Rosas, Kaaitheater, 2026-Rosas Premiere: 6 May 1983, Théâtre de la Balsamine (Brussels), Presentation Kaaitheaterfestival Die Wiederaufnahme wird von Dance Reflections von Van Cleef & Arpels unterstützt. Rosas wird von The Flemish Community und the Flemish Community Commission (VGC) gefördert. 25-45 EUR / 20 EUR ermäßigt Barrierefrei 4. August 2026 19.30 / Muffatstudios PHYSICAL INTRODUCTION mit Susanne Schneider Im Anschluss an die Vorstellung im Muffatcafé KÜNSTLER:INNENGESPRÄCH
Aufführungen | Oper

Die Dreigroschenoper

Residenztheater

Premiere: 27.9.2026 Unter dem gleichgültigen Mond von Soho versucht Londons Unterwelt Mackie Messer dingfest zu machen. Brecht, Hauptmann und Weill erschufen mit »Die Dreigroschenoper« (uraufgeführt 1928) eine völlig neue Form des Musiktheaters, mit Songs und Texten, so geschliffen scharf wie Macs Messer. Ein Stück über eine Gesellschaft, in der alles auf seinen Geldwert reduziert wird und Räuber*innen Bürger*innen sind – und umgekehrt. Die bevorstehende Krönungsfeier der Königin lässt Jonathan und Celia Peachum, Besitzer*innen der Firma »Bettlers Freund«, auf gute Geschäfte hoffen, schließlich vergeben sie an die Bedürftigen Bettellizenzen und streichen mindestens fünfzig Prozent Gewinnbeteiligung ein. Das ist auch dringend notwendig, denn die Geschäfte laufen schlecht und Mitleid ist Mangelware in diesen Tagen. Dass sich Tochter Polly heimlich mit Macheath, genannt Mackie Messer und Chef einer Banditenbande, verheiratet hat, führt bei den geschäftstüchtigen Eltern zu wenig Begeisterung. Man hat in das Kind schließlich investiert und sie für feinere und vor allem finanzkräftigere Kreise vorgesehen. Kurzerhand beschließen die Peachums, Mackie Messer an den Galgen zu bringen – buchstäblich. Und so zieht sich eine Spur von Verrat, Eifersucht, Bestechung und offenen Rechnungen durch Londons Unterwelt, um dem flüchtigen Macheath endlich das Handwerk zu legen. »… leider sind auf diesem Sterne eben die Mittel kärglich und die Menschen roh.« Basierend auf John Gays Barockopern-Persiflage »The Beggar’s Opera«, 1728 in London uraufgeführt, erschufen Bertolt Brecht, Elisabeth Hauptmann und Kurt Weill eine radikal neue Form des Musiktheaters. 1928 in Berlin am Theater am Schiffbauerdamm zur Uraufführung gebracht, zeigt »Die Dreigroschenoper« eine Welt, in der alles – ob Liebe, Mitleid oder Verbrechen – einen Geldwert hat und dementsprechend bewertet wird. Für die einen heißt es »erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral«, für die anderen kommt einfach nur das Fressen. Philipp Stölzl, für seine figurenzentrierten Regiearbeiten und poetischen Bühnenbilder gefeiert, inszeniert Bertolt Brechts und Kurt Weills Meisterwerk am Residenztheater. Inszenierung und Bühne: Philipp Stölzl Musikalische Leitung: Stephen Delaney Mitarbeit Bühne: Franziska Harm Kostüme und Puppen: Kathi Maurer Puppenbau und Einstudierung Puppenspiel: Christian Blank Choreografie: Sommer Ulrickson Licht: Gerrit Jurda Dramaturgie: Ewald Palmetshofer
Aufführungen | Schauspiel

Die Präsidentinnen

Residenztheater

Der österreichische Dramatiker Werner Schwab gilt als radikaler Erneuerer des Volksstücks und Sprachvirtuose. Für seine Komödie «Die Präsidentinnen» schuf er mit Erna, Grete und Mariedl drei unverwechselbare Frauenfiguren, die mit böser Bauernschläue und rasanter Sprachakrobatik ihren bescheidenen Platz im Leben zu verteidigen suchen und dabei über ihren Größenwahn stolpern. «Oft sind es die wenigen schönen Dinge im Leben, und kaum greift man diese schönen Sachen an, schon hat man schon wieder einen Scheißhaufen in der Hand.» Wir befinden uns in einer bescheidenen Wohnküche, der Fernseher läuft, es predigt der Papst. Erna, Grete und Mariedl, drei Damen unterschiedlichen Alters und Naturells, sind seine treuesten Anhängerinnen. Aber eigentlich finden sie es viel interessanter, über sich selbst zu reden. Dabei ziehen sie mit lustvoller Rhetorik über die Welt da draußen im Allgemeinen und über die jeweils anderen beiden im Speziellen her. Sie erfinden Fantasiewelten, in denen sie der Mittelpunkt, in denen sie die Stars sind. Darin feiern sich vor allem Erna und Grete, die sich an ihren mit Halbwissen und Doppelmoral gespickten Sprachpirouetten so lange selbst berauschen, bis die Jüngste, das Mariedl, sie unsanft aus ihren Träumen reißt und auf den Boden der Tatsachen zurückholt, was zu keinem guten Ende führt. Der österreichische Dramatiker Werner Schwab – 1994 im Alter von nur fünfunddreißig Jahren verstorben – gilt als radikaler Erneuerer des Volksstücks und als Sprachvirtuose, der mit seinem «Schwabisch» einen ganz neuen Bühnensound erfand. Gleich zu Anfang seiner Karriere schuf er in seiner Komödie «Die Präsidentinnen», die zu seinen «Fäkaliendramen» zählt, drei unverwechselbare Frauenfiguren, die mit Bauernschläue und Überlebenswillen ihren bescheidenen Platz im Leben zu verteidigen suchen und dabei über ihren Größenwahn stolpern. Nach ihrer Inszenierung von Samuel Becketts «Warten auf Godot» für einen «all male cast» bringt Hausregisseurin Claudia Bauer Schwabs modernen Klassiker für drei Schauspielerinnen hochmusikalisch auf die Bühne. Inszenierung: Claudia Bauer Bühne: Andreas Auerbach Kostüme: Vanessa Rust Dramaturgie: Constanze Kargl
Aufführungen | Schauspiel

La Musica - zwischen ihr und ihm

Residenztheater

Die italienische Regisseurin Silvia Costa kombiniert in ihrer neuen Arbeit zwei Stücke von Marguerite Duras, der Grande Dame der französischen Literatur. Während in «La Musica» ein Paar am Abend nach der Scheidung das gemeinsame Leben ganz realistisch Revue passieren lässt und sich ausmalt, was hätte passieren können, wenn es zusammengeblieben wäre, ist «Die englische Geliebte» die Albtraumversion des Endes einer Beziehung, in der sich die jahrelang schwelende Gewalt Bahn bricht. Ein anonymer Interviewer versucht zu rekonstruieren, wie es zu der Tat kam, mit der Claire Lannes schließlich aus dem Gefängnis ihrer Ehe ausbricht. Er befragt die Eheleute nacheinander und zeigt die großen Diskrepanzen auf, mit denen sie ihr gemeinsames Leben betrachtet haben. Silvia Costas poetische und bildreiche Bühnensprache zeichnet ein Bild der dunkelsten Gelüste der Liebe und der Befreiung einer Frau aus dem Rollenschema der patriarchalen Gesellschaft. «Es gibt vieles, was wir uns wünschen, aber aus unserem Leben heraushalten. Leidenschaften zum Beispiel. Und aus diesem Grund hat mich die Geschichte von Claire Lannes immer fasziniert», sagt Silvia Costa. «Ich möchte in meiner Inszenierung die schwierige Trennung zwischen Realität und Traum, Wahrheit und Erfindung, zwischen dem ‹Normalen› und dem ‹Dummen› oder ‹Verrückten› hervorheben.» Nach «Erinnerung eines Mädchens» von Annie Ernaux, seit 2021 im Repertoire des Residenztheaters, arbeitet die Theater- und Opernregisseurin, die 2022 vom französischen Kulturministerium zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt wurde, zum zweiten Mal am Residenztheater. Nach den Theaterstücken «La Musica 2» und «Die englische Geliebte» von Marguerite Duras. Inszenierung und Bühne: Silvia Costa Kostüme: Cristina Nyffeler Musik: Nicola Ratti Dramaturgie: Katrin Michaels
Aufführungen | Tanz

Tänzerische Einführung:
„VAGABUNDUS“

Tanzwerkstatt Europa

Die Einführung mit dem Choreograf und Leiter von Cia Converge+ Idio Chichava vermittelt Grundlagen zur Erweiterung des Körperbewusstseins und schafft Verbindungen zwischen Idio Chichavas Tanzsprache, ästhetischer Wahrnehmung und kreativen Prozessen. Ausgehend von traditionellen mosambikanischen Tänzen wie Makwaela, Xigubo und Mapiko lernen die Teilnehmer:innen die Prinzipien von Energie, Rhythmus und Wiederholung als Basis für Präsenz, Ausdruck und die Projektion von Bewegung im Raum kennen. Die Tänze stehen zugleich für soziale Themen, Initiation, Gemeinschaft und Widerstand. Im Mittelpunkt der Einführung stehen die Beziehungen zwischen Innen und Außen, Ich und Du sowie die Wechselwirkungen zwischen Körpern. Die tänzerische Einführung findet in englischer Lautsprache statt. Bequeme Kleidung bietet sich an. Am Ende kann entspannt zur Vorstellung gewechselt werden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Aufführungen | Tanz

Physical Introduction:
Anne Teresa de Keersmaekers / Rosas „Rosas danst Rosas“

Tanzwerkstatt Europa

Die Physical Introduction ist ein Einführungsformat, das nicht über Worte, sondern über Bewegung funktioniert. Es geht nicht darum, konkrete Szenen einer Performance nachzuspielen, sondern über Improvisation und Achtsamkeitsübungen Bewegungsprinzipien oder die besondere Atmosphäre eines Stücks nachzuempfinden. Das Format richtet sich an alle, die neugierig sind, eine spezifische Bewegungsqualität oder choreografische Idee zu erleben und sich Tanz nicht nur über das Betrachten zu nähern. Es sind keine Vorkenntnisse nötig. Bequeme Kleidung bietet sich an, ist aber kein Muss. Am Ende kann entspannt zur Vorstellung gewechselt werden.
Aufführungen | Tanz

Final Lecture & Party

Tanzwerkstatt Europa

Zum Abschluss der TANZWERKSTATT EUROPA lädt die Final Lecture zu einem besonderen Abend ein, der jedes Jahr aufs Neue begeistert und inspiriert. In der Muffathalle zeigen die Teilnehmer:innen gemeinsam mit ihren Dozent:innen die vielfältigen Ergebnisse aus den Workshops – ein lebendiger Einblick in die kreative Arbeit der zurückliegenden 11 Tage. Alle sind herzlich eingeladen, dabei zu sein – zum Zuschauen, Austauschen und Mitfeiern! Die Final Lecture ist nicht nur ein Showing, sondern auch ein Ort der Begegnung und künstlerischen Inspiration. Im Anschluss an die Präsentation geht der Abend im Muffatcafé weiter: Bei einem Live-DJ-Set kann bis spät in die Nacht getanzt und gefeiert werden. Pro Person ist jeweils eine Zählkarte ab 20.00 H an der Abendkasse erhältlich. barrierefrei
Aufführungen | Oper

Semele

Bayerische Staatsoper

Komponist Georg Friedrich Händel. Libretto nach William Congreve. Sie ist Statistin ihres eigenen Lebens. Die eigene Lebensrealität ist ihr fremd. Semele wird von ihrem Vater zur Ehe mit Athamas gedrängt und findet sich schlagartig in ihrer eigenen Hochzeitszeremonie wieder, durch die Heiratsindustrie zu einer pompösen Hollywoodszenerie hochgeschraubt. Indem sie sich selbst von außen zu beobachten beginnt, erschafft sie als scheinbaren Ausweg eine Parallelrealität, die sie über ihr Leben stülpt, wo all ihre Sehnsüchte gestillt werden: ein verständiger Vater, ein liebender Ehemann, Selbstbestimmung, kurzum: die Erfüllung. Allerdings temporär und vor allem irreal. Am Ende stünde der Weg zurück in ihr tatsächliches Leben an, in dem sie flugs als Ehefrau durch ihre Schwester Ino ausgetauscht wurde, weil sie ihrer dort zugeteilten Rolle nicht gerecht werden konnte. Semele, physisch anwesend, wird psychisch den Weg in die Realität nicht zurückfinden. Ihr Verstand wird durchglühen. Zu sehr hatte sie sich von der Normalität entfernt. Zu wenig deckten sich die starren Erwartungen an sie als Individuum mit ihrem eigenen Willen. Dieser Grundkonflikt der Semele wurde von William Congreve und Georg Friedrich Händel aus Ovids Metamorphosen in die für die Barockoper gängigen Erzählstrukturen gebettet. Heute kann es auch der Blick auf die einengende Macht des bürgerlichen Korsetts sein. Musikalische Leitung: Leonardo García Alarcón Inszenierung: Claus Guth Bühne: Michael Levine Kostüme: Gesine Völlm Licht: Michael Bauer Video: rocafilm Choreographie: Ramses Sigl Chor: Franz Obermair Dramaturgie: Christopher WarmuthYvonne Gebauer Eine Koproduktion mit der Metropolitan Opera, New York empfohlen ab 15 Jahren Dauer ca. 3 Stunden 40 Minuten In englischer Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Neuproduktion.
Aufführungen | Oper

La Cenerentola

Bayerische Staatsoper

Opera buffa in zwei Akten (1817) Gioachino Rossini. Jacopo Ferretti. Die Geschichte vom Aschenputtel. Ihren bösen Schwestern, ihrem vertrottelten Vater und ihrer ewigen Sehnsucht nach Glück. Zunächst Verwicklungen und Koloraturen ohne Ende. Doch dann: Der Traumprinz kommt! Die legendäre, vor Witz sprühende Produktion von Jean-Pierre Ponnelle ist heute ein Stück Operngeschichte. Ein Vermächtnis. Musikalische Leitung: Antonino Fogliani Inszenierung: Jean-Pierre Ponnelle Bühne und Kostüme: Jean-Pierre Ponnelle Chor: Stellario Fagone empfohlen ab 8 Jahren In italienischer Sprache · Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Dauer: ca. 3 Stunden 10 Minuten
Aufführungen | Oper

Die Walküre

Bayerische Staatsoper

Komponist Richard Wagner. Dichtung von Richard Wagner. Erster Tag des Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen (1870) Richard Wagner schrieb Die Walküre als zweiten der vier Teile des gewaltigen Musiktheater-Epos Der Ring des Nibelungen, das auf dem mittelalterlichen Nibelungenlied und altnordischen Göttersagen basiert. Wotan, der oberste Gott, hat mit einer Menschenfrau Zwillinge gezeugt, Siegmund und Sieglinde. Die beiden zeugen wiederum ein Kind, wodurch Wotan seine Herrschaft gefestigt sieht. Seine Frau Fricka widersetzt sich seinen Plänen und fordert – als Beschützerin der Ehe traditioneller Denkart – den Tod Siegmunds. Widerwillig fügt sich Wotan, auch wenn dies zum Bruch mit seiner Lieblingstochter Brünnhilde führt. Nach dem Auftakt mit Das Rheingold, in dem er zeigte, wie die Götter wieder zu ihrer ursprünglichen Macht zurückfinden, nehmen Regisseur Tobias Kratzer und sein Team nun den Begriff der Unbehaustheit in den Fokus, und zwar „sowohl im konkreten Sinne (Siegmund, der ohne Zuhause und Heimat auf der Flucht ist) als auch im Metaphorischen (Wotan, der sich zunehmend einsamer und verlorener fühlt in den Weiten von Unendlichkeit und kosmischer Angst)“ (Tobias Kratzer). Das Stück, so Kratzer, stelle die Frage, „ob Liebe die Lösung sein könnte für dieses Dilemma?“ Und ob sich „die Unbehaustheit durch Liebe ‚heilen‘ oder zumindest zeitweise vergessen lassen“ könne oder vielleicht doch die größte aller Selbsttäuschungen sei. Musikalische Leitung: Vladimir Jurowski Inszenierung: Tobias Kratzer Mitarbeit Inszenierung: Matthias Piro Bühne und Kostüme: Rainer Sellmaier Licht: Michael Bauer Video: Manuel BraunJonas DahlJanic Bebi Dramaturgie: Bettina BartzOlaf Roth empfohlen ab 14 Jahren Dauer ca. 5 Stunden 10 Minuten In deutscher Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Neuproduktion. Koproduktion mit dem Gran Teatre del Liceu, Barcelona Einführungen finden jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn (ausgenommen am Premierenabend) im Capriccio-Saal statt. Sitzplätze nur begrenzt vorhanden, Dauer ca. 20 Min. Die Premiere wird live im Hörfunk auf BR-Klassik übertragen.
Aufführungen | Schauspiel

Wir haben keine andre Zeit als diese

Münchner Volkstheater

Premiere: 18.7.2026 Berlin in den späten 1920er Jahren – die Stadt hat sich in eine moderne Metropole verwandelt, in der eine künstlerische Avantgarde zuhause ist, die für Freiheit, Diversität und Toleranz steht. Gleichzeitig steht die Demokratie auf dem Kipppunkt: In einer von Krisen und Armut geprägten Gesellschaft radikalisieren sich zunehmend Teile der Gesellschaft und die Nationalsozialisten gewinnen an Macht. Vor diesem Hintergrund versucht die jüdische Dichterin Mascha Kaléko ihren Platz zu finden. Mit ihren Gedichten, die den Alltag und die Menschen Berlins einfangen wie Fotografien, schreibt sie sich vom eintönigen Büro in das Herz der literarischen Szene Berlins, dem Romanischen Café. Doch wie behauptet man sich in einer Gesellschaft, die sich zunehmend gegen die eigenen Überzeugungen und das eigene Leben stellt? Mascha Kalekó, deren Leben durch Umbrüche gezeichnet ist, muss in diesen Jahren der Unruhe und Gewalt schwerwiegende Entscheidungen über ihr Leben und die Liebe treffen. Die Inszenierung entstand im Rahmen des Jugendclubs der Spielzeit 2025/26. Ausgangspunkt waren Gedichte, Briefe und Tagebucheinträge von Mascha Kaléko. Die jugendlichen Spieler*innen entwickelten alle Rollen des Stücks aus Figuren, die in den Gedichten zu finden sind und verfassten viele Texte und Dialoge selbst. Der Titel "Wie haben keine andre Zeit als diese" basiert auf einem gleichnamigen Gedicht von Kaléko.

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.