Aufführungen / Oper
Bayerische Staatsoper München
München, Max-Joseph-Platz 2
- Morgen: WYLD
- Rigoletto
- Kinderkonzert: Carissima Sorellina
- Onegin
- Elektra
- Workshops für Kinder
- Ballettfestwoche 2026
- Common Ground
- La Sylphide
- Waves and Circles
- Illusionen - Wie Schwanensee
- Parsifal
- Tosca

- Macbeth
- Porträtkonzert des Opernstudios
- L’Elisir d’Amore
- Il Trovatore
- Die Bayerische Staatsoper gehört weltweit zu den führenden Opernhäusern.
Aufführungen / Theater
Volkstheater München
München, Tumblingerstraße 29
- Heute: Trauer ist das Ding mit Federn

- Premiere: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui
- Uraufführung: Tide
- Felix Krull

- ELEKTRA - 750 PS Vergangenheitsüberwältigung
- Caligula

- Best of Poetry Slam
- Maxi Pongratz
- Maria De Val
- Unser Schmerz ist unsere Kraft
- GREY

- Glaube Liebe Roboter

- Pioniere in Ingolstadt
- Fischer Fritz
- fünf minuten stille

- The Lobster

- Die Nashörner

- Offene Wunde

- Appropriate (Was sich gehört)
- Lichtspiel

- Frankenstein oder: Schmutzige Schöpfung

- Was ihr wollt

- Persona

- Das Haus versteht sich als Volks-Theater.
Aufführungen / Theater
Staatstheater am Gärtnerplatz München
München, Gärtnerplatz 3
- Heute: Così fan tutte

- Premiere: Der Graf von Luxemburg
- Mozartwochen
- Der kleine Prinz
- Die Zauberflöte

- Minutemade ACT
- Figaros Hochzeit

- Don Giovanni

- Kammerkonzert "Aus der Dunkelheit"
- Oper_ette im Foyer: Der unbekannte Franz Lehár
- Kunst trifft Kunst
- Fürst Igor

- Opern auf Bayrisch: MOZART² + X
- Tango am Gärtnerplatz
- Workshops für Kinder
- Das Staatstheater am Gärtnerplatz ist ein Haus mit einem einmaligen Profil und einer über 150-jährigen Tradition.
Aufführungen / Theater
Residenztheater München
München, Max-Joseph-Platz 1
- Heute: Kasimir und Karoline

- Morgen: Der zerbrochene Krug

- Premiere: Marat/Sade
- Premiere: Bernarda Albas Haus
- Premiere: Abschied
- Die Ärztin

- Die Rückseite des Lebens
- Gschichtn vom Brandner Kaspar
- Cabaret

- Automatenbüfett
- Romeo und Julia

- Munich Machine
- Warten auf Godot
- Prima Facie

- Drei Schwestern

- Maria Stuart

- Blind

- Ödipus
- Mercury
- La Musica - zwischen ihr und ihm
- Die Präsidentinnen
- Das Residenztheater ist eines der größten und bedeutendsten Sprechtheater Deutschlands.
Aufführungen / Cabaret
Weltstadtbrettl Theater für gehobenen Firlefanz
München, Schleißheimer Str. 22-24
Aufführungen
| Oper
Aufführungen
| Aufführung
Tide
Münchner Volkstheater
Uraufführung: 11.4.2026 Ein und Aus. Vor und zurück. Wie ein Wellengang hebt und senkt sich die Atmung. Mal schneller, mal langsamer. Nicht nur im Menschen, sondern in allem findet sich eine eigene Atmung, ein eigener Rhythmus. Sei es in der Natur oder in den Gezeiten der Zivilisation. Was geschieht, wenn man für diese allgegenwärtige Atmung eine Wahrnehmung entwickelt? Welche Elemente werden im Strom der Dinge übersehen? Und wir können wir die Fluten der Ereignisse aufhalten um Neues sichtbar zu machen? Diesen Fragen gehen Sophie Haydee Colindres Zühlke und Serhat "Saïd" Perhat in ihrer neuen Produktion auf die Spur. Nach ihrem erfolgreichen Tanztheaterstück "Grey" begeben sie sich gemeinsam mit ihrem Ensemble auf eine Forschungsreise der individuellen und kollektiven Gezeiten. Urbaner Tanz trifft auf experimentelle Formen; organische Bewegungslinien auf harte, akrobatische Elemente. Aus unterschiedlichen tänzerischen Kontexten werden die Körper der Performenden dabei zu eigenen Resonanzräumen, mit denen die Gruppe einen Bewegungsfluss kreiert. Dieser folgt mal persönlichen Transformationen, mal gesellschaftlichen Dynamiken. Die einzelnen Tänzer*innen schwimmen darin mal gegen den Strom oder aber sie lassen sich von ihm tragen.
Aufführungen
| Schauspiel
ELEKTRA - 750 PS Vergangenheitsüberwältigung
Münchner Volkstheater
Agamemnon ist tot. Der gefeierte Kriegsheld wird gleich nach seiner Heimkehr von seiner Frau Klytaimnestra und ihrem neuen Liebhaber Aigisthos aus Rache für die Opferung der gemeinsamen Tochter Iphigenie ermordet. Die Geschwister Elektra und Orestes schwören daraufhin, ihrerseits Vergeltung für den heimtückischen Mord am geliebten Vater zu üben. Der Familienfluch ewiger Rache spinnt sich unerbittlich weiter und weiter – bis hinein in die deutsche Gegenwart. Denn in dieser radikalen Überschreibung von Lorenz Nolting und Sofie Boiten richtet sich Elektras Wut nicht länger auf die düstere Vergangenheit der eigenen Familie, sondern auf die belastete Familiengeschichte einer der reichsten Unternehmerdynastien Deutschlands: der Familie Quandt, deren Wohlstand nicht zuletzt auf der jahrelangen Ausbeutung von NS-Zwangsarbeiter*innen durch ihre Vorfahren beruht. Der antike Rachekomplex wird auf ein aktuelles Schuldgefüge angewendet und wirft so zentrale Fragen auf: Wie geht eine nachfolgende Generation mit dem Erbe großer Schuld um? Was bedeutet Verantwortung inmitten kollektiver Verdrängung? Und wie kann Widerstand oder Gerechtigkeit aussehen – auch jenseits archaischer Gewalt und göttlicher Ordnung? Lorenz Nolting und sein Team enthüllen mit ihrer Version des Elektra-Stoffes nicht nur das Fortbestehen von Machtstrukturen, sondern auch das enge Geflecht von Profit und Faschismus. Regie: Lorenz Nolting Künstlerische Mitarbeit: Sofie Boiten Bühne: Nadin Schumacher Kostüme: Lea Jansen Musik: Alexander Zwick Dramaturgie: Leon Frisch
Aufführungen
| Oper
Il Trovatore
Bayerische Staatsoper
Oper in vier Akten (acht Bildern) (1853) Komponist Giuseppe Verdi. Libretto von Salvatore Cammarano, fertiggestellt von Leone Emanuele Bardare, nach "El trovador" von Antonio García Gutiérrez „Wenn Du nach Indien fährst und nach Zentralafrika, wirst Du den Trovatore hören.“ Neun Jahre nach der triumphalen Uraufführung hatte Verdis Oper eine weltweite Popularität erreicht, die den Komponisten zu dieser Bemerkung hinriss. Der Stoff könnte kaum düsterer sein: Eine Zigeunerin, die den Tod ihrer Mutter auf dem Scheiterhaufen rächen will; ein Graf, der mit der Hinrichtung dieser Zigeunerin seinen Nebenbuhler ins Mark treffen will; eine grauenvolle Wahrheit, die im Todesmoment enthüllt wird. Sämtliche Ingredienzen von Verdis szenischem Reichtum treten hervor: unheimliche Klangwelten, schroffe Kontraste, vokale Brillanz, opulente Tableaux. Die schlüssige Erzählweise weicht der Variation suggestiver musikalischer Bilder, mit denen Verdi „dem wichtigsten Teil des Dramas“ diente: der Rache. Musikalische Leitung: Andrea Battistoni Inszenierung: Olivier Py Bühne und Kostüme: Pierre-André Weitz Licht: Bertrand Killy Chor: Christoph Heil empfohlen ab 15 Jahren In italienischer Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache Dauer ca. 2 Stunden 50 Minuten, eine Pause
Aufführungen
| Oper
L’Elisir d’Amore
Bayerische Staatsoper
Melodramma in zwei Akten - 1832 Komponist Gaetano Donizetti. Libretto von Felice Romani nach Eugène Scribe. Viel Abwechslung bietet das triste Leben in dem kleinen anakreontischen Dorf nicht, das der Komponist Gaetano Donizetti und sein Librettist Felice Romani zeichnen – die einzige Perspektive außerhalb der kleinen Welt scheint die Illusion eines heldischen Soldatenlebens, auch wenn das den Tod bedeuten könnte. Doch was ein Fläschchen Bordeaux alles bewirken kann: Der verschüchterte Nemorino dreht in seinem Werben um Adina richtig auf als er den vom Wunderdoktor Dulcamara als Liebeselixier verkauften Wein trinkt. Und prompt wirkt der Trank, Nemorino wird zum Draufgänger und würde lieber im Krieg sterben als seine geliebte Adina in den Händen des Soldaten Belcore zu wissen. Die ehrgeizige Adina kann dem Charme des wagemutigen Nemorino nicht widerstehen – und selbst Dulcamara wundert sich, welche Energie und Verwandlungskunst sein Betrug freisetzt: Die traurige Welt voll wehmütiger Sehnsucht ist plötzlich voll Farbe und Phantasie. Und dem Zuschauer bleibt Hoffnung, auch ihn könne die Musik mit all ihrer Poesie verwandeln. Musikalische Leitung: Nicholas Carter Inszenierung: David Bösch Bühne: Patrick Bannwart Kostüme: Falko Herold Licht: Michael Bauer Dramaturgie: Rainer Karlitschek Chor: Franz Obermair Bayerisches Staatsorchester Bayerischer Staatsopernchor ab 8 Jahren In italienischer Sprache · Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Dauer: ca. 2 Stunden 45 Minuten, eine Pause Ermäßigte Karten für Kinder und Jugendliche erhalten Sie ausschließlich telefonisch unter T +49.(0)89.21 85 1920 oder an der Tageskasse am Marstallplatz 5 und nicht direkt online.
Aufführungen
| Oper
Macbeth
Bayerische Staatsoper
Melodramma in vier Akten - Zweite Fassung (1865) Komponist Giuseppe Verdi. Libretto von Francesco Maria Piave nach William Shakespeare. In den schönsten Tönen offenbaren uns Macbeth und seine Lady ihre leidenschaftlichen und unheimlichen Gefühle. Doch hinter dieser Schönheit liegt ein Abgrund, den Verdi mit einem der grausamsten Dramen der Weltliteratur enthüllt. Um zur Macht zu gelangen und um sie, da sie einmal erreicht ist, zu bewahren, begehen Macbeth und seine Lady einen Mord nach dem anderen. Die Unbedingtheit ihres Verlangens verleiht ihrer Liebe eine Radikalität, die bis dahin in der Oper undenkbar war. „Das Sujet der Oper ist weder politisch noch religiös: Es ist phantastisch“, schrieb Verdi und rückte Shakespeares Vorlage damit einer „romantischen“ Lesart näher. Und tatsächlich lassen sich Hexen, Geister und Erscheinungen, lässt sich das Unheimliche, das den Gesang und die szenischen Vorgänge, mithin die ganze Welt dieser Oper beherrscht, als äußeres Bild für die inneren Zustände seiner Protagonisten verstehen. Musikalische Leitung: Andrea Battistoni Regie: Martin Kušej Bühne: Martin Zehetgruber Kostüme: Werner Fritz Licht: Reinhard Traub Chor: Christoph Heil Dramaturgie: Sebastian Huber, Olaf A. Schmitt In italienischer Sprache · Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. empfohlen ab 16 Jahren Dauer: ca. 3 Stunden 15 Minuten, eine Pause
Aufführungen
| Oper
Tosca
Bayerische Staatsoper
Melodramma in drei Akten (1900) Komponist Giacomo Puccini. Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama La Tosca von Victorien Sardou. Es gibt wenige Opern, die vom ersten Takt an dermaßen unter Hochdruck stehen, wenige, in denen den Temperaturumschwung von eiskalter Berechnung zur Überhitzung in Sekundenschnelle vonstattengeht. Und kaum eine, in der private Verstrickung und persönliche Tragik so mit politischer Haltung in historischer Genauigkeit verwoben sind. Giacomo Puccinis Tosca hat seit der Uraufführung das Publikum elektrisiert. Die Schockwelle, die von dieser Oper ausging, war so stark, dass noch Jahrzehnte viele Reaktionen eher von der Fassungslosigkeit und Überwältigung der Betroffenen sprechen als von den Qualitäten des Stückes selbst und seiner Dreiecksgeschichte um die Sängerin Floria Tosca, den Maler Mario Cavaradossi und den Polizeichef Baron Scarpia. Das Künstlertum des Protagonistenpaars Tosca und Cavaradossi ist dabei keine koloristische Zutat, sondern definiert das Profil ihrer Charaktere; es begründet die Exzentrik Toscas ebenso wie die Liberalität Cavaradossis und erklärt auch das ausgeprägte Selbstbewusstsein der Sängerin: Aus der Heroine der Bühne wird eine Heldin im Leben. Auch die Erscheinung Scarpias ist als Auswuchs seiner entfesselten totalitären Macht zu verstehen, und sein sexueller Sadismus heute noch einer der wahrhaft skandalösen Momente der Opernliteratur. Überhaupt ist das historische Detail nicht Staffage, sondern bildet „die Voraussetzung des Konflikts zwischen den Vertretern zweier gegensätzlicher Gesellschaftssysteme“ (Norbert Christen) in einer Zeit der Krise. Mit seinem Geflecht musikalischer Erkennungsmotive, die sich – mit Ausnahme der starren Scarpia-Akkorde – sensibel den Situationen anpassen, erreicht Puccini eine neue Dimension von durchkomponierter Opernstruktur; im enorm dichten Zusammenhalt der Partitur schafft er gleichwohl Inseln, in denen sich Reflexion zu Momenten höchster arioser Intensität verdichten. Musikalische Leitung: Marco Armiliato Inszenierung: Kornél Mundruczó Bühne und Kostüme: Monika Pormale Licht: Felice Ross Chöre: Christoph Heil Dramaturgie: Kata Wéber, Malte Krasting empfohlen ab 16 Jahren In italienischer Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Dauer: ca. 2 Stunden 40 Minuten (inklusive einer Pause) Einführungen finden jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn im 1. Rang im Vorraum zur Königsloge statt.
Aufführungen
| Oper
Parsifal
Bayerische Staatsoper
Ein Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen (1882) Komponist Richard Wagner. Dichtung vom Komponisten Weder Balsam noch Heilkraut kann dem vor sich hinsiechenden wundkranken Gralskönig Amfortas Linderung schenken. Komplex stellt sich der Weg zu seiner Genesung heraus. Kein Eingeweihter der Gralsgemeinschaft, nur ein Außenstehender, ein „reiner Tor“, der durch Mitleid Wissender wird, kann den Speer wiedergewinnen, der die Wunde verursacht hat, mit seiner Spitze Amfortas’ Wunde berühren und ihn somit heilen. Auf seiner Reise zur Selbsterkenntnis und zum Mittel der Erlösung wird Parsifal nicht nur vom kundigen Gralsritter Gurnemanz begleitet, sondern auch von der rätselhaften und verführerischen Kundry, die ihm die Augen für Sinnlichkeit wie auch für Übersinnliches öffnet. Richard Wagner fragt in seinem letztem Musikdrama, dem Bühnenweihfestspiel Parsifal, das 1882 in Bayreuth uraufgeführt wurde, nach Wunden, die sowohl im einzelnen Menschen und in den Gemeinschaften brennen und antwortet mit Wundermitteln, die Leid zu lindern vermögen. Musikalische Leitung: Sebastian Weigle Inszenierung: Pierre Audi Bühne: Georg Baselitz Mitarbeit Bühnenbild: Christof Hetzer Kostüme: Florence von Gerkan Mitarbeit Kostüm: Tristan Sczesny Licht: Urs Schönebaum Dramaturgie: Klaus BertischBenedikt Stampfli Chöre: Christoph Heil empfohlen ab 16 Jahren In deutscher Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Dauer ca. 5 Stunden 45 Minuten
Aufführungen
| Ballett
Illusionen - Wie Schwanensee
Bayerische Staatsoper
Ballett in drei Akten Der Choreograph John Neumeier ließ sich für sein Ballettdrama Illusionen – wie Schwanensee vom Leben und Leiden König Ludwigs II inspirieren. Dessen Biographie verknüpft Neumeier mit Motiven aus Schwanensee: Zu sehen sind eine sorgfältige Rekonstruktion des zweiten Aktes in der Version von Lew Ivanow sowie der „Schwarzer-Schwan-Pas de deux“. In Neumeiers Produktion flüchtet sich der König in die theatralische Wirklichkeit einer Schwanensee-Aufführung. Hier ersehnt er sich Erlösung von seinen existentiellen Qualen. Auch die unvollendeten Mauern des Schlosses von Herrenchiemsee finden sich wieder – ein Bild seiner nicht zu stillenden Sehnsucht nach Vollendung und gleichzeitig sein Gefängnis. Das atemberaubende Schlussbild erfasst schließlich die existentiell-tragische Dimension menschlichen Liebes-Verlangens in seiner ganzen Unerfüllbarkeit. Musikalische Leitung: Nathan Brock Choreographie und Inszenierung: John Neumeier Musik: Pjotr Tschaikowski Bühne und Kostüme: Jürgen Rose Ensemble des Bayerischen StaatsballettsBayerisches Staatsorchester empfohlen ab 12 Jahren Dauer: ca. 3 Stunden 15 Minuten
Aufführungen
| Oper
Faust
Bayerische Staatsoper
Komponist Charles Gounod. Libretto von Jules Barbier und Michel Carré. Oper in fünf Akten (1869) Der alternde Gelehrte Faust lässt sich auf seiner vergeblichen Suche nach dem Sinn des Lebens auf einen Handel mit dem Teufel ein: Méphistophélès kauft ihm seine Seele ab und verspricht ihm ewige Jugend und Liebe. Faust verliebt sich in Marguerite, verlässt sie aber bald. Nachdem sie das gemeinsame Kind getötet hat, verfällt Marguerite dem Wahnsinn, geht aber als moralisch Überlegene aus der Begegnung mit Faust hervor. Unter den zahlreichen Vertonungen des berühmtesten Stoffs der deutschen Literaturgeschichte ist die Oper des Franzosen Charles Gounod vermutlich die bekannteste. Die französische Oper entwickelte im 19. Jahrhundert eine große Vorliebe für deutsche Sujets, ging mit diesen bei der Umgestaltung zum Libretto jedoch oft sehr frei vor. Tatsächlich machte das französische Librettisten-Erfolgsduo Michel Carré and Jules Barbier – Autoren auch des Textes von Les Contes d’Hoffmann – aus der Vorlage einen höchst wirkungsvollen Operntext mit einer ausgeprägten Dramaturgie der Kontraste: Trinkszenen sind intime Balladen gegenübergestellt, Soldatenchören die Bittgesänge im Gottesdienst. Nicht zuletzt dank seiner unvergänglichen Arien ist Gounods Faust zu der nach Georges Bizets Carmen erfolgreichsten französischen Oper geworden. Inszenierung: Lotte de Beer Co-Regie: Florian Hurler Bühne: Christof Hetzer Kostüme: Jorine van Beek Licht: Benedikt Zehm Chor: Christoph Heil Dramaturgie: Peter te NuylAna Edroso Stroebe empfohlen ab 14 Jahren In französischer Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Neuproduktion. Einführungen finden jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn (ausgenommen am Premierenabend) im Capriccio-Saal statt. Sitzplätze nur begrenzt vorhanden, Dauer ca. 20 Min. Die Premiere wird live im Hörfunk auf BR-Klassik übertragen.
Aufführungen
| Theater
BIN NEBENAN
theater VIEL LÄRM UM NICHTS
BIN NEBENAN von Ingrid Lausund – eine Tragikomödie in sieben Monologen, multipel persönlich gespielt von Christine Garbe. Hier treffen Wellnessmomente auf Panikattacken, lustvolle Fantasien auf internalisierten Rassismus und Plüschzebras auf das löchrige soziale Netz unserer Gesellschaft. Menschen von nebenan offenbaren ihre Ängste und kämpfen um ihre Würde; sie entlarven Denkmuster und legen Gefühle frei in einer Welt, in der alle neben sich zu stehen scheinen im erbitterten Streben nach Status und Individualität. Ein abgründig packender Theaterabend, in dem die pure Absurdität des Daseins das Publikum zum Staunen, Lachen und Erkennen verführt. Dauer 2 Std, 1 Pause »… fulminanter Szenenreigen. Die Episoden wirken wie soziologische Studien, kritische Kommentare zum Zustand unserer brüchigen Gesellschaft kurz vor dem Kipppunkt in die Katastrophe. Christine Garbe brilliert im theater VIEL LÄRM UM NICHTS in ebenso witzigen wie tiefgründigen Monologen.« (Donaukurier) Produktion & Spiel: Christine Garbe Regie: Georg Büttel Regieassistenz: Sophia Schumann / Julia Gröbl Bühne: Thomas Bruner Musik: Thomas Unruh März 12., 13., 14. 19., 20., 21. 26., 27., 28. Jeweils 20 Uhr Gastspiel/Koproduktion mit theater VIEL LÄRM UM NICHTS
Aufführungen
| Theater
DIE TURING-MASCHINE
theater VIEL LÄRM UM NICHTS
„Haben Sie schon einmal ein Geheimnis bewahrt? Ein großes Geheimnis. Nein? Dann wissen Sie nicht, wie schwer einem das fällt. Glauben Sie mir: Von allen immateriellen Dingen ist das Schweigen so ziemlich am härtesten durchzuhalten… Und mein Leben steckte voller Geheimnisse. Haben Sie schon einmal etwas von Enigma gehört? Natürlich nicht. Wie sollten Sie auch? Also, dann hören Sie jetzt einmal gut zu…“ Das ist die unglaubliche Geschichte des Alan Turing, dem englischen Mathematiker, der den Geheimcode der Deutschen während des 2. Weltkrieges geknackt hat. Turing hat eine „Denkmaschine“ konstruiert, die sich als der erste Computer entpuppt hat. Von den Geheimdiensten zum Schweigen verdammt, wurde er wegen Homosexualität verurteilt – auf diese Art konnte man ihn „legal“ beiseite räumen. Er beging Selbstmord, indem er in einen vergifteten Apfel biss. Und der angebissene Apfel erinnert uns heute an ein weltberühmtes Logo… »...großes Kino in Form eines spannungsvollen Kammerspiels […] Wie immer gelingt es Wiedermann ganz wundersam, die Imaginationskraft des Zuschauers ebenso zu aktivieren wie die Einfühlung in Stimmungen.Nie sah man den Schauspieler Leon Sandner so intensiv […] Mit feinen Nuancen entwickelt er die verschiedenen Facetten eines originellen, aber auch seltsam unsicheren Typen, der […] seine Umwelt irritiert, aber auch fasziniert. Das gilt für den Stricher ebenso wie für einen Inspektor, welcher sich in den Verhören dem Phänomen der Persönlichkeit Turings annähert wie auch dem Schach-Weltmeister... All diese Rollen verkörpert Fritz Lordick sehr überzeugend in schnellen Wechseln in Auftreten wie Sprachduktus.« Barbara Reitter-Welter Mit Leon Sandner und Fritz Lordick Regie: Andreas Wiedermann Sounddesign: Clemens Nicol Fotos: Korbinian Bauer Gastspiel von Theater Plan B
Aufführungen
| Schauspiel
Drei Schwestern
Residenztheater
Mit einem Drama um Alltag, Sehnsucht und Scheitern stieg Anton Tschechow – und mit ihm das moderne Theater – ins 20. Jahrhundert ein: «Drei Schwestern», uraufgeführt 1901 im Moskauer Künstlertheater, ist die Chronik einer Familie, in der Tschechow die Balance zwischen Melancholie und Lebensfreude, Realismus und Stilisierung hält. Der australische Autor und Regisseur Simon Stone hat Tschechows berühmtes Drama zum Ausgangspunkt seiner von «Theater heute» als «Stück des Jahres 2017» ausgezeichneten Neudichtung genommen und diese mit rasanter Dialogkunst, subtilen Charakterstudien und der daraus sich zuverlässig ergebenden Ambivalenz der Figuren thematisch im Hier und Jetzt verortet. «Verdienen wir überhaupt, glücklich zu sein? Weil vielleicht suchen wir immer das Gegenteil. Also sabotieren wir alle Chancen, die das Leben uns gibt.» Aus Tschechows Provinzpersonal werden so urbane Sinnsuchende, die in Zeiten von Twitter, Facebook und Instagram in ihrem Ferienhaus zwischen Gesprächen über den Niedergang der Linken und Donald Trump Kindheitserinnerungen und Zukunftsvisionen nachhängen. Es geht um Existenzielles und Komisches, um Hoffnungen und Träume – und darum, mit diesen gegen die stets drohenden Banalitäten des Alltags, gegen Einsamkeit und Verzweiflung vorzugehen. Simon Stone gilt mit seinen radikalen Neuinterpretationen kanonisierter Klassiker der Dramenliteratur als einer der einflussreichsten Regisseure des internationalen Gegenwartstheaters und wurde mit dieser Inszenierung des Theater Basel zum Berliner Theatertreffen 2017 eingeladen. «Tschechows Stücke beginnen alle mit dem Hinweis, dass sie in der Gegenwart spielen, und dabei nehme ich ihn wörtlich. Die Gegenwart hört nie auf. Irgendwann hat man begonnen, sie in die Vergangenheit zu versetzen, weil man der Meinung war, der Autor hätte mit der Gegenwart seine eigene Gegenwart gemeint. Dabei sollten sie doch die jeweils gegenwärtige Gesellschaft widerspiegeln.» Simon Stone Übernahme der Uraufführungsinszenierung des Theater Basel Inszenierung: Simon Stone Bühne: Lizzie Clachan Kostüme: Mel Page Musik: Stefan Gregory Licht: Cornelius Hunziker, Gerrit Jurda Dramaturgie: Constanze Kargl Dauer: 2 Stunden 30 Minuten, 1 Pause Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Aufführungen
| Schauspiel
Prima Facie
Residenztheater
Tessa Ensler ist eine knallharte Strafverteidigerin. Mit Anfang dreißig hat sie geschafft, was die wenigsten ihr zugetraut hätten: den Weg aus einem Milieu ohne Privilegien an die Eliteuni und dann in die Topkanzlei. Ihre Königsdisziplin ist die Verteidigung in Fällen sexueller Übergriffe. Ist ihre Freispruchrate so hoch, weil sie eine Frau ist, wie geunkt wird? Oder weil sie so gut Lücken und Widersprüche in den Aussagen der weiblichen Opfer aufspürt? Tessa ist jedenfalls stolz, dass sie ihr Gegenüber im Zeugenstand nicht quält wie manch anderer Kollege, aber sie glaubt auch an das Rechtssystem, das im Zweifel zugunsten der Angeklagten entscheidet. Doch diese Überzeugung wird erschüttert, als sie selbst vergewaltigt wird. Der Täter ist kein Unbekannter, sondern ihr Kollege Julian, mit dem sie eine Büroaffäre, vielleicht aber auch der Beginn einer tieferen Liebesbeziehung verbunden hat. Als sie Anzeige erstattet, ist ihr klar, dass die Anscheins- oder Prima-facie-Beweise nicht für sie sprechen – schließlich waren neben ihrer anfänglichen Anziehung auch mehrere Flaschen Wein im Spiel –, aber es geht ihr nicht nur um persönliche Gerechtigkeit, sondern auch um die Abrechnung mit einem von Männern geschaffenen Justizsystem, an das sie ihr Leben lang geglaubt hat. Wie Ferdinand von Schirach arbeitete auch die australische Autorin Suzie Miller selbst als Strafverteidigerin – und zwar im Menschenrechtssektor, heute schreibt sie für Theater, Film und Fernsehen. «Prima Facie» wurde 2020 mit den wichtigsten australischen Preisen für neue Dramatik ausgezeichnet sowie mit dem Olivier Award, der höchsten Auszeichnung im britischen Theater. 2022 feierte es im Londoner Westend Erfolge und seit Frühjahr 2023 ist es am New Yorker Broadway zu sehen. Das furiose Monodrama, in dem Tessa Stück für Stück ihre Lebensgeschichte erzählt und alle auftauchenden Figuren gleich mitspielt, inszeniert Hausregisseurin Nora Schlocker, die in den vergangenen Spielzeiten sowohl Gegenwartsdramatik als auch Klassiker feinfühlig und klar auf die Bühne gebracht hat. aus dem Englischen von Anne Rabe Inszenierung: Nora Schlocker Bühne und Kostüme: Marie Caroline Rössle Musik: Albrecht Zieper Licht: Gerrit Jurda Dramaturgie: Almut Wagner Altersempfehlung: ab 14 Jahren Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, Keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Der zerbrochene Krug
Residenztheater
Richter Adam hat ein gravierendes Problem: Nicht nur hat er mit den schwerwiegenden Folgen seines nächtlichen Alkoholkonsums zu kämpfen, sondern auch mit dem plötzlichen Auftauchen seines Vorgesetzten Walter, der die Rechtsprechung in der Provinz unter die Lupe zu nehmen gedenkt. So ist Adam genötigt, coram publico einer Gerichtsverhandlung vorzusitzen, in der er gegen sich selbst ermitteln muss. Mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht er dabei zu verschleiern, dass es sich bei dem unbekannten Täter der letzten Nacht um ihn selbst handelt. Ein Kupferstich von Jean-Jacques André Le Veau, der einen zerbrochenen Krug in einem juristischen Rahmen zeigt, diente Heinrich von Kleist 1802 angeblich als Anlass für einen «poetischen Wettkampf» unter Freunden, aus dem «Der zerbrochne Krug» hervorging. Am Modell eines niederländischen Dorfgerichts im ausgehenden 17. Jahrhundert zeigt Kleist, dass institutionell nicht Recht gesprochen, sondern Macht ausgeübt wird. Selbst Jurist, übte der Dichter scharfe Kritik an der zeitgenössischen Rechtspraxis, die bei der Uraufführung 1808 in Weimar – inszeniert von niemand Geringerem als Johann Wolfgang von Goethe – vom ansässigen Adel als «moralischer Aussatz» degoutiert wurde. Heinrich von Kleist, einer der bedeutendsten deutschen Dichter, hatte bei Publikum und Kritik ausgespielt – mit einer der bedeutendsten deutschsprachigen Komödien, bis heute auf Bühnen gern gesehen. Dabei entpuppt sich Kleists abgründiges Lustspiel als Enthüllungsdrama um sexualisierte Gewalt, Machtmissbrauch und Tatsachenverschleierung – und somit um einen veritablen Justizskandal. Der «Zeit»-Literaturchef und Schriftsteller Adam Soboczynski wies darauf hin, dass «die Aufrichtigkeit, das Vertrauen bei Kleist sich als fragil erweisen und blendende Verstellungskünstler sein Werk prägen». Dorfrichter Adam ist einer ihrer schillerndsten Vertreter und als Figur so modern, dass er wie eine (Aus-)Geburt einer an Manipulationen so reichen Gegenwart aus dem Geist der Geschichte wirkt. Inszenierung: Mateja Koležnik Bühne: Christian Schmidt Kostüme: Ana Savić Gecan Licht: Verena Mayr Dramaturgie: Constanze Kargl 1 Stunde 40 Minuten, Keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Götz von Berlichingen
Residenztheater
Als Goethe 1771 in einem wahren Schreibrausch seinen «Götz von Berlichingen» zu Papier bringt, ist er mit seinen 22 Jahren als Autor noch ein unbeschriebenes Blatt. Das ändert sich mit dem Erscheinen seines «Götz» schlagartig, über Nacht ist der junge Dichter in aller Munde. Goethes Frühwerk ist ein gewaltiges szenisches Epos mit über fünfzig Schauplätzen, mehreren Parallelhandlungen und einer riesigen Personage. Mehr noch: Goethe verwirft darin alle gängigen Konventionen, die das Drama des 18. Jahrhunderts bis dahin kannte. Beeinflusst von Shakespeares offener Dramaturgie wird sein «Götz» stilbildend für eine ganze Epoche: den Sturm und Drang. Als Vorlage dient Goethe die Biografie des Ritters Gottfried von Berlichingen (1480–1562), der sich den anstehenden gesellschaftlichen Veränderungen nicht beugen wollte und sich weiter fest an den längst überholten mittelalterlichen Ritterkodex klammerte. Goethe macht aus dem restaurativen Vorbild einen Freiheitskämpfer, der sich den von feudaler und klerikaler Willkür geprägten Verhältnissen mit «eiserner Faust» entgegenstellt. «Götz von Berlichingen» ist Goethes Abrechnung mit dem Absolutismus seiner Zeit, die in dem berühmten «Schwäbischen Gruß» gipfelt: «Er aber, sag’s ihm, er kann mich im Arsche lecken!» Für Autor und Regisseur Alexander Eisenach ist die Figur Götz aber einem reaktionären Wutbürger näher als einem aufrichtigen Revolutionär: «Die Geschichte schickt sich an, hinwegzugehen über einen, der sein Leben immer als Heldengeschichte begriffen hat. Götz ist das Symptom einer Menschheit, die sich in ihrer Hybris von sich selbst und dem Planeten, auf dem sie lebt, entfernt hat. Einer Spezies, die sich selbst für göttlich hält und glaubt, alles ihrer Regentschaft unterwerfen zu können. Wer hätte es für möglich gehalten, dass die Demokratie noch einmal derart ins Wanken gerät? Götz ist die Verlockung des Irrationalen, der Kitzel der Grenzübertretung, der Schamane der Wut.» Alexander Eisenach Nach «Einer gegen alle» und «Der Schiffbruch der Fregatte Medusa» ist «Götz von Berlichingen» die dritte Arbeit von Alexander Eisenach am Münchner Residenztheater.e Neueinstudierung mit dem Residenztheater-Ensemble in München zu erleben. Inszenierung: Alexander Eisenach Bühne: Daniel Wollenzin Kostüme: Claudia Irro Musik: Benedikt Brachtel, Sven Michelson Video: Oliver Rossol Licht: Verena Mayr Dramaturgie: Sylvia Brandl Dauer: 2 Stunden 10 Minuten, Keine Pause Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Aufführungen
| Schauspiel
Warten auf Godot
Residenztheater
An einer Landstraße an einem unbestimmten Ort zu unbestimmter Zeit warten Wladimir und Estragon auf Godot. Weder wissen sie, wer er ist, noch was sie von ihm wollen. Unklar ist auch, wann beziehungsweise ob er kommen wird. Die Zeit des Wartens verbringen sie mit Konversationen gegen die Stille, mit Spielen, die alltäglichen Verrichtungen ähneln, sowie mit Sinn simulierendem Streit samt Versöhnung. Unterbrochen wird ihre Monotonie von Pozzo, einem die Peitsche schwingenden Herrn, und dessen Knecht Lucky, der auf Befehl Tanz und Denknummern zum Besten gibt und sich dabei in wirre Monologe manövriert, die dem Untergang der Ratio huldigen. Wenige Bühnenwerke verlangen so sehr nach Deutung wie «Warten auf Godot», haben eine derart ausufernde Menge an Interpretationen provoziert. Samuel Beckett selbst meinte: «Ich weiß nicht, wer Godot ist. Ich weiß auch nicht, ob er existiert. Und ich weiß nicht, ob die zwei, die ihn erwarten, an ihn glauben oder nicht.» Als der Literaturnobelpreisträger diesen modernen Klassiker und Inbegriff des absurden Theaters 1948 schrieb, waren die Gräuel des Zweiten Weltkriegs noch allgegenwärtig und die Aufarbeitung des Holocaust gesellschaftliches Tabu. Auch die Vergangenheit Wladimirs und Estragons bleibt völlig offen: Waren sie wie ihr Autor in der Résistance? Sind sie Überlebende einer (atomaren) Katastrophe, denen nichts fernerliegt, als ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen? Oder repräsentieren die beiden, wie Estragon sagt, «die Menschheit, ob es uns passt oder nicht» – eine Menschheit, die unter Gedächtnisschwund leidet, um sich ihrer (Mit-)Schuld nicht gewahr werden zu müssen? Oder ziehen sie bloß die Ödnis des Wartens der Notwendigkeit zu handeln vor? Vielleicht verhält es sich aber so, wie Joachim Kaiser, einer der einflussreichsten Theaterkritiker seiner Zeit, formuliert und «jeder träumt sich seinen eigenen Traum über Becketts Albtraumpartikel zurecht». Regie führt Claudia Bauer, die für ihre musikalischen, slapstickaffinen Inszenierungen vielfach ausgezeichnet wurde und ab dieser Spielzeit Hausregisseurin am Residenztheater ist. Inszenierung: Claudia Bauer Bühne: Andreas Auerbach Kostüme: Vanessa Rust Komposition und musikalische Leitung: Michael Gumpinger Licht: Gerrit Jurda Dramaturgie: Constanze Kargl Video: Jonas Alsleben 2 Stunden 40 Minuten, 1 Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Die Rückseite des Lebens
Residenztheater
aus dem Französischen von Claudia Hamm Die Dramatikerin Yasmina Reza («James Brown trug Lockenwickler») ist fasziniert von Gerichtsprozessen, in ihrem Erzählband sind ihre Beobachtungen der vergangenen Jahre zusammengefasst. Lakonisch und pointiert beobachtet sie die Momente, in denen unbegreifliche Taten bewertet, widerstreitende Aussagen für wahr oder fasch befunden werden müssen, oft ganze Leben auf dem Kipppunkt stehen – und fängt wie nebenbei ein Panorama der menschlichen Existenz ein. Die Hausregisseurin Nora Schlocker richtet die Texte für die Bühne ein. Die Dramatikerin Yasmina Reza («James Brown trug Lockenwickler») ist fasziniert von Gerichtsprozessen, in ihrem Erzählband sind ihre Beobachtungen der vergangenen Jahre zusammengefasst. Lakonisch und pointiert beobachtet sie die Momente, in denen unbegreifliche Taten bewertet, widerstreitende Aussagen für wahr oder fasch befunden werden müssen, oft ganze Leben auf dem Kipppunkt stehen. Sie stellt emotionale Ausbrüche neben nüchterne Sachberichte, monströse Gewalttaten neben Betrugsdelikte und unterlassene Hilfeleistung. Wie nebenbei fängt sie dabei ein Panorama der menschlichen Existenz ein – vom Prekariat bis in die obersten Regierungskreise. Die Hausregisseurin Nora Schlocker richtet die Texte für die Bühne ein und lässt Ensemble und Publikum die Prozesse gemeinsam Revue passieren. Wie weit lässt sich ein Fall vor Gericht überhaupt rekonstruieren? Welche Fakten sind ausschlaggebend für unsere Parteinahme, für unsere Empathie? Oder ist, wie im Theater, letztendlich die Performance im Zeugenstand ausschlaggebend? «Die Rückseite des Lebens» ist ein Plädoyer für die Fragilität eines jeden Lebens und unserer Annahmen von Gerechtigkeit. Szenische Einrichtung: Nora Schlocker Musik: Hans Könnecke Licht: Markus Schadel Dramaturgie: Katrin Michaels
Aufführungen
| Schauspiel
Lapidarium
Residenztheater
Rainald Goetz, der vielfach ausgezeichnete Ausnahmeautor, hat die Uraufführung seines neuesten Theatertexts Hausregisseurin Elsa-Sophie Jach anvertraut. Der Text ist eine wilde Mischung der Genres: Tagebuch und Requiem, verwoben mit Szenen aus einem wahnwitzigen Drehbuchvorhaben mit Helmut Dietl und Franz Xaver Kroetz, dem Goetz das Stück auch widmet. Und er erweist darin seiner bayerischen Heimat Reverenz, der Stadt München genauso wie dem Voralpenland. Verspielt, poetisch, abgründig, absolut undramatisch – und selbstredend genial. « (...) währenddessen hatten wir den Monopteros einmal umrundet und gingen zurück Richtung Eisbach, wo die Leute in der Nachmittagssonne unter den hohen Bäumen lagen, und ich hatte ein solch immenses Sehnsuchtsgefühl nach diesem München, durch das wir gingen, dass ich plötzlich sagte , ich kann dir nicht helfen, aber probieren würde ich es gern (….) » Der neueste Theatertext von Rainald Goetz ist eine wilde Mischung der Genres: Tagebuch und Requiem, verwoben mit Szenen aus einem wahnwitzigen Drehbuchvorhaben mit Helmut Dietl und Franz Xaver Kroetz, dem er das Stück auch widmet. Und er erweist seiner bayerischen Heimat Reverenz, der Stadt München genauso wie dem Voralpenland. Verspielt, poetisch, abgründig, absolut undramatisch – und selbstredend genial. Gefeiert als radikal aufrichtiger Beobachter des Jetzt richtet der vielfach ausgezeichnete Ausnahmeautor Goetz nun seinen Blick auch auf Vergangenes wie in die Zukunft: Er erinnert sich an den Beginn seiner Karriere und zeichnet Hinterlassenschaften von ausschließlich männlichen Wegbegleitern auf, neben den bereits genannten melden sich etwa Herbert Achternbusch, Josef «Sepp» Bierbichler, Albert Oehlen, Benjamin von Stuckrad-Barre oder Michael Rutschky zu Wort. Und er bereitet sich selbst auf das eigene Verschwinden vor. Der 1954 in München geborene Rainald Goetz wird zum ersten Mal am Residenztheater gespielt. Er legt die Uraufführung von «Lapidarium» – die Bezeichnung steht für eine Sammlung von Steinskulpturen – in die Hände von Hausregisseurin Elsa-Sophie Jach. Das Stück ist der letzte Teil einer Trilogie, die mit «Im Reich des Todes» (uraufgeführt 2020) begann, einer Auseinandersetzung mit dem Terror des 11. September, gefolgt von «Baracke» (uraufgeführt 2023), das den Terror der NSU thematisiert. Mit der Uraufführung von «Lapidarium» beginnt die Beschäftigung mit der bunten und bewegten Geschichte Münchens in der Spielzeit 2025/2026, die sich mit einer Uraufführung von Albert Ostermaier und einem Projekt über Freddie Mercury fortsetzen wird. Inszenierung: Elsa-Sophie Jach Bühne: Aleksandra Pavlović Kostüme: Johanna Stenzel Musik: Lena Geue Licht: Gerrit Jurda Video: Jonas Alsleben Dramaturgie: Almut Wagner 2 Stunden, Keine Pause
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